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Eigenmarken und No-Name-Produkte: Pleite trotz Boom?

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Von: Michaela Ebert

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Trotz der hohen Nachfrage sieht es für einige Hersteller von No-Name-Produkten eher schlecht aus. Die aktuelle Situation stellt sie vor große Herausforderungen.

Energiekrise, Inflation und Lieferengpässe: In der aktuellen Situation müssen Verbraucher im Supermarkt oft tiefer in die Tasche greifen als bisher. Kein Wunder also, dass sich da viele eher für die günstigeren Alternativen, wie etwa Eigenmarken oder No-Name-Produkte entscheiden. Doch auch die Hersteller dieser Marken haben es aktuell nicht leicht. Einige von ihnen könnten sogar vor dem Aus stehen.

Durch Energiekrise und Inflation: No-Name-Produkte immer beliebter

Trotz der niedrigen Preise und der damit verbundenen Nachfrage, lohnt sich das Geschäft kaum noch. Denn auch bei den Herstellern sind in der Produktion und Logistik die Preise massiv angestiegen – und das merken eben auch die Kunden im Supermarkt. Diese mussten für einen wöchentlichen Einkauf im Oktober schon 20,3 Prozent mehr zahlen, als noch im September.

Das entsprechende Kaufverhalten spiegelt sich auch in den Daten des Marktforschungsinstituts GfK wider. So verzeichnen die oftmals preiswerteren Eigenmarken einen Anstieg am Umsatzanteil von 2,1 Prozent.

Trotz hoher Nachfrage: Kaum rentables Geschäft für Hersteller von No-Name-Produkten

Gegenüber dem Handelsblatt (Artikel hinter der Bezahlschranke) erklärt Robert Kecskes, Experte der deutschen Marktforschung beim GfK: „Viele Konsumenten müssen ihren Einkauf inzwischen stark budgetieren oder befürchteten, dass sie sich bald weniger leisten können, und sparen vorsorglich.“

Doch die hohe Nachfrage könnte zum Problem für einige der Hersteller werden. Denn durch die gestiegene Kaufbereitschaft der Kunden fällt die Marge für die Produkte verhältnismäßig gering aus. Die gestiegenen Preise für den Transport, die Rohstoffe oder die Energie, die zur Produktion benötigt wird, werden somit zur großen Herausforderung für viele Hersteller. Die Zahl derjenigen, die sich dieser Herausforderung stellen, wird demzufolge immer kleiner.

Auch Nudelhersteller Schwätzle und Süßwarenhersteller Bodeta: Hersteller müssen Insolvenz anmelden

So verkündete beispielsweise der schwäbische Hersteller Schwätzle bereits Ende September das Aus seines Betriebes. Dieser sorgte bei großen Supermarktketten wie Aldi und Edeka jährlich für etwa 120 Tonnen Nudeln im Regal, wie die Wirtschaftszeitung berichtet. Ähnlich traf es auch den Eukalyptus-Bonbon-Hersteller Bodeta aus Sachsen-Anhalt. Die Folge: Insolvenz in Eigenverwaltung. Selbst vor einem Eier-Engpass warnt derzeit sogar der Bundesverband Ei.

Süßwaren-Hersteller Bodeta aus Oscherlseben.
Die aktuelle Situation mit Inflation, Energiekrise und Lieferengpässen stellte auch den Bonbon-Hersteller Bodeta vor griße Herausforderungen. © Jens Wolf / picture alliance

Doch auch beim Kunden sind die Folgen drastisch zu spüren: Seit des Ukraine-Krieges müssen sie vielerorts die gestiegenen Preise in Kauf nehmen. Im Schnitt seien das, nach Angaben des Marktforschungsinstitutes GfK, im dritten Quartal Preiserhöhungen von rund 19 Prozent. „Das letzte Mal, dass die prozentuale Preissteigerung bei Handelsmarken über der bei Herstellermarken lag, war während der Finanzkrise 2008“, so Robert Kecskes.

Anders als die Hersteller, sollen die Händler, wie Kaufland, Lidl und Co., die Gewinner der Krise sein. Zwischen Händlern und Herstellern gab es auch schon heftige Preiskämpfe.

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