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Boykottiert Lidl etwa Mehrwegprodukte? Umwelthilfe mit scharfer Kritik

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Von: Juliane Reyle

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Statt einer Verbesserung der Mehrwegquote ist laut der Deutschen Umwelthilfe bei Discountern sogar ein Boykott von Mehrwegverpackungen zu beobachten. Zudem soll es einen besorgniserregenden Anstieg von umweltschädlicher Dosen und Getränkekartons geben.

Umweltschutz ist für Lidl kein neues Thema: Es wird sogar mit Nachhaltigkeit geworben. Zum Beispiel werden neuartige Verpackungen eingeführt, die die Umwelt schützen sollen. Doch zeitgleich liegen immer noch kostenlose Plastiktüten in den Geschäften. Jetzt kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DHU) den Discounter scharf und wirft Lidl sogar den Boykott von Mehrwegverpackungen vor.

Bereits in der Vergangenheit wegen Mehrwegquote kritisiert: Lidl bleibt bei Einwegverpackungen

Discounter, wie Lidl und Aldi wurden bereits in der Vergangenheit aufgrund ihrer schlechten Mehrwegquote kritisiert. Lidl soll ein wichtiges Gesetz für den Schutz der Umwelt ignoriert haben und die Quote für Mehrwegprodukte hat sich bei den Discountern scheinbar immer noch nicht ausreichend verbessert. Deshalb wirft die Deutsche Umwelthilfe nun Boykott vor.

Eigentlich soll der Mehrweganteil, laut Verpackungsgesetz, rund 70 Prozent entsprechen, doch neue Zahlen des Umweltbundesamtes zeigen, dass die Discounter aktuell nur zu 43,1 Prozent Mehrwegverpackungen führen, wie es in einer Pressemitteilung der „Deutschen Umwelthilfe“ vom Dienstag, den 6. Dezember, heißt.

Deshalb fordert die DHU auch eine schnelle Umsetzung der bereits im Koalitionsvertrag angekündigten Mehrwegförderung. Die Zielquote von mindestens 70 Prozent Mehrwegverpackungen soll möglichst schnell erreicht werden. Denn seit dem vergangenen Jahr ist der Mehrweganteil bei Lidl nach Angaben der DUH um lediglich 1,8 Prozent angestiegen. Obwohl es in anderen Bereichen, wie den Parkplätzen von Kaufland und Lidl, bereits Neuerungen gibt.

Hoher Zuwachs an umweltschädlichen Verpackungen: Mangel an umweltfreundlichen Alternativen

Statt auf umweltfreundliche Mehrwegverpackungen zu setzen, hat es sogar einen hohen Zuwachs an umweltschädlichen Getränkedosen und Getränkekartons gegeben. Es soll 6,7 Prozent mehr Dosen im Verkauf geben und 11,3 Prozent mehr Getränkekartons. Lidl selbst hat sich derzeit noch nicht zu dem Vorwurf der Deutschen Umwelthilfe geäußert, doch hat bereits im Juni auf seine klimafreundliche Wertstoffkette verwiesen und ist von seinem System PET-Flaschen aus 100 Prozent recycelten Plastik überzeugt.

Damit die gesetzliche Zielquote von 70 Prozent Mehrwegverpackungen endlich erreicht wird, empfiehlt Barbara Metz, die Bundesgeschäftsführerin der DUH eine Lenkungsabgabe auf Einwegplastikflaschen und Dosen von mindestens 20 Cent.

Nicht nur der Umgang mit Verpackungen und Umweltschutz des Discounters wird kritisiert. Zuletzt wurden Tierquälerei-Vorwürfe gegen Lidl erhoben. In einer TV-Sendung des ZDF wurden einige Verkaufstricks des Discounters aufgedeckt.

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