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Lidl, Aldi und Co.: Vorsicht vor der Mogelpackung des Monats

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Von: Dominik Jahn

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Aldi, Lidl und Co.: Verbraucherzentrale nennt größte Mogelpackung im Juni. So täuschen Hersteller und Supermärkte die Kunden.

Erst im Mai hatte echo24.de über erneute Preissteigerungen für verschiedene Produkte bei Lidl, Kaufland, Aldi und vielen weiteren Lebensmittelhändlern berichtet. Auf Nachfrage sahen diese den Grund dafür eher bei den Herstellern. Die Hersteller, wie Unilever, sehen die Verantwortung dagegen meist bei den Supermärkten und Discountern. Und auch wenn es um Mogelpackungen und Preise geht, dürfte es unterschiedliche Ansichten geben.

Eine klare Meinung haben dagegen die Kunden und die Verbraucherzentrale, wenn es um dreiste Supermarkt-Abzocke geht. Die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) hat daher auch für den Juni die Mogelpackung des Monats gekürt.

Mogelpackungen: Hersteller und Unternehmen wie Aldi, Lidl und Co. wollen profitieren

Wie die vzhh schreibt, nennt man dieses Vorgehen der versteckten Preiserhöhung auch „Shrinkflation“. Dabei reduzieren demnach die Hersteller einfach „den Inhalt ihrer Produkte, aber der Verkaufspreis bleibt gleich“. Kunden erkennen auf die Weise die gestiegenen Preise nicht auf den ersten Blick.

Allerdings liegt es nicht immer nur am Hersteller, wenn gemogelt wird. Auch Unternehmen wie Aldi oder Lidl machen sich diese „Inhaltsveränderung“ bei Produkten hin und wieder zu Nutzen, wie die Verbraucherzentrale angibt: „Manchmal ist es auch der Handel, der eine Preissenkung des Herstellers nicht an die Verbraucher weiter gibt“.

Mogelpackung des Monats Juni: Aldi holt sich den ersten Platz

Auf der Basis intensiver Recherchen und zahlreichen Hinweisen durch Kunden, legt die Verbraucherzentrale eine umfangreiche Liste der Mogelpackungen im deutschen Lebensmittelhandel an. Mehr als 500 Produkte sind aktuell auf dieser Liste zu finden.

Für die Mogelpackung des Monats Juni hat sich laut vzhh das Lammsteak der Marke Jack’s Farm von Aldi Nord und Aldi Süd qualifiziert. Statt 400 Gramm befinden sich in der Verpackung nur 300 Gramm. Dazu heißt es weiter: „Der Preis liegt unverändert bei 6,99 Euro, was einer versteckten Preiserhöhung von 33 Prozent entspricht. Die Aufmachung des Produkts hat sich kaum verändert, so dass viele Kunden diese drastische Preiserhöhung wohl nicht mitbekommen werden“.

Zu einer Rechtfertigung von Aldi schreibt die Zentrale, dass der Discounter-Riese mit „gestiegenen Marktpreisen, beispielsweise bedingt durch fehlende Transportkapazitäten bzw. Lockdowns in den Erzeugerländern und stark gestiegene Rohwarenpreise bei Fleisch“ argumentiert.

Auch auf Platz zwei findet sich eine Aldi-Mogelpackung

Und auch das Verbraucherportal chip.de beschäftigt sich mit der fiesen Mogelpackung-Masche der Lebensmittelhändler. Hier nennt man neben den Lammsteaks von Aldi ein weiteres Produkt des Discounters unter den Top-3 des Monats der Verbraucherzentrale - der Westminster Grüner Tee. Zwar soll laut dem Beitrag der Tee in einigen Regionen als günstiger beworben worden sein, „in Wahrheit wird das Produkt nun in der 150-Gramm-Packung für 1,89 Euro statt wie zuvor für 2,59 Euro für die 250-Gramm-Packung verkauft“. Preissteigerung von satten 22 Prozent.

Unilever

Unilever ist ein britischer Konzern mit Sitz in London. Das Unternehmen ist weltweit einer der größten Hersteller von Verbrauchsgütern. Laut eigener Angaben gehören rund 400 Marken in über 190 Ländern zu dem Konzern. Zu den Hauptgeschäftszweigen gehört die Produktion von Nahrungsmitteln, Körperpflege- sowie Haushaltsprodukte, Kosmetika und Textilpflegeprodukten. Unter den Marken sind unter anderem Knorr, Langnese, Pfanni, Mondamin, Domestos und Ben & Jerry´s.

Aldi hat sich dem Artikel zufolge dazu geäußert: „Bei der 150-Gramm-Schachtel handelt es sich um einen Testartikel, den wir gemeinsam mit Westminster Ostfriesischen Teemischung in sechs ausgewählten Regionen anbieten. Nach Abschluss des Tests – voraussichtlich in wenigen Wochen – werden wir die 250 Gramm-Packung wieder in allen Märkten verkaufen. Der Test sollte in ein paar Wochen abhängig vom Abverkauf beendet sein. Bei der 150-Gramm-Packung haben wir einen höheren 100-Gramm-Preis von 1,26 zu 1,04 Euro bei der 250-Gramm-Variante. (...)“.

Auch Lidl in der Liste der Mogelpackung-Händler dabei

Aber auch der Discounter-Riese Lidl aus dem Hause der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm wird mit einer echten Mogelpackung aufgelistet. Die XXL-Packung Floralys Toilettenpapier soll dem Beitrag nach eine XXS-Mogel-Aktion sein. Wie die Verbraucherzentrale schreibt „blieb die Anzahl der Blätter pro Klopapierrolle mit 200 Stück zwar unverändert, doch tatsächlich schrumpfte das einzelne Blatt im Vergleich zur Normalpackung von Floralys“.

Am 21. Juni 2022 teilte Lidl der vzhh dazu mit: „„(...) Bei der „Floralys Soft XXL“-Packung handelt es sich um eine einmalige spezielle Großpackung. Eine versteckte Preiserhöhung geht damit im Vergleich zu einer Standard-Packung nicht einher. (...)“

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