Nach Rewe und Edeka

Lidl: Änderung bei Milchprodukten kommt jetzt auch in den Discounter

Eine Frau trägt zwei Einkaufstaschen von Lidl
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Lidl bietet seinen Kunden künftig einen besonderen Service bei der Auswahl an.
  • VonMalin Annika Miechowski
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Discounter Lidl will bei einem nachhaltigen Einkauf helfen – wie die Konkurrenz. Denn die Idee des Unternehmens ist nicht neu.

Deutschland – Das Tierwohl und die Nachhaltigkeit stehen bei Verbrauchern immer öfter im Fokus, wenn es um den wöchentlichen Einkauf geht. Daher will Lidl nun ein deutliches Zeichen setzen. Doch die Konkurrenz ist dem Discounter zuvor gekommen. RUHR24* kennt die Details.

DiscounterLidl
Gründung1973
SitzNeckersulm, Deutschland
Anzahl Filialen10.800 in 32 Ländern

Discounter Lidl verkündet Änderung: Milchprodukte bekommen neue Siegel

Egal, ob Joghurt, Butter oder Käse – viele der Milchprodukte gehören bei Nicht-Veganern im Alltag zu den Mahlzeiten dazu. Damit diese Kunden möglichst nachhaltig einkaufen können, gibt es für einige Artikel von Discounter Lidl künftig eine Änderung*. Sie sollen mit einem bestimmten Hinweis versehen werden.

Der aufgedruckte Sticker gibt den Verbrauchern dann Hinweise über die Herkunft der Produkte. Dabei gilt: Je höher die erreichte der vier möglichen Stufen ist, desto mehr wird bei den Betrieben auf das Tierwohl der Milchkühe geachtet, also „umso mehr Platz im Stall und Auslauf haben die Milchkühe“, erklärt Lidl in einer Pressemitteilung.

Auf den Verpackungen der Trinkmilch von Lidl gibt es künftig Hinweise zum Tierwohl der Kühe.

Wem das Tierwohl hinter der angebotenen Ware am Herz liegt, der sollte daher zu Milchprodukten der Stufe 3 oder 4 greifen. Bei der Trinkmilch trifft das nach eigenen Angaben des Unternehmens auf 65 Prozent des Sortiments zu.

Lidl führt Siegel für Tierwohl und Nachhaltigkeit ein – Discounter gibt großes Versprechen an Kunden

Besonders nachhaltig sei die Bio-Variante. Denn: „100 Prozent der Bio-Milch sind nach höchstem Bioland-Standard zertifiziert“, verspricht der Discounter. Zudem stamme sämtliche Trinkmilch komplett aus Deutschland, also aus nationaler Herstellung (weitere News zu Supermärkten und Discountern* bei RUHR24).

Solche Symbole als Hinweis auf das Tierwohl gibt es aber künftig nicht nur bei den Milchprodukten. Bei Frischfleisch und Wurst von Lidl geben diese aufgedruckten Aufkleber bereits Aufschluss über die Haltungsform.

Auch die Konkurrenz des Discounters ist bereits auf den Zug aufgesprungen. Rewe, Edeka und dessen Tochtergesellschaft Netto wollen ebenfalls noch 2022 diese Änderung bei Milchprodukten* durchführen und den Kunden so die Suche nach nachhaltigen Produkten erleichtern.

Lidl mit Änderung: Konkurrent Rewe bietet bereits Milchprodukte mit Tierwohl-Siegel an

Rewe hat bereits den nächsten Schritt getan und bietet als Supermarkt bereits seit Anfang 2022 die Änderung im Sortiment der Trinkmilch an. Um ein Siegel mit möglichst hoher Bewertung zu erhalten, muss das Produkt bestimmte Anforderungen der Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH „Haltungsform.de“ erfüllen.

Um mit der Stufe 4, also der besten Bewertung ausgezeichnet zu werden, darf an die Kühe etwa nachweislich kein Futtermittel mit Gentechnik verfüttert werden. Auch die Bauweise des Stalls und ein vorhandener Außenbereich spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung.

Tierwohl-Label: So werden die Haltungsformen angezeigt

Das Tierwohl-Label zeigt in vier Stufen an, wie die Tiere vor ihrer Schlachtung gehalten werden. Dabei entspricht Stufe 1 den gesetzlichen Mindestanforderungen bei der Stallhaltung. Bei Stufe 2 haben die Tiere zehn Prozent mehr Platz und zusätzliches Beschäftigungsmaterial.

Stufe 3 setzt voraus, dass die Tiere mit Außenklima in Kontakt kommen. Im Idealfall haben die Tiere Freigang, die Mindestanforderung für die Stufe ist allerdings eine offene Stallfront. Die Stufe 4 basiert auf der EU-Ökoverordnung, entspricht zum Großteil also den Anforderungen für Bio-Fleisch.

Inwiefern die übrigen Konkurrenten, wie Aldi und Aldi Süd nachziehen und ebenfalls die angebotenen Milchprodukte überprüfen und mit entsprechenden Siegeln ausstatten lassen, bleibt abzuwarten.

Video: Lidl, Rewe, Aldi: Die Supermärkte und Discounter in Deutschland

Auch in anderer Hinsicht ist die Einführung solch verbraucherfreundlichen Hinweise für Lidl sinnvoll. Denn im vergangenen Jahr gab es gegen Discounter Lidl einen Shitstorm seitens der Kunden.* Grund dafür waren in Plastikfolie eingeschweißte Sorten Gemüse. Gleichzeitig hatte das Unternehmen sich in einer Kampagne für die Reduzierung von zu viel Plastik ausgesprochen.

Dazu kommt das aktuelle Verkaufsverbot von Eiern bei Lidl und anderen Supermärkten und Discountern.* Mit der Neuerung bei der Trinkmilch kann der Discounter nun neue Pluspunkte bei den Verbrauchern sammeln. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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