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Tankrabatt für Benzin und Diesel: ADAC warnt vor großem Ansturm auf Tankstellen und gibt Tipps

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Am 01. Juni soll der Tankrabatt im Zuge des von der Bundesregierung geplanten Entlastungspakets kommen. Der ADAC warnt daher vor einer Überlastung der Tankstellen.

Kassel – Die Benzinpreise an den Tankstellen sind wegen des Ukraine-Konflikts enorm gestiegen, das Öl-Embargo der EU gegen Russland verbessert die Lage nicht gerade. Der von der Bundesregierung geplante Tankrabatt soll Verbrauchern und Unternehmern dabei helfen, die gestiegenen Energiekosten zu bewältigen – ebenso das 9-Euro-Ticket für den Regionalverkehr. Demnach soll am 1. Juni das Benzin durch eine gesenkte Energiesteuer günstiger werden.

So könnte Diesel um etwa 17 Cent, Benzin um etwa 36 Prozent pro Liter günstiger werden. Was für Verbraucher gut klingt, lässt bei anderen aber einige Befürchtungen aufkommen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck warnte beispielsweise, dass das Benzin wegen des Öl-Embargos zeitweise knapp werden könnte. Duraid El Obeid, Vorsitzender des Bundesverbandes Freier Tankstellen, äußerte Bedenken wegen des Tankrabattes.

Tankrabatt startet ab 1. Juni: ADAC warnt vor langen Warteschlangen an den Tankstellen

Er fürchtet einen Ansturm historischen Ausmaßes auf deutsche Tankstellen ab 01. Juni. Auch der ADAC äußerte nun Ähnliches gegenüber Business Insider. Demnach sollten sich Autofahrer Anfang Juni auf einen Ansturm an den Tankstellen einstellen. Eine lange Wartezeit, um überhaupt an die Zapfsäule zu kommen, müssten Autofahrer sehr wahrscheinlich in Kauf nehmen.

MonatSuper E10Diesel
April 2020117,1 Cent/Liter108,2 Cent/Liter
April 2021146,6 Cent/Liter130,9 Cent/Liter
April 2022197,0 Cent/Liter202,4 Cent/Liter
(Quelle: ADAC)

Der ADAC teilt auf seiner Internetseite mit, dass seit Beginn des Ukraine-Kriegs die Benzinpreise „eine regelrechte Achterbahnfahrt hingelegt“ hätten. So sei in der ersten Woche des Krieges, von Ende Februar bis Mitte März, Super E10 um rund 45 Cent pro Liter, Diesel um etwa 65 Cent teurer geworden. Das entspräche einer Preissteigerung von 23 Euro bei Super E10, 32 Euro bei Diesel, wenn 50 Liter getankt werden. Seitdem hätten Benzin und Diesel bis Mitte April wieder rund die Hälfte ihres Zuwachses abgegeben. Im Jahresvergleich zeigt sich der Preis-Unterschied deutlich:

Die Benzin-Preise sollen wegen des Tankrabatts am 1. Juni wieder günstiger werden. Der ADAC warnt vor langen Warteschlangen an den Tankstellen.
Die Benzin-Preise sollen wegen des Tankrabatts am 1. Juni wieder günstiger werden. Der ADAC warnt vor langen Warteschlangen an den Tankstellen. © Swen Pförtner/dpa

Ansturm auf Tankstellen: Der ADAC rät, nicht mit leerem Tank zu fahren

Laut Informationen des ADAC kostet ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt aktuell 2,036 Euro (Stand: 11. Mai). 3,4 Cent mehr als in der Vorwoche. Wer Diesel tanken muss, kann ein wenig aufatmen: Für einen Liter müssen Autofahrer derzeit durchschnittlich 2,049 Euro bezahlen – 2,6 Cent weniger als vor einer Woche.

Ein Sprecher des ADAC rät Business Insider zufolge, vor dem 01. Juni noch einmal zu tanken. „Man sollte vorsichtshalber ausreichend Rest-Kraftstoff im Tank behalten und nicht mit ‚dem letzten Tropfen‘ unterwegs sein“, heißt es. Der ADAC gehe derzeit nicht davon aus, dass Benzin noch teurer werden könnte – anders als El Obeid, der fürchtet, dass längere Transportwege zu einer Erhöhung der Spritpreise führen könnte. Welche wirtschaftlichen Auswirkungen der Ukraine-Krieg allerdings noch mit sich bringt, sei laut ADAC nicht absehbar. (Natascha Terjung)

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