Einkaufen für den Ernstfall

Notfall-Vorrat anlegen: Diese Lebensmittel sind extrem lange haltbar

  • Lisa Klein
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Der Bund rät dazu, dauerhaft einen Vorrat für den Notfall daheim zu haben. Einige Lebensmittel dürfen auf keinen Fall fehlen – sie sind extrem lange haltbar.

Der Ukraine-Krieg hat aktuell denselben Effekt wie die Corona-Pandemie zu Beginn: Die Menschen hamstern, zum Ärger vieler Kunden, die infolgedessen des Öfteren vor leeren Regalen stehen. Speiseöl, Mehl und auch mal wieder Klopapier sind aktuell deutlich gefragt. Während viele über das Verhalten den Kopf schütteln, ist es eigentlich gar nicht so abwegig, generell, aber vor allem in der aktuellen Situation, bestimmte Lebensmittel für den Notfall auf Vorrat zu Hause zu haben. Dabei natürlich in überschaubaren Mengen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat einen Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen veröffentlicht. Darin ist auch enthalten, welche Lebensmittel und Produkte im Katastrophenfall überlebenswichtig und am nützlichsten sind. echo24.de hat bereits in einem separaten Artikel zusammengefasst, was laut BKK auf die Einkaufsliste für einen Notfallvorrat gehört. Doch einige Lebensmittel auf der Liste sind nicht allzu lange haltbar. Die folgenden Lebensmittel dürfen in keinem Keller fehlen – denn sie sind quasi „unverderblich“ und extrem lange bis unendlich haltbar.

Bund empfiehlt Notfall-Vorrat anzulegen: Diese Lebensmittel sind extrem lange haltbar

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte gegenüber dem Handelsblatt am Sonntag (1. Mai), dass es „auf jeden Fall sinnvoll“ ist, einen Notfallvorrat zu Hause zu haben. Abgesehen von einem Krieg, könnten kleinere und größere Katastrophen jederzeit passieren. Dazu zählen nicht nur Flutkatastrophen wie im Ahrtal oder brutale Hitzewellen, sondern auch Unwetter, Hochwasser, Schnee und Glätte können es gegebenenfalls unmöglich machen, das Haus zu verlassen oder bestimmte Straßen zu passieren. Bei einem großen Stromausfall bleiben Supermärkte und Tankstellen ebenfalls geschlossen.

Das BKK empfiehlt generell, immer einen Vorrat für 10 Tage jederzeit Zuhause zu haben. Dabei ist Trinken deutlich wichtiger als Essen. „Ein Mensch kann unter Umständen drei Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nur vier Tage ohne Flüssigkeit“, schreibt das BBK. „Halten Sie pro Person ca. 14 Liter Flüssigkeit je Woche vorrätig“, lautet die Empfehlung.

Notfall-Vorrat anlegen: Trinken ist generell überlebenswichtiger als Essen

Viele denken dabei – völlig richtig – an Wasser. Wichtig ist jedoch: Wasser ist nur bei korrekter Lagerung und unter bestimmten Voraussetzungen unbegrenzt haltbar, solange es nicht mit Sauerstoff in Kontakt kommt. Abgefülltes Wasser sollte laut foodwissen.de dennoch innerhalb von ein bis zwei Jahren verbraucht werden. „Danach verändert sich der Geschmack des Wassers negativ, da sich mit der Zeit die natürlich im Wasser vorkommenden Keime vermehren“, heißt es.

Sobald eine Flasche geöffnet ist, sollte das Wasser innerhalb weniger Wochen getrunken werden – da Wasser durch den Kontakt mit Sauerstoff schlecht wird. Generell ist zu beachten, dass sich Wasser in Glasflaschen länger hält als in Plastik, da es so dichter verpackt ist. „Abgelaufenes Wasser“ schmeckt säuerlich und sollte nicht mehr getrunken werden. Im Netz gibt es extra für den Notfall Trinkwasser-Vorräte zu kaufen – luftdichte und lichtgeschützte Beutel, welche behandeltes Wasser mit einer extra langen Haltbarkeit enthalten. Diese sind natürlich entsprechend teuer, es sollte also besser abgewägt werden, ob normales Wasser mit einer Haltbarkeit von bis zu zwei Jahren nicht ausreicht.

