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Häufige Heiz-Fehler vermeiden und sparen – Verbraucherzentrale gibt Tipps

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Von: Michaela Ebert

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Beim Heizen können Verbraucher zwar eine Menge Energie sparen, aber auch durchaus bei falscher Handhabung Schaden anrichten. Die Verbraucherzentrale Baden-Württembergs kann dabei helfen.

Vielen droht im kommenden Winter womöglich eine hohe Heizkostenabrechnung. Bei den aktuellen Energiepreisen hilft dabei wohl vor allem eines: Die Heizung runterdrehen. Einige stellen sich daher schon jetzt auf eine geringere Raumtemperatur ein. Doch damit können auch Schäden für Gesundheit und Gebäude entstehen. Was es beim Heizen zu beachten gibt, verrät die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Warum es nicht unbedingt eine gute Idee ist, einfach die Heizung auszulassen und sich einfach mit ein paar Kleiderschichten mehr einzudecken, berichtete echo24.de bereits. Menschen und auch Gebäude können von einer zu niedrigen Raumtemperatur durchaus Schaden nehmen. Welche Tipps man beim Heizen beachten sollte, erklärt Tina Götsch, Energieberaterin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, dem SWR.

Beim Heizen auf die richtige Raumtemperatur achten: Schimmel breitet sich in kalter Luft aus

In erster Linie besteht in zu kalten Räumen vor allem die Gefahr von Schimmelbildung. Durch die kalte Luft könne sich der gefährliche Pilz oftmals schon sehr schnell in den Wänden ausbreiten. Besonders in Kombination mit Feuchtigkeit sei das gefährlich. Schon die kleinsten Dreckkrümel, wie etwa ein paar Fussel, könnten dann als Nährboden ausreichen. Und „Nährboden haben wir eigentlich in einer Ecke fast alle“, versichert Götsch. Selbst in der saubersten Wohnung könne dies kaum verhindert werden.

Wie also schon erwähnt, kann auch die Feuchtigkeit einen gefährlichen Faktor für die Gesundheit darstellen. Denn: Um den unbeheizten Raum nicht noch mehr auskühlen zu lassen, verzichten viele Menschen darauf, auch richtig durchzulüften – doch genau dort liegt ein gefährlicher Trugschluss. Beim Lüften kommt nämlich nicht nur frische Luft rein, sondern eben auch die verbrauchte Luft mitsamt Feuchtigkeit aus den Wohnräumen raus.

Richtiges Lüften sorgt für gesundes Raumklima

Die Energieberaterin hat dazu aber einen simplen Trick auf Lager. Das Zauberwort heißt: Stoßlüften. Zehn Minuten sei eine optimale Dauer. Dass die warme Luft dabei komplett entweicht, ist zwar klar, aber eben auch „Sinn und Zweck des Ganzen“. Immerhin würden dabei – anders als beispielsweise mit gekippten Fenstern – die Wände nicht vollständig auskühlen. „Das heißt, ihre Wände haben immer noch die gleiche Temperatur, und Sie haben dann die Luft relativ schnell wieder aufgewärmt.“ Zudem berichtet echo24.de bereits über weitere Tipps, wie trotz warmer Wohnung gespart werden kann.

Das alles gilt jedoch nicht nur, wenn sich die Bewohner gerade zu Hause aufhalten – auch beim Verlassen der Wohnung sollte man so einiges beachten. Die Heizung komplett auszustellen, wäre dann beispielsweise aus Sicht der Energieberaterin ein Fehler. Stattdessen empfiehlt sie, eine gewisse Grundtemperatur in den Räumen aufrechtzuerhalten und auch in den weniger benutzten Räumen nicht unter 18 Grad zu kommen.

Vorsicht beim Sparen: Zu kaltes Wasser kann die Gesundheit gefährden

Denn gerade in dauerhaft kalten Räumen würde es viel länger dauern, bis sich die Wände wieder aufheizen würden – und somit würde auch der Energieverbrauch wieder ansteigen. Hilfreich könnte es zum Beispiel auch sein, moderne Thermostate in bestimmten Räumen einzusetzen. Diese können dann die Heizung, wie etwa im Bad, planmäßig ansteuern. Selbst für die knallharten Energiesparer und Kaltduscher wird der Morgen damit etwas erträglicher.

Generell gilt für die ambitionierten Kaltduscher aber auch: Vorsicht bei einer zu geringen Wassertemperatur. Vom Absenken der Wassertemperatur in Häusern und Wohnungen rät die Energieberaterin nämlich ab. Das betrifft in erster Linie allerdings nur das Wasser, dass durch die Leitungen bis zum Hahn oder eben zum Duschkopf geleitet wird, denn genau hier können sich unterhalb von 60 Grad sogenannte Legionellen bilden.

Dabei handelt es sich um im Wasser lebende Bakterien, die über Aerosole, wie sie etwa beim Duschen entstehen, vom Menschen eingeatmet werden können. Durch den Kontakt mit den Schleimhäuten in der Lunge können dann gefährliche Lungenentzündungen die Folge sein. Wie gefährlich diese sein können, zeigten bereits mehrere Todesfälle im Kreis Heilbronn im Jahr 2021.

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