Bildschirm-Extrem-Nutzung hat viele negative Folgen

Achtung, Handy-Zombies: Die besten Tipps gegen Smartphone-Sucht

  • Daniel Hagmann
    VonDaniel Hagmann
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Heilbronner Coach weiß, wie es mit Lebensqualität und Gesundheit wieder nach oben geht.

Ob auf der Straße, an der Bushaltestelle, vor der Supermarkt-Kasse... Fast überall starren Menschen, den Kopf vornübergebeugt, wie gebannt auf ihr Handy. Abgelenkt, kaum empfänglich für andere Reize. Für solches Verhalten hat sich der Begriff „Smombie“ eingebürgert – ein Kofferwort aus den Bestandteilen Smartphone und Zombie.

Dass dieses „Smombietum“ aufgrund von Unachtsamkeit im Straßenverkehr schon zu schlimmen Unfällen geführt hat, ist das eine, negative Extrem. Dass permanentes Daddeln am Handy aber auf Dauer der Gesundheit schaden kann, verdrängt man gerne, wenn einem jemand das neueste Katzenvideo per WhatsApp geschickt hat. Rückenleiden sind nur die Spitze des Eisbergs. Vor allem die psychischen Folgen des täglichen, stundenlangen Handynutzens sollte man ernst nehmen.

Handy-Sucht: Coach aus Heilbronn gibt Tipps für Gesundheit

„Viele greifen unbewusst, aus Gewohnheit, bei jeder Gelegenheit sofort zum Handy“, erklärt Sacha Hübner. Er ist Coach für positive Psychologie aus Heilbronn-Neckargartach und sieht ein Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen Reizen, die täglich aufs Individuum einprasseln und um dessen Aufmerksamkeit buhlen. Hübner: „Oft herrscht der Gedanke, man würde etwas verpassen, wenn man nicht permanent am Handy online ist.“ Gerade im Auto MUSS das Handy tabu sein - es drohen sonst empfindliche Strafen.

Durch die permanente Reizüberflutung im Alltag entsteht enormer Stress - und das hat Folgen für die Gesundheit. Der 39-Jährige aus Heilbronn-Neckargartach erklärt: „Der Körper befindet sich in einem Dauer-Alarmzustand. Das kostet Energie. Wie bei einem beanspruchten Handy-Akku fühlt man sich abends leer und ausgelaugt.“ Das Stressempfinden steigt, die Gefahren, an Burnout und Depression zu leiden, nehmen zu. Und man vergisst darüber hinaus, was einem im Leben wirklich wichtig ist, welche Wünsche und Bedürfnisse man selbst hat. Diese stehen oft im Gegensatz zum zeitfressenden Wischen übers Handy-Display - das gerade junge Leute sehr zeitintensiv beschäftigt.

Sacha Hübner, Coach für positive Psychologie aus Heilbronn-Neckargartach.

Weniger Zeit am Handy - mehr Zeit für sich selbst

„Daher ist das Thema Achtsamkeit bei meinen Coachings ganz wichtig“, erklärt Coach Hübner aus Heilbronn-Neckargartach. Es geht darum, den Moment als solchen mit allen Sinnen wahrzunehmen. Sich seiner selbst und seiner Umgebung bewusst zu werden. Und dem steht die dauerhafte Nutzung des Handys als Gegensatz dieses Handelns geradezu im Weg. Hübner: „Influencer schaffen vermeintliche Idealbilder, denen man hinterherjagt, die das Bild der Welt verzerren und das Individuum von sich selbst entfernen.“  Allerdings feiert ein Influencer aus dem Raum Heilbronn aktuell riesige Erfolge auf TikTok und Co.

Die Frage ist: Was tut mir gut, worin sehe ich einen Sinn?

Sacha Hübner

Um die eigenen Bedürfnisse zu ergründen und sich selbst zu entfalten, gibt der Coach aus Heilbronn-Neckargartach Tipps für den gesünderen Umgang mit dem Handy, um sich bewusst zu machen, wofür es sich lohnt, die eigene Aufmerksamkeit zu investieren. „Die Frage ist: Was tut mir gut, worin sehe ich einen Sinn? Davon ausgehend, kann man neue, positive Gewohnheiten im Alltag integrieren.“ Dann fehlt nur noch die Disziplin, die neue Routine durchzuziehen. Auch wenn sie zunächst unbequemer sein mag, als der wohlbekannte Griff zur Dauer-Berieselungsmaschine.

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