Keine Sanktionen aber Hilfe vor Ort

Kaufland/Lidl zögern: Stand der Russland-Sanktionen – damit müssen Kunden rechnen

Symbolfoto kaufland
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Kaufland/Lidl: Sanktionen gegen Russland - Europas Lebensmittel-Riesen zögern.
  • Dominik Jahn
    VonDominik Jahn
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Kaufland und Lidl verzichten auf Sanktionen gegen Russland in Deutschland. Reaktion von Lidl in Litauen und Lettland. Schwarz-Gruppe agiert zurückhaltend.

Mit dem Krieg gegen die Ukraine sieht sich Russland und sein Präsident Wladimir Putin europaweit wirtschaftlichen Sanktionen ausgesetzt. In Deutschland haben jetzt auch zahlreiche Lebensmittelhändler reagiert oder werden reagieren. Handels-Giganten wie die Schwarz-Gruppe mit den Unternehmenstöchtern Kaufland und Lidl aus Neckarsulm in Baden-Württemberg, oder der Lebensmittelriese EDEKA sowie Rewe stehen aktuell im Blickpunkt.

Laut einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verbannen immer mehr Lebensmittelhändler russische Produkte aus ihren Regalen. Demnach kündigte Rewe am Dienstag an, man werde für „Rewe und Penny in Deutschland Lebensmittel, die in Russland produziert werden, auf zentraler Ebene auslisten“.

Kaufland/Lidl eher zurückhaltend mit Sanktionen gegen Russland im Ukraine-Krieg

Alle Artikel die sich noch in den Lagern und Märkten befinden werden aber nicht „vernichtet“, sie bleiben „derzeit noch im Verkauf oder würden im Laufe der Zeit den Tafel-Organisationen oder ähnlichen Initiativen zur Verfügung gestellt“. Deutlich offensiver als bei Kaufland und Lidl agiert man auch bei EDEKA. Hier ist man dabei und überprüft das Warenangebot. Das Unternehmen erklärte dazu: „Wir unterstützen alle Sanktionen, die von der EU und der Bundesregierung auf den Weg gebracht wurden und werden. Deshalb ermitteln wir bereits, ob und in welchem Umfang wir Produkte aus Russland bzw. von Unternehmen, die in Händen russischer Oligarchen sind, in unserem Sortiment führen.“

Wenn auch nicht in Deutschland, so gibt es von der Discounter-Kette Lidl zumindest in den Länder Litauen und Lettland Aktionen. Gegenüber der dpa gab das Unternehmen aus Baden-Württemberg an, „keine Produkte aus Russland zu importieren“. Gleiches gelte dem Unternehmenssprecher zufolge für Produkte aus Belarus, die von anderen Supermarktketten im Baltikum teils ebenfalls ausgelistet werden. 

Humanitäre Hilfe: Schwarz-Gruppe mit Kaufland und Lidl will vor Ort helfen

Auf eine Nachfrage von echo24.de bezüglich weiterer Reaktionen von Kaufland oder Lidl gab es von den beiden Unternehmen bislang keine Rückmeldung (Stand 2. März, 14.40 Uhr). Gegenüber stimme.de (Artikel hinter Bezahlschranke) äußerte sich die Schwarz-Gruppe zumindest zu möglichen humanitären Hilfen vor Ort: „Insbesondere in einer solchen schwierigen Zeit ist es der Schwarz-Gruppe wichtig, dass wir unserer Verantwortung als großes Handelsunternehmen gerecht werden - für unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und die Gesellschaft insgesamt.“

Es sei dem Unternehmen dabei extrem wichtig, „schnell und unbürokratisch zu helfen und auf verschiedene Art und Weise zu unterstützen“.

Weiter Händler mit Sanktionen gegen Russland

Bei Discounter Aldi Süd befindet sich nach eigenen Angaben nur ein Artikel aus Russland im Angebot - Wodka in der 0,7-Liter-Flasche. Und hierzu heißt es: „Wir haben entschieden, den Artikel auf unbestimmte Zeit auszulisten.“ Man wolle damit ein Zeichen setzen in der aktuellen Situation des Ukraine-Krieges. Aldi Nord verbannte ebenfalls Schnaps aus Russland aus den Regalen.

Bereits kurz zuvor hatte die in Norden und Osten Deutschlands stark vertretene Discounterkette Netto einen Boykott russischer Waren angekündigt. Es war eine Reaktion auf die Maßnahmen des dänischen Mutterkonzerns Salling Group (Brabrand). Betroffen sind dem dpa-Bericht zur Folge 15 Artikel, darunter Süßwaren, Fertiggerichte und Spirituosen wie Wodka. Allerdings muss zwischen dem Netto mit den Markenfarben Schwarz und Gelb sowie einem Hund als Symbol und dem größeren Netto-Marken-Discount mit Sitz in Bayern unterschieden werden.

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