Lebensmittel für den Notfall

Einkaufen für den Ernstfall: Das solltet ihr immer auf Vorrat haben

  • Lisa Klein
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Katastrophen können jederzeit passieren und jeden treffen. Einige Lebensmittel und Produkte sollte deshalb jeder auf Vorrat haben – ein Überblick.

Auch wenn man eigentlich gar nicht daran denken möchte: Katastrophen aller Art können jederzeit passieren und uns alle treffen. Die Flutkatastrophe im vergangenen Sommer sowie der Angriffskrieg, den Putin gegen die Ukraine führt, zeigen das schmerzlich. Umso wichtiger ist es, für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Allein Überschwemmungen, Stürme, Brände oder starke Schneefälle können dafür sorgen, dass für mehrere Stunden oder sogar Tage die Strom- und Wasserversorgung mal nicht funktioniert oder Straßen unpassierbar werden. Aber auch, wer von einem Moment auf den anderen in Quarantäne muss, hat vorerst nicht mehr die Möglichkeit, einkaufen zu gehen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat einen Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen veröffentlicht. Darin ist auch enthalten, welche Lebensmittel und Produkte im Katastrophenfall überlebenswichtig und am nützlichsten sind. echo24.de hat zusammengefasst, was auf die Einkaufsliste für einen Notfallvorrat gehört.

Einkaufen für den Katastrophenfall: Getränke auf Vorrat sind am wichtigsten

Generell empfiehlt das BBK einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränke für zehn Tage im Haus zu haben. „Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit“, schreibt das BBK. Es ist also primär wichtiger Trinken auf Vorrat zu haben als Essen. „Halten Sie pro Person ca. 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig“, lautet die Empfehlung. Also zwei Liter für jeden pro Tag. Geeignet sind Mineralwasser, Fruchtsäfte und länger lagerfähige Getränke.

Bei den Lebensmitteln sollte vor allem darauf geachtet werden, dass diese auch ohne Kühlung längerfristig gelagert sowie kalt gegessen werden können, falls es zu einem Stromausfall kommt. Trockene Lebensmittel, Essen aus der Dose oder Eingemachtes aus dem Glas eignen sich am besten.

Einkaufen für den Katastrophenfall: Diese Lebensmittel dürfen nicht fehlen

Das BBK hat eine „persönliche Checkliste“ veröffentlicht. In einer Beispiel-Übersicht ist gelistet, welche Vorratsmengen von welcher Lebensmittelgruppe den Grundbedarf für eine Person zehn Tage lang deckt. Hier ein Auszug davon:

  • Getränke: 2 Liter pro Tag und Person = 20 Liter für 10 Tage
  • Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis: 3,5 Kilogramm für 10 Tage
  • Gemüse, Hülsenfrüchte: 4,0 Kilogramm
  • Obst, Nüsse: 2,4 Kilogramm
  • Milch, Milchprodukte: 2,5 Kilogramm
  • Fisch, Fleisch, Eier, Volleipulver: 1,5 Kilogramm (nur begrenzt lagerfähig)
  • Sonstiges: Jodsalz, Fertiggerichte, Trockenprodukte, Dosenessen, Zucker, Mehl, Marmelade, Schokolade, Instantbrühe

Damit der Lebensmitteleinkauf nicht zu teuer wird, hat echo24.de 7 Tipps zusammengefasst, wie beim Einkauf gespart werden kann.

Lebensmittel für den Katastrophenfall: Lagerung und weitere Tipps

Die Lebensmittel sollten kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden – also am besten im Keller oder einer Vorratskammer. Wer sich einen Vorrat an Essen angelegt hat, sollte regelmäßig das Haltbarkeitsdatum prüfen, gegebenenfalls Vorräte aufbrauchen und gegen neue austauschen. Das BBK empfiehlt außerdem, ältere Lebensmittel nach vorne und neue nach hinten ins Regal zu stellen. So werden ältere Vorräte zuerst aufgebraucht.

Übrigens: Laut dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zählen tiefgekühlt Lebensmittel auch zum Notvorrat. Sie lassen sich bei einem Stromausfall problemlos verbrauchen, sollten allerdings nicht noch mal eingefroren werden. Am besten ist es nur so viel einzufrieren, wie innerhalb von wenigen Tagen nach einem längeren Stromausfall auch wirklich gegessen werden kann, bevor die Lebensmittel verderben.

Einkaufen für den Notfall: Nahrung für Babys und Haustiere nicht vergessen

Das BBK weist außerdem darauf hin, bei der Vorratshaltung auf Spezialkost für Diabetiker, Allergiker und Babys – je nach Bedarf – zu achten. Auch Haustiere sollten nicht vergessen werden. Dosenfutter und Trockenfutter für Tiere sind in der Regel lange haltbar, es schadet also nicht, etwas mehr im Haus zu haben.

Wer auch im Notfall nicht auf eine warme Mahlzeit verzichten möchte, sollte sich einen Campingkocher zulegen und eine Gasflasche im Keller stehen haben. So kann jederzeit gekocht werden, ohne auf funktionierende Gas- und Stromversorgung im Haus angewiesen zu sein.

Wichtige Produkte für den Katastrophenfall – was neben Lebensmitteln nicht fehlen sollte

Aber nicht nur Essen und Trinken sind wichtig – sondern auch Hygiene. Es schadet nicht, einen größeren Kanister mit sterilisierten Wasser im Haus zu haben. An diesem kann sich im Notfall, wenn die Wasserversorgung unterbrochen ist, bedient werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt außerdem, Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Feuchttücher und Toilettenpapier vorrätig zu halten. Allerdings sind diese Produkte meistens sowieso vorrätig im Haus.

Weitere wichtige Produkte sind Handdesinfektionsmittel, Müllbeutel, Einweggeschirr/-besteck, Wassereimer, eine Campingtoilette, Kerzen, eine Taschenlampe und Batterien. Sie sind zwar nicht zwingend überlebensnotwendig, können allerdings in puncto Hygiene einiges erleichtern. Allgemein hat das Bundesamt noch zahlreiche weitere Tipps für den Notfall parat – beispielsweise, was in der Hausapotheke im Notfall nicht fehlen darf. Der Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituation kann auf der Website des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe heruntergeladen werden. Dort ist auch die persönliche Checkliste als Download zu finden.

Rubriklistenbild: © Olena Mykhaylova/dpa