Wer einen Sturmschaden am Auto hat muss die richtige Versicherung haben

Sturmtief „Ignatz“ wütete: Wer kommt für die Schäden am Auto auf?

  • Dominik Jahn
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Sturmschäden am Auto: Aber nicht immer kommt eine Versicherung dafür auf. Bäume, Äste, Dachziegel können Fahrzeuge beschädigen. 

Immer wieder kommt es zu heftigen Stürmen in Deutschland. Zuletzt fegte Sturmtief „Ignatz“ mit bis zu 150 Kilometern pro Stunde übers Land. Wie echo24.de berichtet kam es in Baden-Württemberg zu zahlreichen Unfällen. Gerade im Straßenverkehr haben starke Böen einige Schäden hinterlassen. Doch was kann man tun, wenn das eigene Auto einen Sturmschaden hat?

Nicht für alle Sturmschäden am Auto kommt automatisch eine Versicherung auf. Und wenn ja, an welche Versicherung muss man sich bei welchem Schaden wenden? Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat sich diesem Thema angenommen.

Sturmschäden am Auto durch Bäume und Äste: Diese Versicherung greift

Kommt es demnach am Auto „durch herabstürzende Bäume, Äste oder andere Gegenstände während eines Sturms“ (ab einer Windstärke 8) zu einem Schaden, dann greift die Teilkaskoversicherung - sofern dies vertraglich vereinbart ist, kommt es auch zu einer Selbstbeteiligung. Eine Rückstufung des Schadenfreiheitsrabattes gibt es aber nicht.

Schadenfreiheitsrabatt

Der Schadenfreiheitsrabatt ist ein Begriff aus der KFZ-Versicherung. Hier kommt in den Versicherungssparten KFZ-Haftpflichtversicherung und in der Vollkaskoversicherung ein Schadenfreiheitsrabattsystem Anwendung. Die jeweiligen Schadenfreiheitsklassen sind dabei mit Beitragssätzen hinterlegt. Dieser Beitrag hat sich seit der Deregulierung im Jahre 1994 unterschiedlich entwickelt.

Die Schadenfreiheitsklasse ergibt sich aus dem Schadenverlauf, also den bisher verursachten Autounfällen. Wer lange ohne Unfall fährt, kommt in die nächstbessere Schadenfreiheitsklasse. Wer einen Unfall hatte, kann eine Rückstufung in eine schlechtere Klasse bekommen. Je nachdem in welcher Schadenfreiheitsklasse man ist, gewährt eine Kfz-Versicherung eine Ermäßigung - den Schadenfreiheitsrabatt. 

Sollte es durch den Sturm auf der Fahrbahn zu einem Unfall mit einem umgestürzten Baum kommen oder mit Ästen, dann ist der entstandene Schaden in Regel von der Vollkaskoversicherung abgedeckt. Auch hier kommt es zu einer möglichen vertraglich festgelegten Selbstbeteiligung. Und in diesem Fall wird auch der Schadenfreiheitsrabatt zurückgestuft.

Dachziegel oder Blumentopf: Unterschiedliche Versicherungsfälle beim Sturmschaden

Wer mit seinem Auto während des Sturms die Bekanntschaft mit einem Dachziegel oder einem umherfliegenden Blumentopf macht, muss einiges beachten. Trifft ein Dachziegel das Fahrzeug, dann kann der Schadenersatz laut ADAC nur vom „Hauseigentümer verlangt werden, wenn dieser die sogenannte Verkehrssicherungspflicht verletzt hat“. Das trifft zu, wenn die sogenannten Kontrollpflichten verletzt wurden - eine regelmäßige Dachbegehung.

Beim Blumentopf sieht es etwas anders aus. Hier kann der Mieter oder Hausbewohner für den Schaden am Auto in Haftung genommen werden. Wichtig: Sofern dieser eine Privathaftpflichtversicherung hat, können die anfallenden Ansprüche wegen der Beschädigung des Fahrzeugs dort gemeldet werden.

Sturmschaden durch Baugerüst: So ist die Sachlage

Ziemlich eindeutig bleibt laut dem Bericht die Sachlage bei umherfliegenden und umherfallenden Mülltonnen. Wurden die Tonnen nicht ordnungsgemäß gesichert oder eben „nicht unverzüglich nach der Leerung zurückgestellt, haftet der Hauseigentümer beziehungsweise dessen Haftpflichtversicherung“.

Richtig gefährlich wird es oft durch umstürzende Baugerüste. Neben einem möglichen Personenschaden, ist der entstandene Sturmschaden am Auto meist enorm. Darum gilt: „Der Aufsteller des Baugerüsts muss beweisen, dass er alle möglichen Maßnahmen ergriffen hat, um die Gefahr eines Einsturzes zu beseitigen. Kann er das nicht nachweisen, kommt im Regelfall die Versicherung des Gerüstbauers für Schäden auf“.

Mobile Verkehrsschilder als Gefahr bei Stürmen - wer zahlt den Schaden?

Mobile Verkehrsschilder gehören durch Baustellen zum Alltag im Straßenverkehr. Und auch sie können - wie bei Sturmtief „Ignatz“ - zu ordentlichen Sturmschäden an Autos führen. Die Schadenersatzansprüche sind dann gegen den Aufsteller des Schilds geltend zu machen - wenn: „Dies gilt, wenn der Aufsteller seine Verkehrssicherungs-pflicht verletzt hat, weil er zum Beispiel nicht für eine größere Standfläche oder eine größere Beschwerung bei drohendem Sturm gesorgt hat“. Auch bei Unwettern wird oft die Frage gestellt, welche Versicherung übernimmt.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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