Trefferquote miserabel

Verwirrung um Schnelltest-Qualität: Einige sollen bei Omikron schlechter sein

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Schnelltests sollen helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Leider haben sie teilweise sehr schlechte Trefferquoten. So finden Verbraucher zuverlässige Tests.

Neues Jahr, neue Corona-Welle? Entspannt ist die Pandemie-Lage noch lange nicht, stattdessen nähern sich die Zahlen erneut einem kritischen Wert. Viele versuchen neben Impfungen durch Schnelltests vorausschauend zu agieren und sich und andere möglichst vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen. Es gibt allerdings ein Problem: Die Tests schneiden teils miserabel ab und Testergebnisse sind nicht zuverlässig. Experten fordern nun, hier nachzubessern.

Selbsttest bei Omikron: Bestimmte sollen schlechter sein

Wer sich in Deutschland selbst testet, der geht vermutlich davon aus, dass er sich auf das Testergebnis auch verlassen kann, wenn er sich den Selbsttest hierzulande gekauft hat. Der Münchner Virologe Oliver Keppler sagt deutlich: „Das ist nicht gegeben.“

„Wir haben derzeit auf dem deutschen Markt etwa 600 verschiedene Antigen-Schnelltests.“ Viele davon seien bisher „nicht von unabhängigen Stellen oder Wissenschaftlern geprüft“ worden, sagte er der ARD. Grundsätzlich gebe es große qualitative Unterschiede, „insofern ist die Aussagekraft der Selbst- und Schnelltests doch sehr eingeschränkt“.

Der Focus schreibt zu den Selbsttests: „Verbraucherschützer haben eine Überprüfung aller in Deutschland verfügbaren Antigen-Schnell- und Selbsttests gefordert. Ihre Wirksamkeit müsse unabhängig bewertet werden, sagte der Gesundheitsmarktexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Arne Weinberg, dem ARD-Hauptstadtstudio nach Angaben vom Sonntag. Zudem müssten Informationen zur Qualität einzelner Tests besser aufbereitet werden.“

Selbsttests: Verwirrung um Qualität - Kritik von Verbraucherschützern

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist für viele in Pandemie-Zeiten eine wichtige Referenz. Allerdings wurden vom Institut längst nicht alle auf dem Markt erwerblichen Tests unter die Lupe genommen. Die bisherigen Ergebnisse werden zwar auf einer Liste auf der PEI-Website veröffenlicht. Weinberg kritiert allerdings, dass die Untersuchungsergebnisse nicht so aufbereitet sind, dass der Verbraucher sich schnell ein Bild über die Qualität verschaffen kann.

„Es sei zudem nicht nachvollziehbar, warum ein Test in der Bewertung des Instituts nicht durchfalle, wenn er zwar bei „sehr hoher Viruslast“ sicher anschlage, aber bei lediglich „hoher Viruslast“ nur schlecht funktioniere“, schreibt der Focus weiter. „Es haben Tests diese Überprüfung bestanden, die bei sehr hoher Viruslast um die 100 Prozent haben, also sehr gut sind, bei hoher Viruslast aber unter zehn Prozent liegen.“

Was jetzt manchen stutzig machen könnte: Diese Tests dürften trotzdem für Bürgertests eingesetzt werden. Diese bezahlt der Staat. Arne Weinberg kritisiert das scharf. Auch gewöhnungsbedürftig: Die US-Arzneimittelbehörde (FDA) hatte Ende Dezember darauf verwiesen, dass Antigen-Schnelltests eine Corona-Infektion mit der Omikron-Variante nicht mehr so gut erkennen. Sie empfahl aber weiterhin die Verwendung.

Selbsttests: Die meisten funktionieren auch bei Omikron

Das ZDF zitiert das PEI: „Ganz generell sollte beachtet werden, dass Antigentests nicht zur sicheren Diagnose einer Sars-CoV-2-Infektion entwickelt wurden, sondern allein, um Personen mit einer sehr hohen Viruslast, der damit verbundenen potenziellen Infektiosität und dem Übertragungsrisiko für Kontaktpersonen schnell und einfach zu identifizieren.“ Im ZDF-Bericht heißt es außerdem: „Die meisten in Deutschland erhältlichen Tests weisen das sogenannte N-Protein nach. Laut PEI ist das auch der Grund, warum die meisten Tests bedenkenlos auch bei der Omikron-Variante funktionieren sollten. „Die Mutationen der Omikron-Variante betreffen aber primär das S-Protein“, schreibt das Institut auf seiner Webseite.

Auf welche Proteine die Tests jeweils abzielen, kann in den öffentlichen Listen von BfArM und PEI leicht nachgesehen werden. Wer mit Blick auf Omikron sichergehen möchte, kann vorerst Tests vermeiden, die auf das S-Protein abzielen - eine offizielle Empfehlung dieser Art gab es vom PEI aber nicht. Welche Corona-Schnelltests ‚Omikron‘ gut erkennen*, berichtet HEIDELBERG24* ausführlich in einem Serviceartikel. *echo24.de und HEIDELBERG24 sind ein Teil von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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