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Prognose für 2023: Audi Neckarsulm mit größtem Auftragsbestand der Geschichte

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Welche Audi-Modelle künftig in Neckarsulm produziert werden, ist noch nicht entschieden. Die Auftragsbücher sind dennoch voll und Werkleiter Fred Schulze blickt optimistisch auf das Jahr 2023.

In Neckarsulm stehen die Bänder in den Werkshallen derzeit still. In den Werksferien wird stattdessen kräftig in die Zukunft investiert: Gebaut wird etwa eine neue Lackiererei, aber auch eine neue Montagehalle. Mitarbeiter und Betriebsräte treibt dennoch die Frage um, welche Modelle in Zukunft am Standort Neckarsulm produziert werden. Arbeitnehmervertreter forderten zuletzt einen Nachfolger des Luxusmodells A8. In den nächsten Monaten ist wohl mit einer Entscheidung des VW-Werks zu rechnen.

Audi-Werkleiter Fred Schulze: „Wenn es einer verdient hat, dann Neckarsulm“

Im SWR-Interview stellt sich Fred Schulze, Audi-Werkleiter in Neckarsulm, auf die Seite der Arbeitgebervertreter und sagt, dass die Forderung nach dem A8-Nachfolger „berechtigt“ sei. Zudem habe der Standort Neckarsulm alle Voraussetzungen, um solch ein Auto zu bauen. Zusammen mit dem Volkswagen-Konzern müsse man die Entscheidungen treffen. Schulze sagt: „Wenn einer dieses Auto verdient hat, dann ist es Neckarsulm.“

Nach Verbrenner-Aus: Neckarsulm produziert ab 2030/31 den Audi A6 e-tron

Nachdem Audi vor wenigen Tagen das Verbrenner-Aus verkündet hatte, steht fest, dass ab 2026 neue Autos nur noch als elektrifizierte Modelle auf den Markt kommen sollen. Bis 2033 läuft die Verbrenner-Produktion nach und nach aus. In Neckarsulm wird dann ab 2030/31 der Audi A6 e-tron am Standort produziert. Schulze bezeichnet dies als „Basis für die Zukunft“.

Momentan sei man außerdem im intensiven Austausch mit dem VW-Konzern in Wolfsburg, um eine mögliche Lücke, die sich vielleicht ab 2027/2028 ergibt, schließen zu können.

Audi will das Fließband revolutionieren.
Noch steht die Entscheidung aus, welche Audi-Modelle zukünftig in Neckarsulm produziert werden. © Stefan Warter/dpa

Audi-Werksleiter zieht Bilanz: Jahr 2022 war unbeständig, auch wegen Engpässen

Das abgelaufene Jahr beschreibt Schulze beim SWR als „volatil“. Das liege vor allem am Halbleitermangel, welcher der gesamten Branche zu schaffen machte. Die logistischen Versorgungsprobleme verschwinden mit dem Jahreswechsel nicht. Schulze geht davon aus, dass es auch 2023 teils noch zu Engpässen bei Scheinwerfern, Cockpits und Anhängerkupplungen kommt.

Blick in die Zukunft: Audi Neckarsulm mit größtem Auftragsbestand der Geschichte

Trotz möglichen Engpässen zeigt sich der Werkleiter optimistisch für das nächste Jahr. Der Grund: Vor allem die Auftragslage. Im SWR-Interview sagt er: „Wir haben den größten Auftragsbestand in der Audi-Geschichte.“ Für 2023 ist das Neckarsulmer Werk „gut ausgelastet“ und es gibt weiterhin eine Beschäftigungsgarantie der 14.500 Mitarbeiter bis zum Jahr 2029. Schulze spricht sogar davon, dass Neckarsulm in der Zukunft „vielleicht auch den einen oder anderen Mitarbeiter zusätzlich“ braucht.

Zurzeit wird bei der Audi Neckarsulm kräftig gebaut

In den Standort Neckarsulm wird seitens Audi derzeit kräftig investiert - die genaue Summe bleibt unbekannt. Gebaut werden momentan etwa eine neue Lackiererei und eine Montagehalle. Kürzlich hat der Audi-Produktionsvorstand mitgeteilt, dass die Fabrikkosten bis 2033 generell halbieren werden sollen.

Der Autobauer möchte noch stärker auf das sogenannte „Baukastenprinzip“ setzen, also mehr gleiche Teile aus dem VW-Konzern in verschiedenen Modellen verbauen.

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