Doch welche Flüssigkeiten sind unverderblich? Schnaps. Alkohol ist wie ein natürliches Konservierungsmittel und verhindert, dass sich Bakterien und Keime vermehren. Liköre und Brände mit einem Alkoholgehalt von mehr als 30 Prozent sind weniger empfindlich: Kühl und dunkel gelagert sind sie mehrere Jahrzehnte haltbar. Ab einem Alkoholgehalt von 37,5 Prozent oder mehr sind Spirituosen nahezu unbegrenzt haltbar, sofern sie gut verschlossen gelagert werden. Gerade die besonders hochprozentigen Getränke wie Wodka, Whiskey, Rum, Grappa und Tequila werden nicht schlecht.

Einkaufen für den Notfall – Vorrat anlegen: Diese Lebensmittel sind extrem lange haltbar

Und welche Lebensmittel sind unbegrenzt haltbar? Laut utopia.de ist Reis ewig haltbar – solange es luftdicht und trocken aufbewahrt wird. Nudeln, Linsen, Bulgur, Quinoa, Couscous und Buchweizen sind aufgrund ihrer Trockenheit ebenfalls bei richtiger Lagerung extrem lange haltbar. Auch Zucker ist unverderblich, da Bakterien von purem Zucker nicht überleben können. Damit der Zucker nicht zu einem Klumpen wird, darf er allerdings keine Feuchtigkeit ziehen – auch hier ist, wie bei eigentlich allem, eine luftdichte und trockene Aufbewahrung wichtig. Dasselbe wie für Zucker gilt auch für Salz.

Reiner Honig wird von alleine nicht schlecht, solange er fest verschlossen ist, kühl und trocken gelagert wird. „Sofern Honig nicht gärt, kann er auch nach tausend Jahren noch gegessen werden. Honig besteht aus hochkonzentriertem Zucker und hat einen recht niedrigen pH-Wert, darin können sich keine Mikroorganismen vermehren, die Lebensmittel verderblich machen“, erklärt Dr. Birgit Lichtenberg-Kraag, Leiterin des Honiglabors des Länderinstitutes für Bienenkunde, gegenüber dem Bienenjournal. Aufgrund des Ukraine-Kriegs könnte es jedoch schon bald in Deutschland zu einem Honig-Engpass kommen.

Honig ist bei richtiger Lagerung ewig haltbar.

Ein weiteres Süßungsmittel, welches ewig haltbar ist, ist Ahornsirup. Allerdings nur, wenn der Sirup eingefroren wird. Im Notfall ein vermutlich doch eher weniger nützliches Lebensmittel, aber dennoch unverderblich, ist Maisstärke. Destillierter Weißweinessig ist ebenfalls ewig haltbar.

Notfall-Vorrat: Diese Lebensmittel sind zwar nicht ewig, dennoch lange haltbar

Zwar nicht extrem lange oder ewig haltbar, bei richtiger Lagerung in der Regel aber mindestens 18 Monate lang, sind unter anderem Mehl (je nach Mahlgrad, Fettgehalt und Lagerung), Olivenöl und Sonnenblumenöl. Wobei letzteres aktuell aufgrund einer Preisexplosion beinahe unbezahlbar scheint.

Cornflakes, Haferflocken, Knäckebrot und Zwieback sind immerhin in der Regel bis zu einem Jahr haltbar. Lebensmittelkonserven, wie wir sie im Supermarkt kaufen können, sind oftmals bis zu zwei Jahren haltbar. Das Bundesministerium für Ernährung und Wissenschaft (BMEL) hat außerdem eine Übersicht veröffentlicht, wie Lebensmittel haltbarer gemacht werden können.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Zoonar | Olena Mykhaylova