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Kartellamt entscheidet: Schwarz-Gruppe darf Deutschlands größte Nudelfabrik übernehmen

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Von: Michaela Ebert

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Für den Pasta-Genuss ist bei den Italienern gesorgt
Mit leeren Regalen in der Nudel-Abteilung wird LIDL und Kaufland in Zukunft wohl weniger zu kämpfen haben. © dpa

Erst eine Papierfabrik, dann eine Nuss-Fabrik und jetzt ein Nudel-Hersteller: Die Schwarz-Gruppe macht sich unabhängig und beugt mit der Übernahme möglichen Lieferengpässen bei Lidl und Co. vor.

Update vom 2. Dezember: Das Kartellamt hat entschieden: Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, darf den größten Nudelhersteller Deutschlands übernehmen: die Erfurter Teigwaren GmbH. Im selben Zuge hat auch der Discounter Aldi die Erlaubnis von der Wettbewerbsbehörde erhalten: Aldi Nord darf die Altmühltaler Mineralbrunnen GmbH und die Vitaqua GmbH erwerben.

„Wenn große Einzelhandelsketten Hersteller von Lebensmitteln übernehmen, stellt sich aus wettbewerblicher Sicht stets die Frage, ob eine Abschottung der Märkte zum Nachteil anderer Produzenten oder anderer Händler droht“, sagte der Präsident des Bundeskartellamtes Andreas Mundt, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Doch hätten die Prüfungen der Wettbewerbsbehörde ergeben, dass es auch nach den Übernahmen sowohl für Händler, als auch für Hersteller ausreichende Alternativen im Markt geben werde.

Die Erfurter Teigwaren GmbH ist mit einem Umsatz von rund 70 Millionen Euro der größte Hersteller von Handelsmarken für Nudeln in Deutschland. Für die Schwarz-Gruppe ist die Nudelproduktion jedoch ebenfalls bislang Neuland. Der zur Schwarz-Gruppe gehörende Discounter Lidl produziert für seine Eigenmarken nach Angaben des Branchenfachblatts „Lebensmittel Zeitung“ bereits Schokolade, Backwaren, Getränke, Eis, Nudeln und Kaffee. Aldi betreibt bereits Kaffeeröstereien.

Schwarz-Gruppe übernimmt größte Nudelfabrik Deutschlands

Update vom 27. September: Rund 100.000 Tonnen jährlich – so viele Nudeln werden in Erfurt produziert. Damit und mit den rund 170 Mitarbeitern gilt das Werk als der größte Nudelproduzent Deutschlands. Nun hat die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm die Nudelfabrik übernommen – und kommt der Unabhängigkeit damit noch einen Schritt näher.

Über den Preis, den die Schwarz-Gruppe an den Vorbesitzer gezahlt haben soll, wird jedoch bislang Stillschweigen bewahrt. Auch die Zustimmung des Kartellamtes soll noch ausstehen, wird jedoch im kommenden Oktober erwartet.

Ziel des Erwerbs sei es, zuverlässig die qualitativ hochwertigen Teigwaren-Produkte aus eigener Herstellung anbieten zu können. Das vor Ort bestehende Management-Team solle auch erhalten bleiben und die Schwarz-Gruppe mit seiner Expertise unterstützen.

Schwarz-Gruppe expandiert erneut und beugt so auch bei Lidl Lieferengpässen vor

Erstmeldung vom 26. September: Mit dem Kauf der Erfurter Teigwaren GmbH wird die Lidl-Mutter zu einem der größten Nudelproduzenten in Deutschland und setzt damit ihre Reihe fort: Papier, Nüsse und jetzt Nudeln. Allein in den vergangenen Wochen kauft die Schwarz-Gruppe drei Unternehmen auf. Davon profitiert nicht nur der Supermarkt-Riese, sondern auch dessen Kunden, denn: Leeren Regalen wird damit entgegengesteuert.

Vorteil für Lidl und Kaufland: Im April kauft die Schwarz-Gruppe Containerschiffe

Damals wurde die Schwarz-Gruppe dafür noch belächelt. Jetzt profitiert sie und ihre Unternehmenstöchter Lidl und Kaufland von dem Kauf im April: Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg haben gezeigt, wie schnell Lieferengpässe entstehen können. Um volle Regale zu sichern, ist die Schwarz-Gruppe diesen Weg gegangen. Somit wird verhindert, dass man auf Containerschiffe warten muss, Lieferketten brechen und man abhängig von deren Lieferzeiten ist.

So profitieren Lidl und Kaufland: Nudeln produziert Schwarz nun bald selbst

Mit dem Kauf der Erfurter Teigwaren GmbH macht sich die Lidl-Mutter damit zum größten Nudelproduzenten Deutschlands. Der größte Profiteur: Schwarz selbst, und damit auch die eigene Kundschaft. Die neue Produktionsstätte in Erfurt soll die Gruppe zuverlässig mit hochwertiger Pasta versorgen. Damit ist das Unternehmen klar im Vorteil gegenüber seiner Konkurrenz.

Weitere Engpässe schon vorhergesagt

Die Schwarz-Gruppe möchte gegen Lieferengpässe so schnell wie möglich vorsorgen, um der eigenen Kundschaft bei Lidl und Kaufland leere Regale weitestgehend zu ersparen. „In Erfurt wollen wir uns langfristig engagieren und freuen uns, einen so traditionsreichen und dennoch modernen Standort in unserer Unternehmensfamilie zu begrüßen“, sagte Jörg Aldenkott, Vorstandsvorsitzender der Schwarz Produktion in dem Bericht der LZ.

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