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Obi, Bauhaus & Co.: In Baumärkten droht Verschärfung der Engpässe

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Von: Jan Oeftger

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Die Baumärkte stehen mit der Industrie im Konflikt. Unter den erhöhten Preisen durch die Inflation haben sie selbst zu leiden.

Auch Baumärkte wie Obi und Bauhaus leiden unter der Energiekrise und der Inflation. Die Jahresgespräche zwischen den Baumärkten und der Industrie sind ins Stocken geraten. Schon während des laufenden Jahres habe es mehrere Preisrunden gegeben, in denen die Stimmung angespannt gewesen sein soll. „Die Nerven liegen blank“, schreibt die Lebensmittel Zeitung unter Berufung auf Lieferantenkreise.

Dies könnte die Warenversorgung gefährden, wie hna.de berichtet. „Insbesondere im ersten Quartal des kommenden Jahres“ könnte es zu „deutlichen Engpässen bei der Warenversorgung“ kommen, wie der Herstellerverband Haus & Garten (HHG) und der Industrieverband Garten (IVG) befürchten. Für IVG-Geschäftsführerin Anna Hackstein ist deswegen aktuell „nicht die richtige Zeit für Muskelspiele“.

Baumärkte und Lieferanten sind sich über Preise uneinig

Der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) bietet an, als Vermittler auf seinem Kongress Roundtable-Gespräche stattfinden zu lassen. Entscheidend sei „mehr denn je ein effektives Agieren von Handel, Lieferanten und Dienstleistern“, teilt der Verband mit, wie die LZ schreibt.

Für Obi, Bauhaus und Co. ist die Situation schwierig. Die Baumärkte haben mit den steigenden Kosten zu kämpfen. Ein Baumarktbetreiber erklärt die Problematik: „Die Gasumlage bedeutet für uns einen sechsstelligen Betrag an Mehrkosten“. Außerdem hätten die Kunden ihr Kaufverhalten angepasst. So würden die Menschen insgesamt weniger kaufen. Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Umsätze der Baumärkte nach LZ-Informationen um zehn Prozent ein.

Die Preissteigerungen im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf im Überblick

MonatPreissteigerung im Vergleich zum Vorjahresmonat
Juni11%
Juli13%

Baumärkte verkaufen besonders viele Heizlüfter

Besonders häufig verkauft werden in einem Hamburger Baumarkt derzeit elektrische Heizlüfter, wie Zeit online berichtet. Dies sei jedoch bedenklich. „Wenn Hunderttausende Hamburgerinnen und Hamburger gleichzeitig ihre Geräte in Betrieb nehmen, würde das die Netze überlasten“, weiß Marktleiter Michael Butzynski. Die Kunden wollen sich in der Energie-Krise auf den Winter vorbereiten. Dies zeigt auch die starke Nachfrage nach Brennholz. Die Preise für Brennholz hätten sich fast verdoppelt, wie eine Verkäuferin berichtet.

Doch auch andere Produkte sind deutlich teurer geworden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Preise im Juni im Einzelhandel mit Bau- und Heimwerkerbedarf um elf Prozent. Im Juli lag die Steigerung bei 13 Prozent. Die allgemeine Inflationsrate liegt bei 7,5 Prozent. Einige Händler geben die Preiserhöhungen nicht vollständig an die Verbraucher weiter. Hornbach hat die Preise gemäß der Inflation um sieben bis acht Prozent erhöht. Die aktuelle Situation kann zu Umsatzeinbußen bei den Baumärkten führen.

Um in der Energie-Krise gut durch den Winter zu kommen, hat die Bundesregierung schon Energiesparmaßnahmen beschlossen. (jo)

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