Nach Speiseöl-Engpass

Durch Ukraine-Krieg: Verbrauchern könnte jetzt eine Fleischknappheit drohen

Ein Kunde kauft mit Mund-Nasen-Schutz kauft im Edeka Zurheide ein
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Deutschlands größter Schlachtbetrieb warnt vor Engpässen. (Symbolbild)
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Der Ukraine-Krieg treibt nicht nur Sprit- und Lebensmittelpreise in die Höhe, sondern stürzt auch die Fleischindustrie in eine tiefe Krise.

Ob Nudeln, Speiseöl oder Kaffee: für die Preise in Supermärkten und Discountern scheint es aktuell nur noch eine Richtung zu geben – aufwärts. Und der Krieg in der Ukraine dürfte den Preisen nun noch einmal einen Schub geben. Dabei waren die Preise im deutschen Lebensmittelhandel bereits vor dem Ukraine-Krieg durch steigende Rohstoffpreise und Energiekosten – sowie coronabedingte Probleme in den Lieferketten – in Bewegung geraten.

Schon im Februar mussten die Verbraucher nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für Nahrungsmittel 5,3 Prozent mehr zahlen, als zwölf Monate zuvor. Preiserhöhungen, wohin man auch schaute. Wie Verbraucher trotz steigender Preise sparen können, erklärt echo24.de in einem separaten Artikel. Allerdings werden Lebensmittel wie Speiseöl und Mehl nicht nur teuer, sondern auch knapper. Jetzt warnt auch noch der große Fleischproduzent Tönnies vor leeren Regalen und einer schweren Versorgungskrise in Deutschland.

Durch Ukraine-Krieg: Fleischknappheit droht – Fleischproduzent Tönnies wendet sich mit „Not-Brief“ an Kunden

Die Ukraine gehört zu den größten Getreidelieferanten der Welt. Wegen des Krieges bleiben nun die Ernten aus und treiben somit nicht nur die Preise in die Höhe, sondern stürzen auch die Fleischindustrie in die Krise, wie n-tv.de berichtet. Aber wie kommt das? Und was erwartet die Verbraucher jetzt genau?

In einem offenen „Not-Brief“ von Tönnies an seine Kunden heißt es, die Kämpfe würden sowohl die Lieferungen von Fleisch aus der Ukraine und Futtermittel für die heimische Mast, als auch Lieferketten beeinflussen – was zu Engpässen führen werde. „Aufgrund der Knappheit der Schlachttiere besteht die konkrete Gefahr, kurzfristig aus der Versorgungsfähigkeit zu laufen“, heißt es.

„Es gibt einfach kein Schlachtvieh“, heißt es in dem Brief, der n-tv.de vorliegt, weiter. „Im Rindfleisch werden uns beispielsweise bis Ostern die Schlachttiere ausgehen, die nur mit enormen finanziellen Mehraufwand an uns gebunden werden können.“ Damit verbunden verlangte Tönnies eine sofortige Anpassung der Preise nach oben. Demnach könnte das Fleisch nicht nur teurer, sondern auch zu Mangelware werden, wie es bereits bei Speiseöl der Fall ist.

Fleischproduzent Tönnies erklärt Gründe für drohende Fleischknappheit

In seinem Brief zählt Tönnies außerdem die vielfältigen Gründe auf, die auf die Versorgung und Lieferketten Einfluss nehmen. So würden die Strom- und Gasanbieter von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und höhere Preise verlangen. Obendrein gebe es Probleme bei der Beschaffung von Frittierfett und Senfmehl, zudem würden ukrainische Fahrer in der Logistik ausfallen. Spürbar sollen diese Faktoren bereits in der kommenden Woche werden, schreibt Tönnies. 

Laut n-tv.de liefert die Ukraine wöchentlich 3.000 Tonnen Hähnchenbrustfilet und ist außerdem einer der größten Futtermittelzulieferer, der nun aus dem Markt fällt. Wie bereits erwähnt, hat das wohl enorme Auswirkungen auf alle Bereiche der Fleischindustrie. Daher gebe es auch rückläufige Schlachtzahlen beim Rindfleisch und auch die Schweinemast ist betroffen. Lieferausfälle seien daher nicht mehr zu verhindern. 

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