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Verstoß gegen Parkplatz-Regeln bei Kaufland / Lidl kann im Knast enden

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Von: Dominik Jahn

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Lidl/Kaufland: Regeln die Autofahrer auf Supermarktparkplätzen beachten müssen © dpa/ Andreas Gebert

Parkplätze vor Supermärkten und Discountern können schnell zur Regel-Falle werden. Was für Autofahrer gilt.

Nicht nur im laufenden Straßenverkehr müssen Autofahrer zahlreiche, zum Teil auch kuriose Regeln beachten. Es gibt einen Bereich, dort denken vermutlich die wenigsten Menschen gleich an Verkehrsregeln - der Parkplatz vorm Supermarkt oder Discounter. Was inzwischen bei den meisten Lebensmittelhändlern wie Lidl oder Kaufland dazugehört, ist die Parkscheibe. Doch wer mit seinem Auto vorfährt, der sollte unbedingt noch ein paar weitere Regeln beachten.

Fakt ist, auch auf einem Parkplatz von Discounter oder Supermarkt gilt grundsätzlich die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO). Mit dem klassischen Rechts vor Links ist‘s hier aber nicht getan. Das Unternehmen Parkster erklärt dazu: „Da Parkhäuser und Parkplätze dem sogenannten ruhenden Verkehr dienen, müssen Fahrer und Fahrerinnen sich hier besonders an §1 der StVO halten und auf ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht achten.“

Lidl/Kaufland: Diese Regeln gelten auf dem Supermarktparkplatz

Damit ist dann auch klar, wenn es auf einem Parkplatz kracht, dann zieht die Vorfahrtsregel nicht ganz. Beide Fahrer müssen mit einer Teilschuld rechnen. Ähnlich sieht es laut der StVO im übrigen auch aus, wenn man aus einer Spielstraße kommt - es gilt Vorfahrt gewähren.

Anders sieht es aber wieder aus, wenn die Fahrgassen einen Straßencharakter aufweisen und damit der Zu- und Abfahrt dienen. In solchen Fällen müssen sich Autofahrer wieder auf die Vorfahrtsregel rechts vor links besinnen. Verkehrsregeln für Autofahrer unterscheiden sich auf einem Parkplatz von Lidl oder Kaufland nicht wesentlich, von den geltenden Regeln anderer Verkehrsbereiche. Größter Unterschied ist wohl die Geschwindigkeit. Meist darf nur mit zehn Kilometern pro Stunde gefahren werden.

Kampf um die Parklücke bei Lidl und Kaufland: Wer im Streitfall gewinnt

Auch den Kampf um die freie Parklücke regelt die StVO. Laut §12 Abs. 5 S. 1 StVO hat der Autofahrer Vorrang, der den Parkplatz zuerst und unmittelbar erreicht. Das Recht auf die freie Lücke bleibt zudem auch dann erhalten, wenn man zunächst daran vorbeifährt, um rückwärts einzuparken.

Wer sich an einem wartenden Auto vorbei in eine freiwerdende Lücke drängelt, handelt regelwidrig. Und Vorsicht, für den Parkplatz-Klau wird laut § 12 Abs. 5 StVO ein Bußgeld fällig.

Parkplatz freihalten: Hier kann‘s für Autofahrer auch ins Gefängnis gehen

Mal eben einen Parkplatz freihalten, indem man sich draufstellt, ist keine gute Idee und auch nicht zulässig. Wer‘s trotzdem tut, behindert laut StVO andere Verkehrsteilnehmer. Außerdem kann es gefährlich werden. Nicht selten versuchen Autofahrer ihr Recht auf die Parklücke mit Nachdruck durchzusetzen.

Doch wer auf den „Platzhalter“ zufährt, um ihn damit zu vertreiben, bewegt sich selbst im Bereich des Straftatbestandes der Nötigung. Es droht eine Geldstrafe oder sogar Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren sollte etwas dabei passieren.

Supermarktparkplatz: Regelungen für sonntags, nachts und am Feiertag

Für das Parken außerhalb der Öffnungszeiten von Supermärkten und Discountern gibt es durchaus unterschiedliche Regelungen. So können Lebensmittelhändler wie Lidl oder Kaufland völlig frei entscheiden, ob sie ihre Parkflächen auch sonntags, nachts und am Feiertag freigeben. In den meisten Fällen dürfen Autofahrer die Parkplätze auch dann weiter nutzen, wenn die Märkte bereist geschlossen sind.

Und wer es dann geschafft hat, vor dem Einkauf anständig zu parken, der muss ja nur noch überall sonst wissen, wo er sein Auto abstellen darf. Parken im Kreuzungsbereich kann ganz schön teuer werden. Dabei gibt es aber Abstufungen, wie sehr jemand falsch parkt und auch wie lange spielt eine Rolle.

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