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EU gibt grünes Licht: Weitere Insekten dürfen zahlreichen Lebensmitteln beigemischt werden

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Von: Momir Takac

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In der EU sind ab Januar weitere Insekten als Nahrungsmittel erlaubt. Künftig dürfen in zahlreichen Lebensmitteln Grillen und Käfer enthalten sein.

Können Sie sich vorstellen, dass Sie schon sehr bald Hausgrillen oder Getreideschimmelkäfer essen? Viele Menschen dürften sich bei dieser Vorstellung ekeln, gelten Insekten oder Tiere in Lebensmitteln doch eher als Ekel-Fund. Dennoch kann es passieren, dass wir diese tierischen Zutaten künftig mit Brot, Nudeln oder auch Schokolade zu uns nehmen. Grund dafür ist eine neue EU-Verordnung.

Die EU-Kommission hat jetzt einige Novel-Food-Anträge (neuartige Lebensmittel) genehmigt, die sich Proteinalternativen widmeten. Das Ergebnis: Laut „Durchführungsverordnung (EU) 2023/5 der Kommission“ dürfen ausgewählte Unternehmen zunächst für fünf Jahre bestimmte neue Produkte in den Verkehr bringen. Dazu zählen etwa die Hausgrille und der Getreideschimmelkäfer, wie tz.de berichtet.

Insekten wie Grillen und Käfer können sich künftig in zahlreichen Lebensmitteln befinden

So darf die Firma CricketOne Co. Ltd. teilweise entfettetes Pulver aus der Hausgrille Lebensmitteln beimischen, berichtet der Lebensmittelverband Deutschland. Etwa in:

Analog darf die Firma Ynsect NL B. V. Lebensmittel mit Larven des Getreideschimmelkäfers in gefrorener, pastenartiger, getrockneter und pulverisierter Form zusetzen.

Die Menge ist dabei begrenzt, so darf etwa ein Fleischersatz-Produkt zu fünf Prozent aus Insekten bestehen. Optisch werden sich die Nahrungsmittel nicht von herkömmlichen Produkten unterscheiden. Auch müssen sie nicht auffällig gekennzeichnet sein. Ob ein Produkt Hausgrille oder Getreideschimmelkäfer enthält, liest man im Zutatenverzeichnis.

Insekten gelten als wichtige Proteinquelle

Allerdings muss bei beiden Speiseinsekten darauf hingewiesen werden, dass sie bei Menschen mit Allergien gegen Krebstiere und Erzeugnissen daraus sowie gegen Hausstaubmilben allergische Reaktionen auslösen können.

Dass immer mehr Insekten als Nahrungsmittel zugelassen werden, ist nicht ungewöhnlich. Bereits 2021 genehmigte die EU Mehlwürmer und die Europäische Wanderheuschrecke. Mit gutem Grund: In vielen Ländern der Welt wissen Menschen Insekten als Proteinquelle zu schätzen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation gibt es rund 2.000 essbare Würmer und Insekten. Sie spielen eine immer größere Rolle, um den Eiweißbedarf der Weltbevölkerung zu decken. Ein Duo aus Deutschland bot bereits 2016 einen Insekten-Burger an. (mt)

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