Vorwurf zu Umweltschutz

Lidl äußert sich zu Kritik der Deutschen Umwelthilfe: Mehrweg-Boykott

  • Juliane Reyle
    VonJuliane Reyle
    schließen

In ihren Filialen wirbt die Discounter-Kette mit Slogans wie: „Der Umwelt zu Liebe“ – doch Lidl wird verurteilt und nicht als umweltbewusstes Unternehmen gesehen. Absichtlich keine Mehrwegverpackungen im Angebot?

Lidl unterstützt ebenso wie Kaufland, das sogar sein Sortiment anpasst, den Veganuary-Trend. Doch der Discounter macht sich nicht nur Freunde: Erst vor kurzem reizte Lidl durch seine Werbung den Supermarkt Edeka und wie echo24.de bereits berichtet hat, hat die Deutsche Umwelthilfe am 6. Dezember, in einer Pressemitteilung, Discountern wie Lidl und Aldi den Boykott von Mehrwegverpackungen vorgeworfen.

Im vergangen Jahr hat sich Lidl bei der Führung von Mehrwegverpackungen lediglich um 1,8 Prozent verbessert. Ist das Unternehmen so wirklich umweltfreundlich? Die Schwarz-Gruppe, zu der Lidl gehört, äußert sich nun zu dem scharfen Vorwurf.

Mehrweg bei Lidl: Wertstoffkreislauf für PET-Flaschen - Sammlung, Recycling, Herstellung

„Bereits seit 2010“, erklärt eine Sprecherin der Schwarz-Gruppe auf Nachfrage von echo24.de, habe das Unternehmen „einen Wertstoffkreislauf für bepfandete PET-Einwegflaschen aufgebaut“. Der gesamte Kreislauf -bestehend aus „Sammlung, Recycling, Herstellung neuer Flaschen, Befüllung, Vertrieb - liegt dabei in der Hand des Konglomerats.

Schwarz-Gruppe hält sich für „Vorreiter“ - Einweg-Getränkeverpackungssystem optimiert

Das Unternehmen erklärt dieses Verfahren mit den Pfandflaschen, als „bottle-to-bottle“-Recycling und hält sich damit vielmehr als einen „Vorreiter“ bezüglich Mehrweg als einen Boykotteur. Die Schwarz-Gruppe meint, das Einweg-Getränkeverpackungssystem optimiert zu haben. Die Transportentfernungen sollen sich dabei auf regionale Distanzen verringert haben und der Recyclinganteil der Flaschenkörper soll inzwischen bei 100 Prozent liegen.

Das Unternehmen gibt zudem an: „Durch den Einsatz von Recyclingmaterial hat Lidl in Deutschland im Vergleich zu PET-Flaschen ohne Rezyklat im Geschäftsjahr 2021 circa 35.800 Tonnen Neuplastik eingespart. Das entspricht einer Vermeidung von mehr als 60.000 Tonnen CO2.“ Doch wie sieht es mit weiteren Produkten, neben den Pfandflaschen, im Sortiment des Discounters aus?

Warum liegt die Mehrwegquote dennoch nur bei 43,1 Prozent: Kostenlose Plastiktüten bei Kaufland und Lidl

Warum die Mehrwegquote von Lidl dennoch nur bei 43,1 Prozent liegt, erklärt das Unternehmen nämlich nicht. Auch wie Lidl mit anderen Verpackungen in seinem Sortiment umgeht, schildert die Schwarz-Gruppe nicht genauer und weist lediglich darauf hin, sich seit 2018 im Rahmen der Plastikstrategie REset Plastic für „die Sammlung, Sortierung und Wiederverwertung von Kunststoffen“ zu engagieren.

Einige Discounter und Supermärkte, darunter auch Lidl und Kaufland, nutzen sogar eine Gesetzeslücke, um weiterhin kostenlose Plastiktüten in ihren Geschäften anzubieten. Dabei sind Plastiktüten bereits seit 1. Januar 2022 verboten. Die Plastiktüten, die gratis angeboten werden, sind nicht für Mehrwegzwecke ausgelegt.

Mitarbeiter der Lebensmittelgeschäfte sind übrigens nicht dafür verantwortlich, ob umweltfreundliche Verpackungen verwendet werden. Verpackungstechnische Maßnahmen werden von den Unternehmen entschieden, deshalb sollten sich Kunden manch einen Spruch gegenüber Mitarbeitern lieber sparen.

Rubriklistenbild: © Steve Parsons/PA Wire/dpa/Symbolbild