Kunden müssen sich auf deutlich höhere Preise einstellen

Lieblingsprodukte der Schwaben werden teurer: „Preiserhöhung unumgänglich“

  • Lisa Klein
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Nudeln, Spätzle und Maultaschen werden für Kunden deutlich teurer. Gleich mehrere Faktoren sorgen dafür, dass eine Preiserhöhung „unumgänglich“ ist.

Die Lebensmittelpreise in Deutschland steigen. Ein ganz normaler Wocheneinkauf ist inzwischen deutlich teurer als noch vor wenigen Wochen oder Monaten – und die Preise ziehen weiter an. Ein Blick auf den Kassenzettel dürfte in letzter Zeit wohl den ein oder anderen schwer zum Schlucken gebracht haben. Doch auch die besten Tipps und Tricks zum Sparen beim Einkaufen werden nicht verhindern, dass der Einkauf unterm Strich langfristig teurer wird. Vor allem bei beliebten Produkten wie Nudeln, Spätzle und Maultaschen müssen Verbraucher in Deutschland künftig mehr zahlen.

Nudeln, Spätzle und Maultaschen werden teurer: Deutlich höhere Preise für Kunden

Gründe hierfür sind zum einen Lieferengpässe durch die Corona-Pandemie und die Inflation in Deutschland, zum anderen aber auch Ernteausfälle im vergangenen Sommer sowie Rohstoffmangel durch den Ukraine-Krieg. Denn der Krieg in der Ukraine hat laut dem Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS) massive Auswirkungen auf die Teigwarenhersteller in Deutschland.

Der Krieg habe die durch die Corona-Pandemie ohnehin schon angespannte Lage nochmals verschärft, teilte Peter Haarbeck, Geschäftsführer des VGMS, der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Das bedeutet: Produkte wie Nudeln, Spätzle oder Maultaschen werden langfristig deutlich teurer werden.

Teigwaren werden immer teurer: Preiserhöhung „unumgänglich“

„Da auch wir schon jetzt höhere Preise für unsere hochwertigen Rohstoffe bezahlen müssen, ist eine Preiserhöhung unumgänglich“, teilte eine Sprecherin des schwäbischen Maultaschen- und Spätzleproduzenten Bürger der dpa mit. Das Unternehmen aus Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) befinde sich momentan in Preisverhandlungen mit seinen Handelspartnern.

Rohwaren, Verpackungsmaterialien, aber auch die Transportkosten stiegen extrem. Lieferanten seien aktuell schon nicht mehr in der Lage, die Firma Bürger zu den vereinbarten Konditionen zu beliefern, so die Sprecherin. Die Unternehmen müssten laut Haarbeck die gestiegenen Kosten bei ihrer Preisfindung berücksichtigen, andernfalls wäre ihr Fortbestehen nicht möglich.

Das beutetet konkret: Konzerne müssen die steigenden Preise für Energieversorgung, Rohstoffbeschaffung, Verpackung und Logistik auf den Verbraucher umlegen. Teigwaren wie Nudeln, Maultaschen und Spätzle werden für Kunden teurer. Wie hoch die Preiserhöhungen am Ende ausfallen, könne Haarbeck jedoch nicht sagen. Auch RUHR24* berichtet darüber, dass Nudeln in Supermärkten oder Discountern teurer werden*.

Lebensmittelpreise steigen: Kunden müssen mehr für Nudeln-Produkte zahlen

„Unsere Kunden und Verbraucher müssen mit höheren Preisen für Lebensmittel rechnen“, sagt auch Mike Hennig, Geschäftsführer von Teigwaren Riesa, der dpa. Nudeln werden aus Hartweizengrieß hergestellt. Anders als beim Weichweizen – Rohstoff für Mehl – ist Deutschland beim Hartweizen auf Importe angewiesen, erklärt VGMS-Geschäftsführer Haarbeck. Für die globale Versorgung mit Hartweizen spielten Russland und die Ukraine jedoch keine große Rolle. Dennoch gebe es Probleme mit der Versorgung.

Nicht nur Nudeln an sich werden für Kunden bald teurer: Auch eine Preiserhöhung für Produkte wie Maultaschen oder Spätzle ist aufgrund von Rohstoffmangel unumgänglich.

So sei die Hartweizen-Ernte in Kanada, dem wichtigsten Exporteur, im vergangenen Jahr nach einem sehr heißen und trockenen Sommer stark zurückgegangen. Die allgemeine Verunsicherung auf den Rohstoffmärkten und die hohe Nachfrage nach Getreide insgesamt hätten nun auch den Preis für Hartweizen steigen lassen – wenn auch bei weitem nicht so stark wie beim Weichweizen.

Derzeit kämen die Teigwarenhersteller kaum hinterher, die Nachfrage aus dem Einzelhandel zu bedienen. „Wie zu Beginn der Pandemie kaufen die Menschen große Mengen Nudeln, weil sie sehr gut lagerfähig sind“, sagte Haarbeck. Supermärkte und Discounter wie Lidl haben deshalb bereits den Verkauf bestimmter Produkte wegen Knappheit begrenzt. Die Versorgung sei sichergestellt, kauften die Menschen aber weit mehr als notwendig, bringe das die Logistik von den Herstellern bis zum Supermarkt an den Rand ihrer Kapazitäten – und treibt die Preise noch weiter in die Höhe. *echo24.de und RUHR24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat

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