Ärger auf Facebook

Lidl: „Keine Assistenzhunde erlaubt“ – Kundin macht ihrem Ärger Luft

  • VonDaniel Hagen
    schließen

„Kein Zutritt für Hunde“ heißt es an den Eingängen zahlreicher Supermärkte im Land. Doch was, wenn jemand auf den Vierbeiner angewiesen ist? Ein solcher Vorfall sorgt für Wut im Netz.

Hunde, Katzen und andere Haustiere sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Doch es gibt Bereiche, in denen Vierbeiner weiterhin verboten sind. Dazu gehören unter anderem Supermärkte, Ämter oder Krankenhäuser – auch, wenn in letzteren ab und zu mal eine Ausnahme gemacht wird. In Discountern wie Aldi, Lidl und Kaufland heißt es jedoch „Kein Zutritt für Hunde“, wie HEIDELBERG24 berichtet.

UnternehmenLidl
HauptsitzNeckarsulm
Umsatz57 Milliarden EUR
Gründung1932, Deutschland

Hunde müssen bei Lidl, Aldi und Kaufland draußen bleiben

Doch warum sind Tiere in Supermärkten eigentlich verboten? Gemäß der europäischen Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene muss vermieden werden, dass Haustiere Zugang zu Räumen haben, in denen Lebensmittel zubereitet, behandelt oder gelagert werden. Neben Supermärkten sind auch Metzgereien, Bäckereien sowie weitere Lebensmittel-Fachgeschäfte von der Regelung betroffen.

Wer seinen Vierbeiner also mit zum Einkaufen nehmen möchte, sollte ihn vor dem Laden anleinen, damit es keinen Ärger gibt – oder die Fellnase direkt zu Hause lassen. Doch wie sieht es aus, wenn jemand komplett auf seinen Hund angewiesen ist? So gibt es gut ausgebildete Blinden- und Assistenzhunde, die ihre Besitzer im Alltag unterstützen.

Lidl-Kundin beschwert sich auf Facebook – ihr Assistenzhund darf nicht in Filiale

Beim Discounter Lidl ist vor kurzem der Hund einer Frau abgewiesen worden, was für jede Menge Wut gesorgt hat. Denn es handelt sich hierbei um den Assistenzhund eine Rollstuhlfahrerin. „Ich finde das absolut nicht in Ordnung das bei euch keine Assistenzhunde erlaubt sind. Also können Menschen die ohne ihren Hund nicht klar kommen bei euch nicht einkaufen?“, schreibt eine LIDL-Kundin auf Facebook. Wie hna.de berichtet, sind andere User über die Gurken-Preise bei Lidl schockiert.

Wie die Frau auf Facebook weiter klagt, habe ihr Vater extra vorher gefragt, ob das Tier mit hinein dürfe. Die Antwort lautet: „Hund nein Rollstuhl ja“. Als das Team des Lidl-Accounts die Nachricht sieht, entschuldigen sie sich sofort bei der Frau. „Weil wir wissen, dass dein Hund dich dabei unterstützt, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, darf er gerne mit dir unsere Filialen besuchen“, schreibt Lidl.

Gesetzt regelt, dass Hunde mit spezieller Ausbildung in Lidl, Aldi und Kaufland dürfen

Die einzige Voraussetzung sei, dass der Hund als Assistenz- beziehungsweise Servicehund gekennzeichnet sein muss. Ob er es in diesem Fall war, ist unklar. Falls der Vierbeiner aber eine solche Kennzeichnung getragen hat, hätte der Mitarbeiter der Lidl-Filiale § 12e Absatz 1 im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) entweder nicht gekannt oder ignoriert. Discounter wie Lidl nutzen übrigens spezielle Tricks, um Kunden zu manipulieren.

Der Paragraf besagt, dass Menschen mit Behinderung der Zutritt zu Anlagen oder Einrichtungen, die für jedermann zugänglich sind, wegen der Begleitung durch Assistenz- oder Blindenführhunde nicht verweigert werden darf. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Hund nicht mit den Lebensmitteln in Kontakt kommt – was aufgrund der gut geschulten Tiere aber nicht schwer sein dürfte. (dh)

Rubriklistenbild: © Christin Klose

Mehr zum Thema