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Obstfliegen – warum gibt es derzeit so viele von den kleinen Insekten? 

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Von: Juliane Reyle

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Fruchtfliegen in der Küche sind lästig. Wie man die Plagegeister loswird.
Fruchtfliegen, Mostfliegen, Obstfliegen – für Trauerfliegen gibt es viele Namen, doch warum gibt es derzeit so viele von ihnen? © Daniel Naupold/dpa

Gerade eine Banane geschält oder ein Glas Schorle eingeschenkt und zack, da ist sie schon: die Fruchtfliege. Jeder kennt sie und fast jeden nervt sie – doch warum treten diese Fliegen derzeit so gehäuft auf?

Die Zahl der lästigen kleinen Fliegen, die ums Essen kreisen oder um den Obstteller schwirren, ist aktuell besonders groß. Das Insekt hat viele Namen: Unter anderem auch Essigfliege, Mostfliege oder Gärfliege. Vielleicht ist das schon ein kleiner Hinweis auf ihr vermehrtes aufkommen im Herbst?

Mostfliegen und Obstfliegen im Herbst: Darum sind jetzt besonders viele Mücken im Haus

Ursprünglich sollen Fruchtfliegen aus den Tropen kommen, doch mittlerweile fühlen sie sich vielerorts wohl und sind auch bei uns heimisch geworden, wie fruchtfliegen-info erklärt. Die kleinen Fliegen sind zum Beispiel direkt in der Wohnung, jedoch auch an Waldrändern, auf Obstwiesen oder in Lebensmittelgeschäften vermehrt unterwegs.

Im Herbst werden einige Früchte reif. Es wird viel geerntet, unter anderem Wein hergestellt. Der Trester, der bei der Herstellung von Wein als Abfallprodukt entsteht, lockt mit seinem süßen Duft die kleinen Mücken und weitere Insekten an. Auch Fallobst hat einen besonderen Geruch, denn das Obst gärt und dabei entsteht unter anderem auch Essig. Haben die Mücken also aufgrund der Erntesaison ihren Namen und treten sie deshalb jetzt häufiger auf?

Bei den Obstfliegen wird zwischen Wildarten und Kulturfolger unterschieden. Die Kulturfolger haben sich an die Lebensbedingungen der Menschen angepasst und halten sich überwiegend in deren Kompost auf oder dort, wo sie ihr Obst und Gemüse im Winter lagern. Doch nicht nur die Umgebungs- und Nahrungsbedingungen spielen bei der Vermehrung der Insekten eine Rolle: Vielmehr ist es das Klima, das für viele Fruchtfliegen sorgt.

Optimale Bedingungen im Herbst: Bei milden Temperaturen vermehren sich die Obstfliegen schneller

Besonders im Herbst können sich die Obstfliegen gut vermehren, denn bei milden Temperaturen entwickeln sich ihre Eier schneller. Bei niedrigeren Temperaturen können sie sich nur langsam entwickeln, deshalb treten dann weniger der kleinen Insekten auf.

Bei Temperaturen um die 25 Grad schlüpft eine Obstfliegen-Larve bereits nach 22 Stunden und braucht lediglich 9 Tage, um zu einer fertigen Fruchtfliege herangereift zu sein, wie fruchtfliegen-info erklärt. Unter optimalen Bedingungen können also aus einem Fruchtfliegenpaar bereits in 28 Tagen Hunderttausende Obstfliegen werden. Damit die Fruchtfliegen zu Hause nicht zur Plage werden, sollte schnell gehandelt werden.

Doch nicht nur Fruchtfliegen sind dieses Jahr präsent, auch die Tigermücke, die das West-Nil-Virus in Deutschland verbreitet, tritt inzwischen vermehrt auf.

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