Lebensmittel-Riesen hatten zunächst gezögert

Lidl und Kaufland nehmen russische Produkte aus Sortiment

  • Julia Thielen
    VonJulia Thielen
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Auch in den Filialen von Lidl und Kaufland können Kunden bald keine russischen Produkte mehr kaufen. Grund ist der Krieg in der Ukraine.

Rewe macht es bereits, Penny, Netto, Aldi Süd, Aldi Nord und Edeka auch. Nun ziehen Lidl und Kaufland, die zur Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm gehören, nach. Die Lebensmittelriesen werden vorerst keine russischen Produkte mehr verkaufen. Hintergrund ist der Krieg in der Ukraine.

Dieser hatte mehrere Supermärkte und Discounter zu einem Boykott veranlasst. Rewe etwa hatte bereits am 1. März angekündigt, in Russland produzierte Artikel in allen Rewe- und Penny-Märkten auszulisten. Auch die vor allem in Norden und Osten Deutschlands vertretene Discountkette Netto hatte einen Boykott russischer Waren angekündigt. Aldi Süd und Aldi Nord hatten Schnaps aus Russland aus ihren Regalen genommen - andere Artikel aus Russland hatten die Discounter ohnehin nicht im Angebot. Edeka hat nach eigener Aussage bereits seit längerer Zeit keine aktiven, zentralen Geschäftsbeziehungen mit Russland mehr.

Lidl/Kaufland nehmen jetzt doch russische Produkte aus Regalen

Lidl und Kaufland hatten sich mit Sanktionen zunächst verhalten gezeigt. Hilfe wollte die Schwarz-Gruppe aber von Beginn an leisten. An die Ukraine stellen die Unternehmen eine riesige Spende. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigten die Konzerne aber, nun doch auch auf den Verkauf russischer Produkte zu verzichten.

„Diese werden aktuell nicht nachbestellt. Bereits im Verkauf befindliche Ware wird nicht vernichtet und die restlichen Bestände werden bis auf weiteres abverkauft“, hieß es. Welche Waren genau von dem Boykott betroffen sind, war zunächst nicht klar.

Lidl/Kaufland: Nicht nur russische Produkte weniger

Ein Sprecher der Schwarz-Gruppe erklärte weiter, man biete ein breites nationales und internationales Sortiment an, das man ständig weiterentwickele, um den Erwartungen der gerecht zu werden. „Wir sind weder in der Ukraine noch in Russland mit eigenen Standorten vertreten.“

Auch unabhängig von den Sanktionen gegen russische Produkte, müssen sich Verbraucher gerade auf ein verändertes Einkaufen nicht nur bei Lidl und Kaufland einstellen. Zuletzt waren einige Lebensmittel knapper geworden. So hatte der Krieg in der Ukraine beispielsweise zu einem Engpass beim Rapsöl gesorgt.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa

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