1. echo24
  2. Leben
  3. Verbraucher

Streuen bei Eis und Glätte – was ist erlaubt und was ist verboten?

Erstellt:

Von: Kathrin Kuna

Kommentare

Im Winter fallen die Temperaturen oft in den Minusbereich. Für die Arbeit draußen sollte man sich mit vielen Bekleidungsschichten anziehen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Was manchen lästig ist, ist dennoch Pflicht: Gehwege müssen bei Schneefall von Eigentümern oder Mietern geräumt und gestreut werden. © Kay Nietfeld/dpa

Bei Schnee, Eis und Glätte hat nicht nur der Winterdienst alle Hände voll zu tun. Auch Eigentümer und Mieter sind dazu verpflichtet, Gehwege von Schnee zu räumen. Doch nicht jedes Streugut ist erlaubt.

Sobald die ersten Schneeflocken vom Himmel fallen und die Städte in Weiß gehüllt sind, kommen bei vielen winterliche Gefühle auf. Doch das Winter-Wetter hält auch so einige Schwierigkeiten parat. Vor allem die Glätte kann schnell gefährlich werden. Sollten Passanten auf dem Gehweg stürzen, kann es für die Eigentümer oder Mieter teuer werden.

Streugut verhindert Rutschgefahr: Aber nicht jedes Mittel ist erlaubt

Dass Gehwege im Winter möglichst sicher und rutschfrei zu halten sind, ist durch die Räum- und Streupflicht geregelt. Das Umweltbundesamt empfiehlt: „Befreien Sie den Gehweg möglichst schnell mit Schippe oder Besen vom Schnee.“ Wer seine Pflichten als Eigentümer oder Mieter ohne viel Zeit zu verlieren erledigt, der vermeidet es auch, auf Streugut zurückgreifen zu müssen.

Doch an manchen Tagen hilft alles Schnee-Schippen einfach nicht. Dann müssen härtere Mittel her. Doch welches Streugut ist eigentlich erlaubt und was sollte man besser nicht verwenden?

Generell ist zwischen auftauenden und abstumpfenden Streumitteln zu unterscheiden. Während Ersteres dazu beiträgt, dass das Eis schmilzt, dient das abstumpfende Streugut dazu, die glatte Oberfläche mit rutschfestem Material zu bedecken.

Achtung verboten: Streusalz ist in der Regel nicht für Privatpersonen zugelassen

Während das Streusalz in erster Linie vom Winterdienst zum Räumen der schneebedeckten Straßen eingesetzt wird, ist das Mittel für Privatpersonen in der Regel nicht erlaubt. Das liegt an den umweltschädlichen Auswirkungen des Salzes. So teilt das Umweltbundesamt mit: „Streusalz ist für Bäume und andere Pflanzen, Tiere, Gewässer, Fahrzeuge und Bauwerke (insbesondere Beton) sehr schädlich.“ Es könne Pflanzen, die am Straßenrand wachsen, schädigen und bei direktem Kontakt sogar verätzen.

Streusalz
Der Winterdienst greift gerne auf Streusalz zurück, für Privatpersonen ist das Streugut in der Regel aber nicht erlaubt. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Außerdem versickere das Streusalz mit dem Schmelzwasser im Boden und könne sich dort über viele Jahre anreichern. Ein hoher Salzgehalt sei schädlich, da Pflanzen Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen könnten. In Heilbronn ist die Verwendung von Streusalz daher nur in Ausnahmefällen zulässig, „bei besonders begründeten klimatischen Verhältnissen (z. B. Eisregen) oder an besonders gefährlichen Stellen“, so die Räum- und Streupflicht der Stadt.

Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz: Kies und Splitt als Streugut

Um der Umwelt einen Gefallen zu tun, heißt es also, sich nach verträglichen Alternativen umzuschauen. Nachhaltiger geht es mit Kies und Splitt. Diese sollten nach dem Schneeräumen auf dem Gehweg verteilt werden, um so den optimalen Rutsch-Schutz zu bieten. Besonders gut eignen sich rundkörnige Granulate als Streugut. Sie bleiben nicht so leicht in den Schuhsohlen stecken und sind auch für Tierpfoten deutlich angenehmer als spitze Körner.

Mieter können unter bestimmten Voraussetzungen vom Vermieter zum Winterdienst verpflichtet werden. Eine bestimmte Klausel muss im Mietvertrag stehen. Foto: Ole Spata/dpa
Kies und Splitt sind umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz. © Ole Spata/dpa

Der Vorteil von Splitt und Kies liegt auch darin, dass das Streugut wiederverwendet werden kann – nach dem Auftauen des Schnees einfach wieder zusammenfegen und nach Bedarf erneut ausstreuen. Aber Achtung: Bei scharfkantigen Steinchen besteht die Gefahr, sich die Böden zu Hause zu zerkratzen.

Preisgünstig und beliebt: Sand als Streugut

Eine recht beliebtes Mittel, um Gehwege im Winter rutschfest zu machen, ist Sand. Schließlich ist es als Streugut preisgünstig zu erwerben. Im Gegensatz zu Splitt und Kies ist Sand aber wesentlich feiner, muss also je nach Wetterlage öfter nachgestreut werden. Außerdem wird es leichter in den Schnee eingedrückt und verliert damit schneller seine rutschhemmende Wirkung. Nach dem Zusammenfegen kann es ebenfalls wieder verwendet werden.

Nimmt Feuchtigkeit auf: Lava-Granulat eignet sich gut als Streumittel

Besonders gut als Streugut gegen Glatteis eignet sich Lava-Granulat. Ebenso wie Splitt und Kies hat es keine schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt. Das Granulat bietet außerdem einen sicheren Halt und hat einen weiteren Effekt: Das poröse Material nimmt Feuchtigkeit auf und senkt die Rutschgefahr dadurch noch mehr. Durch seine abgerundeten Ecken ist es außerdem schonender für Tierpfoten als so mancher Splitt.

Nicht in allen Gemeinden als Streugut anerkannt: Sägespäne und Tannenzweige

Wer auf der Suche nach nachwachsenden Ressourcen als Streugut ist, ist mit Sägespänen und Tannenzweigen gut beraten. Beides kann nach dem Auftauen leicht eingesammelt und anschließend kompostiert werden. Dennoch haben die Mittel so ihre Tücken. Sägespäne saugen sich beispielsweise schnell mit Wasser voll und bieten dann keine Rutschfestigkeit mehr.

Sägespäne
Sägespäne eignen sich durchaus auch als Streugut. © YAY Images/Imago

Tannenzweige sollten vorher zurechtgeschnitten und abzweigende Äste entfernt werden, um sich keine Stolperfallen vor der Haustüre aufzustellen. Sowohl für Sägespäne als auch für Tannenzweige gilt: Nicht in jeder Gemeinde sind sie als Streugut anerkannt. Das bedeutet, dass man dann trotz Streuen bei einem Unfall für den Schaden aufkommen muss.

Nur mit Vorsicht zu genießen: Asche als Streugut

Eine weitere Alternative zu Streusalz ist Asche. Hierbei sollte darauf geachtet werden, nur Holzasche zu nutzen, denn in Kohleasche können sich Schadstoffe befinden, die schlecht für die Umwelt sind. Da Asche sehr fein ist, wird sie recht schnell in den Schnee eingetreten, häufiges Nachstreuen kann dadurch notwendig werden. Einen Störfaktor hat das Streugut auch dadurch, dass es schmutzige Wege und Schuhe hinterlässt.

Auch interessant

Kommentare