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Regel für Autofahrer: „Anlieger frei“ – Wer darf tatsächlich durchfahren?

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Von: Christina Eppel

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Es ist unter Umständen ein teurer Schleichweg – unter einem Durchfahrtsverbots-Schild können zusätzliche Regeln notiert sein. Was diese bedeuten, und was Verkehrsteilnehmern droht, die sie missachten:

Autofahren kann ganz schön teuer werden – nicht nur weil die Spritpreise aktuell immer weiter steigen, sondern auch, weil es immer wieder Regeländerungen für Autofahrer gibt. Außerdem halten sich hartnäckige Mythen über angebliche Vorschriften im Straßenverkehr, die so gar nicht stimmen. Zum Teil bereiten aber auch unbekannte Verkehrszeichen den Autofahrern in Deutschland Probleme.

So gibt es in Stuttgart ein seltenes Verkehrsschild, das vor einigen Wochen für Verwirrung sorgte, ein anderes eher unbekanntes Schild zeigt einen besonderen Parkplatz. Außerdem ist es wichtig, zu wissen, ob an der Ampel bereits bei Gelb angehalten werden muss. Bei all diesen Regeln, die nicht immer präsent in den Köpfen der Autofahrer sind, kann es aber teuer werden, wenn sie nicht eingehalten werden.

Regel für Autofahrer: Wer hier unerlaubterweise fährt, muss mit Bußgeldern rechnen

So ist es auch bei dem sogenannten „Anlieger frei“-Schild. Es ist ein Zusatz zum Durchfahrtsverbot und findet sich häufig in Baustellenbereichen oder Fußgängerzonen. Wie der ADAC berichtet, hat fast jeder dieses Schild bereits gesehen, doch nicht jedem ist klar, wer eigentlich als Anlieger zählt – oder welche Bußgelder drohen, wenn ein Nicht-Anlieger doch beim Durchqueren der Zone erwischt wird.

Ersteres ist auch gar nicht so einfach. Denn laut Informationen des Automobilclubs gibt es gar keine gesetzliche Definition des Begriffs „Anlieger“. Dennoch wurde in bisherigen Urteilen nach der Devise gehandelt: Anlieger ist, wer ein an der Straße anliegendes Grundstück bewohnt oder zu einer Erledigung aufsuchen muss.

Regeln für Autofahrer: Wer gilt eigentlich als Anlieger?

Das würde also bedeuten: Nicht nur Anwohner, sondern auch Menschen, die jemanden besuchen wollen, dürfen in solche Zonen einfahren. Ob derjenige, der besucht werden soll, tatsächlich auch zu Hause ist, oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Außerdem dürfen unerwünschte Besucher wie Gerichtsvollzieher in die beschilderte Zone fahren, genauso wie Postboten oder Hauseigentümer, die nicht in der Durchfahrtsverbotszone wohnen, sondern nur vor Ort Erledigungen tätigen.

Produktion von Verkehrszeichen in Springe
Welches Schild soll's denn sein? Mitarbeiterin im Versand der Fritz Lange GmbH in Springe. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wer allerdings keins der oben genannten Kriterien erfüllt und dennoch in einer Straße mit Durchfahrtsverbot erwischt wird, muss mit saftigen Strafen rechnen. Wer mit dem Auto durchfährt, muss 55 Euro blechen, Fahrradfahrer können mit bis zu 25 Euro rechnen, LKW-Fahrer mit Sattelzügen von über 3,5 Tonnen müssen 100 Euro hinblättern. Wer sein Fahrzeug als Nicht-Anlieger im beschilderten Bereich parkt, kann sich auf ein Verwarnungsgeld von 30 Euro aufwärts einstellen.

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