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Lidl/Kaufland: Änderung ab Mai - bald viel mehr Rabatte dank neuem Gesetz?

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Von: Julia Thielen

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Lidl und Kaufland profitieren ab Mai 2022 von einem neuen Gesetz. Auch für Kunden gibt es bald beim Einkaufen einen entscheidenden Vorteil.

Mal angenommen es wäre bereits der 1. Mai. Das Mittagessen soll schnell gehen und ausnahmsweise steht Tütensuppe auf dem Plan. Wohl kaum jemand wäre jetzt abgeschreckt, das Produkt mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vom 30. April, noch zuzubereiten. Anders sieht das aber bei frischen Produkten wie Hackfleisch oder Eiern aus. Für viele ist das MHD gleichbedeutend mit einem Ablaufdatum. Auch wenn das nicht stimmt: Nicht selten landen Lebensmittel genau aus diesem Grund in der Tonne, obwohl sie eigentlich noch problemlos essbar wären.

Dieses Verständnis des MHD wirkt sich auch auf Einkäufe in Supermärkten und Discountern wie Kaufland und Lidl aus. Denn hier lassen Kunden gerne einmal liegen, was zeitnah abläuft. Genau das könnte sich aufgrund eines neuen Gesetzes ab Mai nun ändern. Denn dieses zielt auf die Lebensmittelverschwendung ab.

Lidl/Kaufland: Neues Gesetz sorgt für Änderung bei Rabatten für Kunden

Rund 12 Millionen Tonnen wandern laut Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) allein in Deutschland jährlich auf dem Müll. Das soll sich bis 2030 drastisch ändern. Ziel der Bundesregierung ist es, bis dann die Lebensmittelverschwendung pro Kopf sowohl auf Einzelhandels- als auch auf Verbraucherebene zu halbieren.

Mehrere Gesetze hatten bereits zu Beginn des Jahres für Änderungen beim Einkaufen gesorgt und zielten auf Nachhaltigkeit und Tierschutz ab. So werden bestimmte Produkte bei Lidl und Kaufland bereits seit längerem nicht mehr verkauft. Das neue Gesetz ist nun Teil der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und zielt auf Arbeitsabläufe bei Einzelhändlern ab. Lidl und Kaufland, aber auch Aldi, Edeka, Rewe und Co. sparen sich durch eine Vereinfachung künftig einen Arbeitsschritt.

Kaufland, Lidl und Co.: Änderung bei Kennzeichnung von Rabatten

Konkret geht es um die Kennzeichnung von Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum beinahe erreicht ist. Diese werden häufig rabattiert, um Kunden doch noch vom Kauf der genauso genießbaren Produkte zu überzeugen. Bislang mussten Kaufland, Lidl und Co. hier allerdings zusätzlich zum Rabatt auch einen neuen Gesamt- beziehungsweise Grundpreis auszeichnen.

Ab Mai 2022 reicht wegen des neuen Gesetzes nun ein einfacher Rabattaufkleber. Wichtig für Verbraucher: Supermärkte und Discounter müssen dennoch deutlich kennzeichnen, dass der Rabatt wegen des näherschreitenden MHD gewährt wird.

Kaufland/Lidl: Produkte dürften nun häufiger günstiger werden

Denkbar ist, dass betroffene Produkte nun häufiger für Kunden auch tatsächlich günstiger werden und somit verkauft und verzehrt werden anstatt auf dem Müll zu landen. Lob hätte es deshalb vom Handelsverband Deutschland gegeben, berichtete unter anderem chip.de.

Kritik hätte es demnach von der Verbraucherzentrale gegeben. Das jetzige Gesetz sei „Legalisierung von gelebter Praxis“. Viele Einzelhändler würden auch jetzt schon nur mit einem Sticker Rabatt gewähren.

Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung: Einzelhändler haben eher geringen Anteil

Fest steht: Das Gesetz allein dürfte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland kaum Einhalt gebieten. Denn Kaufland, Lidl und Co. haben hieran einen eher geringen Anteil. Nicht einmal zweieinhalb Prozent der weggeworfenen Lebensmittel stammen hierher, wie ein aktueller Report des Thünen-Instituts für 2019 feststellte.

Doch es ist ein Anfang. Genauso wie ein anderes Gesetz dagegen, das nicht nur Lidl und Kaufland den Verkauf bestimmter Produkte untersagt.

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