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Teurer Schulstart: Inflation trifft vor allem die Ärmsten – „trauriges Beispiel“

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Von: Jason Blaschke

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Am 12. September beginnt auch in Baden-Württemberg wieder die Schule. Und schon jetzt zeigt sich, dass es für die Familien ein teurer Schulstart wird.

Stuttgart – Faktoren wie die Folgen der Coronavirus-Pandemie, aber auch der Krieg in der Ukraine mit der Energiekrise befeuern die Preise für viele Alltags-Produkte in Deutschland. Mehr noch – auch Dinge wie Dienstleistungen oder Kraftstoffe sind deutlich teurer geworden. Fast schon einfacher ist es, die Dinge aufzulisten, die von Preisanpassungen seither verschont wurden. Jene 14 Produkte, die gerade richtig günstig sind, waren nicht leicht zu finden.

Preise für Schulprodukte explodieren: Statistiker benennen mögliche Ursache

Wie angespannt die Situation in Baden-Württemberg und ganz Deutschland noch immer ist, zeigt die Inflationsrate für Juni. Schon zum fünften Mal in Folge liegt diese mit 7,5 über der Marke von sieben Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) erst vor ein paar Wochen mitgeteilt hatte. „Der Euro wird die neue Lira“, textet ein Facebook-User zur 7,5-Prozent-Inflation, die längst auch die Kleinsten nicht mehr verschont, Stichwort: Schulstart.

Die Preise für Grundmaterialien wie Schulhefte oder Zeichenblöcke explodieren – die Inflation schlägt auch hier gnadenlos zu, wie ein neuer Destatis-Bericht offenlegt. Um stolze 13,6 Prozent sind die Preise für wichtige Schulmaterialien im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, das sind 6,1 Prozent mehr, als die Inflationsrate in Deutschland insgesamt. Als mögliche Ursache für die extremen Preise nennen die Statistiker „die andauernde Papierknappheit“.

Facebook-Debatte über teure Schulprodukte entbrannt – „wo ist das Problem?“

Zudem nehmen die Kosten in der Papierproduktion weiter zu, heißt es in der Analyse von Destatis weiter. „Dieses traurige Beispiel zeigt, was der Regierung in unserem Land Bildung eigentlich wert ist“, textet hierzu ein User auf Facebook. Und wieder ein anderer fordert, dass Schulmaterial grundsätzlich kostenlos sein sollte. „Inklusive Kopier- und sonstige Kosten“, textet der Nutzer. Doch die Forderung kommt nicht überall in der Facebook-Community gut an.

Im Gegenteil – „wir haben alles, zu normalen Preisen. Wo ist das Problem?“, textet ein Nutzer – eine Meinung, die viele Eltern sicher nicht teilen. In einer Umfrage von YouGov für die Online-Handelsplattform Ebay gaben die befragten Eltern an, im Schnitt zwischen 200 und 299 Euro für den Schulstart ihrer Kinder auszugeben. Und in fünf Prozent der von YouGov befragten Familien waren es im Schnitt sogar mehr als 1000 Euro, berichtet die BILD.

Teure Schulprodukte belasten ärmere Familien: Oft reicht es nur für Secondhand

Für jede vierte Familie in Deutschland sei der Schulstart der Kinder eine finanzielle Herausforderung, heißt es von YouGov. Speziell in ärmeren Familien werde deshalb oft gebraucht gekauft. 13 Prozent der im Juli befragten Haushalte gaben an, teurere Materialien wie Schulranzen und Federmäppchen Secondhand zu kaufen. Zumindest etwas positiv ist hier die Nachricht, dass nicht alle Schul-Produkte gleich viel teurer geworden sind.

Berichten von Destatis zufolge sind die Preise (mehr Verbraucher-News auf BW24) für Stifte, Farbkästen, Füller und Füllerpatronen „nur“ um 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Und auch die Preise für neue Schulranzen sind im Schnitt mit 4,7 Prozent nur ein wenig teurer, als im Vorjahresmonat. Aber eine Besserung der allgemeinen Preissituation in Deutschland ist vorerst nicht in Sicht – im Gegenteil.

Viele Alltags-Produkte bald wohl noch teurer – „Schlimmste kommt erst noch“

In einer Studie von Allianz Trade gehen die Experten davon aus, dass die Preise für Alltags-Produkte noch weiter zulegen werden – die Verbraucher habe erst ein Teil der Teuerungen erreicht, heißt es. Branchenexperte und Volkswirt Aurélien Duthoit, welcher an der Studie beteiligt war, formulierte es vor mehreren Wochen sogar noch direkter. „Das Schlimmste kommt auf die Haushalte erst noch zu“, ist sich der Experte sicher.

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