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Lidl drohen Sanktionen: Discounter soll wichtiges Gesetz ignorieren

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Von: Dominik Jahn

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PET Pfandflaschen
Lidl könnten jetzt Sanktionen drohen. Umweltorganisation sieht ein Gesetz verletzt. © dpa/ FrankHoermann/SVEN SIMON

Lidl: Die Deutsche Umwelthilfe sieht einen Verstoß gegen gesetzliche Mehrwegquote. Der Fall liegt jetzt bei der Bundesministerin für Umwelt und Naturschutz.

Das Thema Umweltschutz ist groß. Auch im Lebensmittelhandel wird immer stärker darauf geachtet. Discounter-Riese Lidl, aus der Schwarz-Gruppe mit Hauptsitz in Neckarsulm, ist jetzt in den Fokus der Deutschen Umwelthilfe (DHU) gerückt. Der Vorwurf: Das Unternehmen würde die im Verpackungsgesetz festgelegte Mehrwegquote von 70 Prozent nicht einhalten. Doch Lidl wehrt sich.

Erst im Oktober 2020 warb der Discounter mit einer Kampagne zum Flaschenkreislauf. Lidl wollte damit zeigen, wie bepfandete Einwegflaschen neues PET sparen und das Klima schonen. Für die DHU reicht das nicht aus. Die Verantwortlichen fordern laut SWR von der Bundesministerin für Umwelt und Naturschutz, Steffi Lemke, sofortige Maßnahmen.

Lidl: Umwelthilfe fordert finanzielle Sanktionen

Und die Umwelthilfe macht Druck. Lidl solle demnach laut DHU eine Abgabe „von mindestens 20 Cent auf Einweg-Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons zusätzlich zum Pfand“ zahlen. Im SWR-Bericht erklärt DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz: „Nur so werden die negativen Umweltauswirkungen von Einweg-Verpackungen sichtbar und ökonomische Anreize für Unternehmen gesetzt, auf Mehrweg umzustellen.“

Und die DHU wird in ihrer Aussage zu Lidl noch deutlicher. Auch Discounter-Konkurrent Aldi bekommen dabei sein Fett weg: „Aldi und Lidl setzen weiterhin auf eine Flut aus Einweg-Getränkeverpackungen“. Mit der beworbenen Einweg-Variante von Getränkeverpackungen würde der Lebensmittel-Riese die gesetzliche Mehrwegquote laut Bericht einfach ignorieren.

Lidl wehrt sich: Eigenes Einweg-System reicht aus

Jetzt wehrt sich Lidl. Gegenüber dem SWR nennt das Neckarsulmer Unternehmen die eigene klimafreundliche Wertstoffkette. Demnach würden „über 97 Prozent aller mit Pfand belegten PET-Einwegflaschen werkstofflich recycelt“. Außerdem sei der komplette Kreislauf in eigener Hand.

Nach Lidl-Angaben geht es dabei um „das Sammeln, Recyceln, die Herstellung neuer Flaschen, deren Befüllung“. Den Vertrieb übernehme dabei die Schwarz-Gruppe. Auch Flachen des Schwesterunternehmens Kaufland gehört zu diesem System. Außerdem investiere das Unternehmen seit vergangenem Jahr massiv in das eigene Recyclingunternehmen PreZero.

Lidl-Fall liegt jetzt bei Bundesministerin: DHU gibt sich nicht zufrieden

Der Fall liegt jetzt auf dem Schreibtisch der Bundesministerin für Umwelt und Naturschutz. Die DHU, so sieht es aus, gibt sich mit den Erklärungen von Lidl in jedem Fall nicht zufrieden. Die unternehmenseigene Recyclingprozesse lässt, laut SWR-Beitrag, DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer nicht gelten: „Recyclingmaterial gibt es nicht zum Nulltarif. Etwas Anderes zu behaupten, ist lediglich ein verzweifelter Versuch, die Verbraucherinnen und Verbraucher vom wachsenden Plastikmüll-Problem abzulenken.“

Dazu heißt es bei der Deutschen Umwelthilfe weiter: „Mehrwegflaschen werden bis zu 50-mal wiederbefüllt, überwiegend regional vertrieben und sparen im Gegensatz zu Einweg-Plastik, Getränkedosen und -kartons Ressourcen ein, darunter auch Öl und Gas, mit positiven Effekten für den Klimaschutz“.

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