1. echo24
  2. Leben
  3. Verbraucher

Lidl streicht spezielle Werbung – damit sollen Kinder geschützt werden

Erstellt:

Von: Dominik Jahn

Kommentare

lidl
Lidl streicht spezielle Werbung und will damit Kinder schützen. Es geht um gesunde Ernährung. © dpa/ Sebastien JARRY

Lidl setzt weiter auf seine Strategie mit gesunder Ernährung. Jetzt verzichtet der Discounter dafür noch auf ein besonderes Marketing – die Sache hat aber einen Haken.

Zuletzt machte Lidl mit einer etwas provokanten Kampagne gegen Konkurrent Edeka von sich Reden. Wie echo24.de berichtet hat, hat ein Inhaber einer Edeka-Filiale darauf reagiert und heftige Reaktionen bei Facebook ausgelöst. Jetzt gibt es Positives vom Discounter zu berichten. Die Verantwortlichen streichen spezielle Werbung und schützen damit Kinder.

Unternehmen:Lidl
Gründung:1973
Gründer:Dieter Schwarz
Dachorganisation:Schwarz-Gruppe

In einer Mitteilung des Lebensmittelhändlers wird deutlich, dass man sich mit einer Strategie zur bewussten Ernährung ganzheitliche, verbindliche Ziele setzt, „um seinen Kunden bis 2025 das beste Angebot für eine bewusste, gesunde und nachhaltige Lebensweise zum gewohnt günstigen Preis zu bieten“

Lidl streicht ab 2023 besondere Werbung

Ein ganz wesentlicher Ansatzpunkt sind dabei besonders die jüngsten Kunden, beziehungsweise Konsumenten. Mit dem Verzicht auf ganz bestimmte Werbung setzt Lidl laut eigener Angaben „damit als erster deutscher Lebensmitteleinzelhändler eine entsprechende Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um.“

Der Discounter möchte zudem verstärkt das Marketing für eine gesunde und nachhaltige Ernährung von Kindern. Ab Geschäftsjahr 2023 wird Lidl daher grundsätzlich keine ungesunden Lebensmittel mehr an Kinder bewerben. Bereits eine Studie von Foodwatch aus dem Jahr 2021 hat gezeigt, dass mehr als 85 Prozent der an Kinder beworbenen Lebensmittel in Deutschland ungesund sind.

Foodwatch reagiert auf Maßnahme des Discounters

Kein Wunder allerdings, dass sich die Organisation gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“ (dpa) positiv zu den Plänen des Discounters geäußert hat. Luise Molling von Foodwatch erklärt: „Das ist angesichts grassierender Fehlernährung bei jungen Menschen mit zum Teil tödlichen Folgen ein wichtiger, aber auch längst überfälliger Schritt.“

Foodwatch

Laut Definition ist Foodwatch e. V. ein deutscher gemeinnütziger Idealverein. Als solcher setzen sich die Verantwortlichen mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinandersetzt. Das besondere: Foodwatch zählt zu den 78 Verbände in Deutschland, die eine Musterfeststellungsklage durchführen dürfen.

Sie verwies laut Bericht zudem darauf, „dass aktuell etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland von Übergewicht und sechs Prozent sogar von starkem Übergewicht (Adipositas) betroffen seien“. Dies könne im späteren Leben zu Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Gelenkproblemen, Bluthochdruck und Herzerkrankungen führen.

Werbemaßnahme von Lidl hat einen Haken

Einen kleinen Haken gibt es bei der Entscheidung des Lebensmittelriesen aus Neckarsulm dann doch noch. Ganz ohne ungesundes Marketing für Kinder geht’s über ein ganzes Jahr gesehen nicht. Laut Lidl bleiben Aktionsartikeln zu Weihnachten, Ostern und Halloween weiter auf der Werbeliste.

Auch interessant

Kommentare