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Bei Kaufland, Edeka und Co. machen die Frischetheken oft schon früher dicht

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Von: Michaela Ebert

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Die Frühschicht beginnt damit, dass die Verkaufstheke aufgefüllt wird: Diana Kari sorgt im Lebensmittelhandwerk dafür, dass es den Kunden an der Fleischtheke im Edekamarkt Strese an nichts fehlt. Foto: Uwe Anspach
Aus aktuellen Gründen müssen die Supermarkt-Ketten vielerorts zu drastischen Maßnahmen greifen und ihre Frischetheken - zumindest teilweise - schließen. Ärgerlich für Verbraucher, aber auch für die Händler. (Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa

Inflation, Personalmangel und Lieferschwierigkeiten: die Supermarkt-Ketten rund um Kaufland, Edeka und Co. müssen gerade mit vielen Problemen kämpfen. Doch was bedeutet das für die Kunden?

Die Auswirkungen der Ukraine-Kriegs sind nun auch immer deutlicher im Alltag spürbar: die Inflation treibt die Lebenshaltungskosten in die Höhe und der Wocheneinkauf im Supermarkt wird immer teurer. Und jetzt müssen sich die Kunden von Kaufland, Edeka und Co. noch auf weitere Änderung einstellen.

Wie viele Supermärkte trifft auch Kaufland der Personalmangel besonders hart. Von dem sind nämlich derzeit nicht nur Restaurants, Flughäfen, Lieferdienste und Handwerksbetriebe betroffen, sondern eben nun auch der Einzelhandel. In der Logistik sei der Mangel an Hilfskräften dabei am deutlichsten spürbar.

Supermärkte müssen „Öffnungszeiten anpassen“

Aber auch in den Lebensmittelläden, zeigt sich das ganze Ausmaß der Krise. Wie das Magazin Focus online schreibt, erklärte Matthias Zwingel, Rewe-Mehrfilialhändler aus Bayern, gegenüber der Lebensmittelzeitung, dass die Situation angespannt sei: „Die Personalknappheit an den Bedientheken trifft uns mit voller Wucht.“

Gerade in den Monaten rund um die Sommerferien, in denen aktuell viele Mitarbeiter urlaubs- und krankheitsbedingt ausfallen, müssen die Supermärkte daher nun auf drastische Maßnahmen setzen. In einigen Kaufland- und Edeka-Filialen heißt es deshalb laut Bericht bereist: „Wir müssen unsere Öffnungszeiten anpassen“.

Kaufland und Co.: Keine frische Wurst und frischer Käse mehr ab 13 Uhr

Betroffen sind dabei aber zum Glück weniger ganze Filialen, sondern vielmehr die Frischetheken. An den Käse-, Fleisch-, Fisch- und Brottheken sei der Mangel an Fachkräften sehr dramatisch: Es dauere laut Lebensmittelzeitung im Schnitt mehrere Monate, ehe die Stellen neu besetzt werden können. Mangels Personal müssen sich Kunden daher aktuell auf kürzere Öffnungszeiten einstellen. In einigen Filialen schließen die Theken dann beispielsweise schon um 13 Uhr.

Auf Nachfrage von echo24.de hält man sich bei Kaufland, wie schon beim Thema der steigenden Preise für bestimmte Produkte, mit genauen Aussagen zurück. Lieber verweist man darauf, dass man sich nach wie vor als verlässlichen Nahversorger sehe. Und man doch weiter mit dem gewohnten Kundenservice für die Verbraucher da ist.

Personalmangel und Fluktuation seien „gewaltig“: So reagieren die Händler

Verbraucher müssen dann zu den abgepackten Produkten greifen. Das ist nicht nur ärgerlich für die Kunden, sondern auch für die Händler. Diese verlieren durch die Schließung der Frischetheken immerhin Umsatz und Gewinn.

Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, haben sich einige Unternehmen jedoch etwas einfallen lassen: um die drohende Kündigungswelle abzuschwächen, haben bereits einige Discounter frühzeitig das Mindestgehalt angehoben. Dennoch sei die Fluktuation derzeit „gewaltig“. „Große Discounter wie Lidl und Aldi zahlen überdurchschnittlich gutes Geld, aber letztendlich kommt man selbst mit einem guten Gehalt in einer Großstadt nicht weit“, sagt der Einkaufschef eines großen deutschen Discounters gegenüber Focus Online.

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