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Wenn die Abkühlung zur Lebensgefahr wird: Verhaltenstipps bei Strömung

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Von: Franziska Vystrcil

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DLRG bei der Rettung
Wenn die Abkühlung zur Lebensgefahr wird – bei Strömung unbedingt in Kurven schwimmen. © Roland Weihrauch/dpa

Die Hitze zieht die Menschen ins Wasser. So schön die Abkühlung in Seen und Flüssen auch ist, es lauern Gefahren. So verhält man sich richtig, wenn die Strömungen zu stark werden.

Vergangenes Jahr gab es 299 Badetote in Deutschland. 2022 könnte diese traurige Zahl übertroffen werden. Von Januar bis Juli vermeldete die DLRG 190 Ertrunkene. Das sind 15 Opfer mehr, als im gleichen Zeitraum 2021. Als Grund des Anstiegs nennt die DLRG unter anderem das diesjährige gute Wetter in Deutschland. Warme Temperaturen und viel Sonnenschein lockten bereits im Mai die ersten Badegäste an Seen und Flüsse. Viele unterschätzen jedoch, wie kalt das Wasser noch immer war, berichtet BW24. 30 Frauen, Männer und Kinder ertranken allein im Mai - im Jahr zuvor waren es noch elf Tote.

Wie die DLRG weiter berichtet, ertranken dieses Jahr rund 90 Prozent der Opfer in Freigewässern wie Flüssen und Seen. Gefährliche Strömungen sind selbst für geübte Schwimmer nicht immer sofort erkennbar. Viele Flüsse und Badeseen können zur Todesfalle werden. Doch wie verhält man sich, wenn man im Wasser in Not gerät?

Strömende Gewässer werden oftmals unterschätzt – Achtung vor Wirbeln im Wasser

So schön der Sommer sein kann - er birgt auch Gefahren. Neben starker UV-Strahlung, vor der man sich mit den richtigen Sonnencremes schützen sollte, kann auch der Badespaß ein böses Ende nehmen. Vor allem die Kraft von strömenden Gewässer, wie etwa Flüssen, wird oftmals unterschätzt, warnt die DLRG. Nicht nur die Gewässer selbst, auch darin befindliche Brückenpfeiler, Felsen, Büsche oder Bäume im Wasser können zur Gefahrenquelle werden. Denn um diese können sich gefährliche und tückische Wirbel bilden. Gerät man in einen solchen, kann man sogar unter Wasser gedrückt werden. Ein eigenständiges Entkommen ohne fremde Hilfe ist in solchen Situationen meist nicht möglich.

Ist Wasser in Bewegung, entstehen viele einzelne Strömungen. Treffen solche Strömungen aufeinander, bilden sich Wirbel. Die senkrecht zur Wasseroberfläche verlaufenden Wassersäulen kann man sich in etwa wie Tornados unter Wasser vorstellen. Reichen die Wirbel nicht bis auf den Grund, können sich Schwimmer einfach darin treiben lassen, bis sich die Wirkung des Wasserwirbels von allein verliert.

Reicht solch ein Wirbel jedoch bis auf den Grund, ist die Gefahr weitaus größer. In solchen Wirbeln gerät das Wasser in kreisende Bewegungen und wird im Zentrum nach unten gezogen - und mit ihnen die Schwimmer. Die größte Chance, sich aus solch einem Wirbel zu befreien, hat man, indem man am Grunde des Wirbels seitlich wegtaucht. Glücklicherweise werden viele Badeseen, etwa in Baden-Württemberg, von Bademeistern und Rettungsschwimmern überwacht. Diese zehn Badeseen im Südwesten sollte man kennen.

Wenn die Strömung zu stark wird: Ruhe bewahren und treiben lassen

Wird man in einem Fluss von einer Strömung mitgerissen und vom Ufer weggetragen, ist es äußerst kräftezehrend, dagegen anzuschwimmen. Und daher sollte man genau dies nicht tun. „Um Erschöpfung und Krämpfen vorzubeugen, lass dich besser mit der Strömung treiben und versuche, langsam – dabei schräg und gleichzeitig mit der Strömung – ans Ufer zu kommen“, rät die DLRG. Am effektivsten ist es daher, in Kurven zu schwimmen. Auch wenn dabei das Gefühl entstehen kann, man entferne sich weiter vom rettenden Ufer, ist diese Methode die sicherste.

Schafft man es trotz aller Bemühungen nicht zurück an Land und spürt die nahende Erschöpfung, lässt man sich am besten auf dem Rücken und mit den Füßen und dem Blick nach vorne treiben. Stets durch Hilferufe und Winken auf sich aufmerksam machen. Und auch wenn es leichter gesagt, als getan ist: Immer Ruhe bewahren.

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