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Versteckte Preiserhöhungen bei Lebensmitteln – darauf sollten Kunden achten

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Von: Lisa Klein

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Einkaufen im Supermarkt
Preiserhöhungen werden bei abgepackten Lebensmitteln gerne versteckt. © Jens Kalaene/dpa

Die Preise steigen – doch vor allem bei Lebensmitteln gibt es häufig verstecke Preiserhöhungen. Darauf sollten Verbraucher beim Einkaufen achten.

Die Preise steigen aktuell in allen möglichen Lebensbereichen. Kunden des Energie-Riesen EnBW beispielsweise wurden im August per Post über massive Erhöhungen der Strompreise informiert, wie echo24.de berichtet. Doch so transparent und einfach zu erkennen sind nicht alle Preissteigerungen – vor allem im Lebensmittelbereich gibt es versteckte Erhöhungen.

Um höhere Preise zu kaschieren, verkleinern immer mehr Hersteller den Packungsinhalt ihrer Produkte, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Verbraucher sollten deshalb beim Einkauf in nächster Zeit genauer hinschauen. Denn es ist gut möglich, dass die vertraute Packung oder auch nur der Packungsinhalt geschrumpft ist – auch wenn der Preis der alte ist. Verbraucherschützer befürchten: „Der Höhepunkt kommt erst noch.“

Versteckte Preiserhöhungen bei Lebensmitteln – das kommt auf Verbraucher zu

„Wir erleben gerade die erste Welle solcher versteckter Preiserhöhungen“, sagte Armin Valet, Lebensmittelexperte bei der Verbraucherzentrale Hamburg gegenüber der dpa bereits im August. Valet beobachtet seit Jahren, wie Hersteller und Handel mit Packungsgrößen tricksen, um Preiserhöhungen zu verschleiern und kürt alle zwölf Monate eine Mogelpackung des Jahres. echo24.de berichtete bereits über die Mogelpackung des Monats, wie Hersteller tricksen und worauf Kunden achten sollten.

Im Moment gebe es bei der Verbraucherzentrale Hamburg aber besonders viele Beschwerden über solche Tricksereien, sagte Valet. Der Hintergrund ist klar: Die Lebensmittelpreise steigen zurzeit dramatisch. Im Juli waren Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 14 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Gestiegene Rohstoffpreise machen sich hier ebenso bemerkbar wie höhere Energiekosten oder Mehrausgaben für Logistik infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Krieges.

Da ist die Versuchung für Hersteller und Handel groß, die Preiserhöhung etwas zu kaschieren. Wenn die Packung ein bisschen schrumpft, fällt das häufig weniger auf, als wenn der Preis steigt. Es gibt sogar schon ein Wort dafür: „Shrinkflation“ – eine Verbindung des englischen Wortes für Schrumpfen „shrink“ und Inflation.

Hersteller sollten bei Preiserhöhungen mehr auf Transparenz setzen

Der Experte findet, die Hersteller sollten gegenüber den Verbrauchern mit offenen Karten spielen. „Wichtig ist aus Fairness-Gründen, dass die Hersteller bei Mengenreduzierungen auch die Verpackungen verkleinern.“ Dann könnten sie durchaus auch auf Verständnis der Konsumenten hoffen. „Manch einer ist vielleicht auch froh, durch die Mengenreduzierung nicht mehr bezahlen zu müssen.“

Beispiele für solche „Schrumpfkuren“ gibt es aktuell zuhauf. Haribo etwa verkleinerte kürzlich seine Goldbärentüte von 200 auf 175 Gramm. Der empfohlene Preis von 0,99 Cent blieb gleich – trotz 12,5 Prozent weniger Inhalt. „Als Unternehmen sind wir bereits seit Anfang des Jahres mit außergewöhnlich steigenden Kosten für hochwertige Zutaten, aber auch für Folien, Verpackungsmaterialien, Kartonage sowie Energie und Logistik im hohen doppelstelligen Bereich konfrontiert“, begründete Haribo den Schritt. Das Unternehmen passe Verpackungsgrößen und Preis an, um weiterhin erschwinglich zu bleiben.

„Wichtig war uns, dass wir nicht mehr ,Luft‘ im Beutel haben, also den Beutel in seiner Größe beibehalten, sondern auch den Beutel sichtbar verkleinern“, betonte ein Unternehmenssprecher. Dadurch sei die Verringerung der Füllmenge für die Kunden klar erkennbar. Auch bei Marmelade, Margarine, Chips und sogar Tiefkühlpizza sowie Weichspüler stießen die Verbraucherschützer in den vergangenen Wochen auf schrumpfende Packungsinhalte.

Supermärkte und Discounter greifen bei ihren Eigenmarken häufiger zu verstecken Preiserhöhungen 

Verboten sei das übrigens nicht, räumt Valet ein. Aber es sei natürlich eine Trickserei zulasten der Kunden. Auffällig ist nach seinen Worten, dass auch Supermärkte und Discounter bei ihren Eigenmarken immer öfter zu solchen verstecken Preiserhöhungen greifen. Dies habe in der Vergangenheit eher Seltenheitswert gehabt.

Gestiegen ist nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg aber auch die Häufigkeit sogenannter doppelter Preiserhöhungen auf der Mogelpackungsliste des Verbandes. Gemeint sind damit Produkte, bei denen nicht nur die Füllmenge reduziert, sondern zusätzlich der Preis vom Handel erhöht wurde. Betraf das in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich 18 Prozent der aufgenommenen Artikel, so waren es im ersten Halbjahr 2022 bereits rund 35 Prozent.

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