Rettertüte gegen Lebensmittelverschwendung

Lidl macht bestimmte Produkte deutlich günstiger - „neuer Baustein“

Eine Frau beim Einkaufen in der Gemüseabteilung eines Supermarktes trägt einen selbstgemachten Mundschutz.
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Lidl hat ein neues Angebot für Kunden, welches der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken soll. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Um weniger Lebensmittel zu verschwenden, führt Lidl ein neues Angebot ein. Von der „Rettertüte“ profitieren nicht nur Lidl und die Umwelt, sondern auch Kunden.

Jährlich landen in Deutschland zwischen 12 und 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – dabei ist vieles davon zum Zeitpunkt des Wegwerfens noch essbar. Vor allem Supermärkte stehen schon seit Jahren in der Kritik – denn vieles, was nicht verkauft wird, landet in der Tonne, vor allem aus der Frischabteilung. Lidl möchte das künftig ändern und führt deshalb ein Angebot ein, welches nicht nur der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken soll, sondern auch Kunden zugutekommt.

Lidl: Obst und Gemüse teils „stark rabattiert“

Bis 2025 sollen Lebensmittelverluste und der organische Abfall im Unternehmen um 30 Prozent verringert werden. „Als neuer Baustein in den Filialen ergänzt die Rettertüte ab Mai sukzessive die Lidl-Lebensmittelrettung“, schreibt Lidl in einer aktuellen Pressemitteilung.

Damit soll „äußerlich weniger perfekten Obst- und Gemüseprodukten“ eine zweite Chance geboten werden. Der Vorteil für Kunden: Die Rettertüte soll zum Einheitspreis von drei Euro angeboten werden. Das Konzept gibt es bereits in anderen Supermarktfilialen.

„Mit dem ganzheitlichen ‚Rette mich‘-Konzept in unseren Filialen wollen wir gemeinsam mit unseren Kunden gezielt Lebensmittel retten. Besonders bei Obst- und Gemüse-Artikeln können wir Lebensmittelverschwendung verringern, indem wir weniger perfekte Produkte stark rabattiert anbieten“, erläutert Elisabeth Koep, Leiterin CSR und Nachhaltigkeit bei Lidl Deutschland.

Lidl: Hin zu mehr Nachhaltigkeit und weniger Lebensmittelverschwendung

Die „Rettertüte“ ist eine Ergänzung zu dem Nachhaltigkeitskonzept von Lidl: In anderen Warengruppen finden Kunden bereits Boxen, in denen Produkte einige Tage vor Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums zum halben Preis angeboten werden. Auch ein Hinweis auf verschiedenen Lebensmittelprodukten soll verhindern, dass Produkte bei Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums direkt in den Müll fliegen: „Ich halte oft länger, als man denkt“ steht auf einigen Verpackungen.

Zudem gibt es bei Lidl seit Januar „Hybrid-Fleisch“ – beispielsweise Wiener Würstchen, die zu 60 Prozent aus Huhn und zu 20 Prozent aus Möhre sind. Somit kann der Fleischkonsum ohne vollkommenen Verzicht verringert werden und der ökologische Fußabdruck gleich mit.

In puncto Fleisch gibt es noch einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: Lidl hat sich mittlerweile der sogenannten 5xD-Regel verschrieben. Die soll garantieren, dass die Frischfleischprodukte nur noch aus deutscher Aufzucht und Herstellung stammen – lange, qualvolle Transportwege bleiben den Tieren somit erspart. Und: Lidl arbeitet an einer neuen Verpackung für Obst und Gemüse – die soll die Lebensmittel nicht nur haltbarer und frischer machen, sondern auch essbar sein.

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