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ÖPNV zieht Ticketpreise in Baden-Württemberg an – „fahre wieder Auto!“

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Von: Jason Blaschke

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Das 9-Euro-Ticket endet bald und in der Politik wird über Folgeangebote debattiert. In Baden-Württemberg werden aber erst einmal viele Tarife teurer.

Stuttgart – Der Krieg in der Ukraine, die Folgen von mehr als zwei Jahren Coronavirus-Pandemie, aber auch die Gaslieferprobleme mit Russland wirken sich massiv auf die Verbraucher in Deutschland aus. Um die Menschen zu entlasten, wurde von der Politik ein Entlastungspaket auf den Weg gebracht, das neben einer Energiepauschale auch einen Tankrabatt und eben das 9-Euro-Ticket im ÖPNV beinhaltet – doch damit ist bald Schluss.

ÖPNV in Baden-Württemberg wird teurer – Preise nach 9-Euro-Ticket

Sowohl Tankrabatt als auch 9-Euro-Ticket sind zeitlich befristet und laufen zum 31. August aus. Spricht, ab 1. September müssen alle Pendler in Baden-Württemberg und ganz Deutschland wieder tiefer in die Tasche greifen – unabhängig davon, ob sie mit Bahn, Bus oder Auto unterwegs sind. Fieberhaft wird in Baden-Württemberg schon über ein Nachfolge-9-Euro-Ticket nachgedacht – doch ob und wann es kommt, ist weiter ungewiss.

Sicher ist bisher bloß, dass die Fahrten im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) teurer werden. Schon im Juli hatte der Aufsichtsrat der Straßenbahnen in Stuttgart eine kräftige Erhöhung der Tarife für Bus- und Bahnfahrten um 4,9 Prozent empfohlen. Der VVS möchte Preisanpassungen vornehmen, heißt es bisher nur. Mit der Entscheidung sind die Stuttgarter Verkehrsbetriebe aber nicht allein – in ganz Baden-Württemberg drehen die Verbände an der Preisschraube.

Verkehrsbetriebe in Baden-Württemberg ziehen Preise an – ein Überblick

Wie der SWR berichtet, hat der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) schon zum 1. August seine Ticketpreise angehoben – und zwar um 3,8 Prozent. Noch nicht berücksichtigt seien hier die gestiegenen Energiekosten, heißt es. Sprich, weitere Preiskorrekturen sind nicht auszuschließen. Die bisherigen Preisanpassungen sind primär auf die finanziellen Lücken aus der Covid-19-Pandemie sowie auf gestiegene Kosten insgesamt zurückzuführen.

Die neuen Preise der Verkehrsbetriebe in Baden-Württemberg, ein Überblick:

Keine guten Aussichten für die tausenden Pendler (mehr Verbraucher-News auf BW24) in Baden-Württemberg. Hinzu kommt, dass auch die zwei Verkehrsverbände RVF und bodo, die bisher noch keine konkreten Zahlen genannt haben, ihre Preise voraussichtlich in einem ähnlichen Ausmaß anpassen werden, wie die übrigen Verkehrsbetriebe. Thilo Ganter vom RVF in Freiburg geht laut SWR-Nachfrage von einem Anstieg von „mindestens fünf Prozent“ aus.

Fazit der Facebook-User zum 9-Euro-Ticket gespalten – „fahre wieder Auto!“

Viele User aus Facebook haben die Problematik kommen sehen. „Wieso überrascht mich das nicht“, textet etwa eine Nutzerin. Und einige finden die Entwicklung sehr schade, da sie positive Erfahrungen in den letzten Monaten gemacht haben. „Seit ich das 9-Euro-Ticket habe, kann ich viel Benzin-Geld sparen und habe den Nahverkehr in und um Stuttgart kennengelernt“, berichtet dazu User. Er spricht sich dafür aus, das 9-Euro-Ticket in Baden-Württemberg fortzuführen.

Viele andere Facebook-User lehnen das ab oder haben keine Meinung dazu. Das Fazit einer Nutzerin: „Ich fahre wieder Auto. Das 9-Euro-Ticket ist gut für Kaffeefahrten, jedoch bei Terminangelegenheiten nicht nutzbar.“ Zudem sei es in vielen Zügen schmutzig und die Mülleimer würden nicht geleert. „Wo ist die Hygiene?“, will die Nutzerin wissen. Der ÖPNV in Baden-Württemberg und wie es in Zukunft weitergeht – eine wichtige Frage, auf die es aktuell noch keine konkrete Antwort gibt.

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