Meist fällt es in der Apotheke auf

Polizei-Zugriff: Mehrere gefälschte Impfpässe in Stuttgart und Raum Ludwigsburg entdeckt

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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In Stuttgart und im Landkreis Ludwigsburg hat die Polizei reagiert. Mehrere Wohnungen wurden durchsucht – und dabei nicht nur falsche Dokumente gefunden.

Noch ist es nicht überstanden, die Diskussionen über eine Impfpflicht in Baden-Württemberg sind noch nicht abgeschlossen und auch die aktuellen Corona-Zahlen des Landes sehen noch nicht nach Pandemie-Ende aus. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, greifen immer häufiger zu gefälschten Papieren, um mit diesen in Apotheken an den digitalen Impfnachweis zu kommen, der mehr Freiheiten mit sich bringt. Jetzt hat in Stuttgart und im Landkreis Ludwigsburg die Polizei heftig reagiert.

Stuttgart/Ludwigsburg: Polizei findet falsche Impfpässen – und gleich noch etwas ganz anderes

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, gab es zwölf Wohnungsdurchsuchungen. Meist sind es die Apotheker, die die Polizei rufen, wenn ihnen verdächtig wirkende Impfpässe auf den Tresen gelegt werden. Auch in Stuttgart war dies in den vergangenen Tagen wieder vermehrt der Fall.

„Bei den Durchsuchungen wurden neun gefälschte Impfpässe sowie sechs digitale Impfzertifikate entdeckt. Ein 40-jähriger Mann hatte zudem mehrere Gramm Marihuana, verschreibungspflichtige Medikamente, Rezepte, die offenbar gefälscht waren und einen Rezeptblock zuhause. Die Polizei wertet nun die Beweismittel aus“, heißt es im Bericht.

„EG Booster“ heißt die Ermittlungsgruppe der Polizei, die eigens für den Zweck gegründet wurde, das Treiben mit den gefälschten Impfnachweisen in den Griff zu bekommen. Ob man nun von Erfolg sprechen kann, weil es bereits Ermittlungen in 350 fällen gegen 300 Tatverdächtige gibt? 30 Wohnungen haben die Beamten bereits durchsucht.

Ist durch die gefälschten Impfnachweise ein neuer „Markt“ der Kriminalität entstanden? Eher nicht, denn die meisten wollten demnach nur ein falsches Zertifikat für sich selbst. Laut Polizei gibt es aber auch ein paar wenige Verdächtige, die vorhatten, mit Nachweisen zu handeln.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul / dpa