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Placebo statt Vakzin verimpft? Hammer-Vorwürfe gegen Praxis in BW

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Impfung
Die Vorwürfe gegen eine Ärztin wiegen schwer. Sie soll in einer Markdorfer Praxis falsche Impfungen verabreicht haben. © Michael Matthey/dpa

Ein krasser Fall beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft in Baden-Württemberg: Eine Ärztin soll Patienten wissentlich falsch geimpft haben.

Weihnachten naht und die Pandemie will trotz etwas sinkender Infektionszahlen* nicht enden. Die Debatte um Impfungen und die Nebenwirkungen von neuen Impfstoffen* verunsichert viele und spaltet die Meinungen. Die Meldung, die jetzt durch die Medien geht, ist allerdings von anderem Kaliber: Mehrere hundert Menschen, die in dem Glauben waren, gegen Corona geimpft zu sein, waren dem Virus möglicherweise schutzlos ausgesetzt, weil eine Ärztin aus dem Bodenseekreis absichtlich Placebo verimpft haben soll.

Baden-Württemberg: Ärztin soll Patienten mit Homöopathie gegen Corona geimpft haben

„Nach SWR-Informationen könnten mehrere hundert Menschen von ihr eine unwirksame Corona-Impfung erhalten haben, ohne davon zu wissen. Nach Angaben eines Sprechers vom Landratsamt des Bodenseekreises bekamen 430 Menschen, die sich in der Praxis der Ärztin in Markdorf gegen das Coronavirus hatten impfen lassen, jetzt Post vom Gesundheitsamt. Es sei in Zusammenhang mit der Impfung in mehreren Fällen zu Auffälligkeiten gekommen“, heißt es in einem Bericht.

Ärztin unter Verdacht: Wurden Patienten in Baden-Württemberg nicht richtig gegen Corona geimpft?

Übereinstimmend berichten die Stuttgarter Nachrichten über den Fall: „Die Behörden waren auf den Fall aufmerksam geworden, nachdem bei drei Patienten trotz Erst- und Zweitimpfung keine Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen werden konnten und es keine nachvollziehbaren medizinischen Gründe dafür gegeben habe.“

Die Ermittlungen seien letztlich aber durch eine Patientin ins Rollen gekommen, die vor ihrer Impfung gegenüber der Ärztin Angst vor Nebenwirkungen geäußert habe. Die Ärztin soll die Frau demnach beruhigt haben, indem sie ihr sagte, sie brauche sich keine Sorgen um die Corona-Impfung zu machen, sie habe etwas Homöopathisches beigemischt. Darüber habe die Patientin mit ihrem Hausarzt gesprochen und dann denn Fall zur Anzeige gebracht.

Wenn es sich bewahrheiten sollte, dass die Ärztin aus Baden-Württemberg ihre Patienten wissentlich falsch geimpft hat, muss sie sich mindestens wegen schwerer Körperverletzung verantworten. Noch darf sie arbeiten, berichtet der SWR weiter. Wie kann das sein? „Ein vorläufiges Berufsverbot sei gegen den oder die Betreiber der Praxis bislang aber nicht verhängt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. „Das setzt dringende Gründe voraus, zu erwarten, dass auch gerichtlich ein solches Berufsverbot verhängt würde. Da sind die Ermittlungen noch zu frisch.“

*echo24.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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