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Nach Tierquälerei-Vorwürfen: Lidl äußert sich erneut zu den Anschuldigungen 

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Von: Michaela Ebert

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Angesichts erschreckender Filmaufnahmen aus dem Stall eines Lidl-Lieferanten fordert die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Lidl auf, flächendeckend für mehr Tierschutz in der Hühnermast zu sorgen.
Angesichts erschreckender Filmaufnahmen aus dem Stall eines Lidl-Lieferanten forderte die Albert Schweitzer Stiftung Lidl auf, flächendeckend für mehr Tierschutz in der Hühnermast zu sorgen. Nun äußert sich der Konzern. © Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt/Equalia/obs/dpa

Tierschützer machen Lidl schwere Vorwürfe: Der Discounter würde Fleisch eines Zulieferers verkaufen, welcher Hühner unter katastrophalen Bedingungen hält. Nun weist der Konzern die Anschuldigungen zurück.

Update vom 8. November: Eine Tierschutzorganisation kritisiert den Lebensmittelkonzern Lidl – der Discounter soll Produkte eines Zulieferers an Kunden verkaufen, die das Fleisch von gequälten Hühnern enthalten. Videos aus dem Sommer 2022, die mittels verdeckter Ermittlungen entstanden sind, würden Masthühner in überfüllten Ställen zeigen, die vor sich „hinvegetieren“ und Probleme hätten „sich auf den Beinen zu halten“.

Auf Anfrage von echo24.de äußert sich der Lebensmittelkonzern bereits zu den Anschuldigungen: „Lidl spricht sich in aller Deutlichkeit gegen Tierquälerei aus. Wir nehmen jegliche Vorwürfe sehr ernst.“ Der Konzern hatte Ende Oktober Kontakt zu dem Lieferanten aufgenommen und um eine Stellungnahme gebeten. Gleichzeitig seien interne Prozesse angestoßen worden, um die Vorwürfe zu überprüfen. Aus den Ergebnissen würden sich dann die nächsten Schritte ergeben, hieß es. Nun weist der Konzern die Vorwürfe zurück: Der Lieferant sei überprüft worden – ohne Auffälligkeiten.

UnternehmenLidl Stiftung & Co. KG
HauptsitzNeckarsulm/Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronn)
Gründung1973
Umsatz100,8 Milliarden Euro (2021)

Nach Tierquälerei-Vorwürfen: Lidl äußert sich zu Anschuldigungen 

Erstmeldung vom 26. Oktober: Erst vor kurzem sorgte in der Region Schwäbisch Hall ein Tierquälerei-Vorwurf für Aufsehen. Nun trifft es auch den Lebensmittelkonzern Lidl. Dieser reagiert auf die erst kürzlich veröffentlichten Anschuldigungen. Das Unternehmen nehme diese ernst, eine Prüfung der Situation sei bereits veranlasst worden.

Dem Konzern mit Sitz in Bad Wimpfen im Landkreis Heilbronn wird vorgeworfen, er würde Produkte eines Zulieferers an Kunden verkaufen, die das Fleisch von gequälten Hühnern enthalten. Diese hätten zuvor unter katastrophalen Bedingungen leben müssen, wie die Tierschutzorganisation Albert Schweitzer Stiftung in einer Mitteilung mitteilte. Außerdem wurde Lidl darin dazu aufgefordert, Verantwortung für die Zustände bei einem Lieferanten aus Niedersachsen zu übernehmen.

Auch Focus Online berichtete über die vorgeworfene Tierquälerei bei Lidl. Demnach gäbe es auch Videos aus dem Sommer 2022, die mittels verdeckter Ermittlungen Masthühner in überfüllten Ställen zeigen. Diese würden vor sich „hinvegetieren“ und hätten Probleme, „sich auf den Beinen zu halten“. Laut der Tierschutzorganisation drücke sich Lidl vor richtigem Tierschutz, während sich Konkurrent Aldi bereits zu mehr Tierschutz in der Hühnermast verpflichtet habe.

Nach Tierquälerei-Vorwürfen: Lidl nimmt Vorwürfe sehr ernst

Auf Anfrage von echo24.de äußert sich nun der Lebensmittelkonzern aus Bad Wimpfen zu den Anschuldigungen. In einer Mitteilung heißt es: „Lidl spricht sich in aller Deutlichkeit gegen Tierquälerei aus. Wir nehmen jegliche Vorwürfe sehr ernst.“ Um diesen nachzugehen, habe der Konzern bereits Kontakt zu dem Lieferanten aufgenommen und um eine Stellungnahme gebeten. Gleichzeitig seien interne Prozesse angestoßen worden, die die Situation überprüfen und abklären sollen. Aus den Ergebnissen würden sich dann die nächsten Schritte ergeben.

„Lidl setzt sich seit Jahren für die Weiterentwicklung von Tierwohlstandards ein und wird dies auch weiterhin tun“, versichert der Konzern gegenüber echo24.de außerdem. Dabei ist dem Konzern auch bewusst, dass es sich beim Thema „Tierwohl“ um ein Kernthema politischer und gesellschaftlicher Debatten handelt, die die Zukunft der Landwirtschaft betreffen. „Diese Diskussionen unterstützen wir aktiv“, heißt es weiterhin in der Mitteilung.

Lidl plant mit langfristiger Verbesserung des Fleischangebots

„Unser gesamtes Frischgeflügelsortiment ist mindestens auf Haltungsform 2 umgestellt und entspricht damit mindestens den Kriterien der Initiative Tierwohl.“ Darüber hinaus würde Schritt für Schritt daran gearbeitet werden, den Kunden vermehrt Produkte aus verbesserten Tierhaltungsstandards anzubieten. Diese könnten dann beispielsweise mit dem EU-Bio-Siegel gekennzeichnet sein. Langfristig soll das Frischgeflügel zudem vollständig auf die Haltungsstufen 3 und 4 umgestellt werden.

Der Konzern betont außerdem: „Wir sehen ausdrücklich auch die Notwendigkeit einer Transformation der Nutztierhaltung und werden daher weiter intensiv daran arbeiten, unser Sortiment in Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Lieferanten entlang der gesamten Lieferkette und mit Blick auf die nationalen Kundenbedürfnisse tierwohlgerechter zu gestalten. [...] Vor diesem Hintergrund prüfen wir mit unseren Partnern weitere Verbesserungsmöglichkeiten in der Nutztierhaltung.“

Das ebenfalls zur Schwarz-Gruppe gehörende Kaufland veröffentlichte zudem am Dienstag eine Pressemitteilung. Darin geht es auch um das Thema Masthühner. Demnach sollen Geflügelprodukte der Tiefkühl-Eigenmarke mit Stufen der Haltungsform gekennzeichnet werden. Vollständige Transparenz und eine langfristige Verbesserung des Tierwohls seien ein wichtiges Anliegen, heißt es.

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