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Krankenkassen-Beiträge steigen ab 2023 auf Rekordwert – was Versicherte erwartet

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Von: Jonas Giesenhagen

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Die Krankenkassenbeiträge steigen im Jahr 2023 auf einen Rekordwert. Auf Versicherte warten dadurch hohe Zusatzkosten.

Überrascht werden einige Bürgerinnen und Bürger im kommenden Jahr beim Blick auf den Gehaltscheck feststellen, dass sie weniger Geld ausgezahlt bekommen. Betroffen sind gesetzlich Krankenversicherte, denn die Beiträge für Krankenkassen steigen auf ein Rekordniveau, berichtet RUHR24!

ThemaKrankenkassenbeiträge
PersonKarl Lauterbach
PositionBundesgesundheitsminister (SPD)

Krankenkassenbeiträge steigen deutlich – 16,2 Prozent des Bruttolohns

Gesetzlich Versicherte müssen 2023 nun doch einen um 0,3 Prozentpunkte erhöhten Zusatzbeitrag zahlen. Dies geht aus Änderungsanträgen der Fraktionen zum „Spargesetz“ von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) hervor. Diese liegen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vor.

Lange war über die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge gestritten worden. Lauterbach hatte im Sommer sein Konzept mit der Erhöhung auf 0,3 Prozentpunkte vorgestellt. Noch Mitte Oktober stand dann eine Einigung auf geringere Mehrkosten von 0,2 Prozentpunkten bevor. Diese wurde mit den neuesten Änderungen offenbar verworfen.

Dadurch ergäbe sich ein Gesamtbetrag von 16,2 Prozent des Bruttolohns, den die Versicherten zahlen müssen. Dieser ist eine Rekordhöhe in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und soll helfen, das 17 Milliarden schwere Finanzloch der Krankenkassen zu schließen.

Krankenkassenbeiträge steigen deutlich – Versicherte greifen tief in die Tasche

Das Vergleichsportal Check24 hat errechnet, was die Erhöhung um 0,3 Prozentpunkte für gesetzlich Versicherte finanziell bedeutet. Demnach ergeben sich bis zu 233 Euro an Zusatzkosten jährlich. Das ist vor allem abhängig von den Krankenkassen, denn diese verfügen über gewissen Spielraum.

Der festgeschriebene allgemeine Beitragssatz liegt derzeit bei 14,6 Prozent. Darüber hinaus können gesetzliche Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben, den sie innerhalb eines per Verordnung geregelten Rahmens selbst festlegen.

Die Erhöhung auf 0,3 Prozentpunkte sei laut den Änderungsanträgen zum „Spargesetz“ nötig gewesen, weil das Defizit der Krankenkassen höher als bisher angenommen ist. Zudem sollen die Rücklagen der Kassen zur Finanzierung des 17-Milliarden-Lochs beitragen. Ebenso soll die Krankenversicherung ein Darlehen in Höhe von einer Milliarde Euro beim Bund aufnehmen

Stethoskop auf Geldscheinen
Die Beitragszahlungen für Krankenkassen steigen erheblich an. © Sascha Steinach/imago

Krankenkassenbeiträge steigen deutlich – und Verbraucher müssen nicht informiert werden

Fehlt beim Blick auf den Gehaltszettel Geld, ist der Schock umso größer, wenn man darüber zuvor nicht informiert wurde. Dies droht den Versicherten, da die Informationspflicht für Krankenkassen bei Beitragserhöhungen bis zum 30. Juni 2023 ausgesetzt wurde. Verbraucher erhalten somit unter Umständen kein Schreiben über die Änderungen.

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