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Wird es wieder günstiger? Diese Entlastungen erhalten Bürger in der Energiekrise

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Von: Juliane Reyle

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Flamme eines Gasherdes
Gas-Krise und Kosten-Schock? Der Saat hilft mit Zahlungen aus © Andreas Poertner/dpa

Steuersenkung, Energiepauschale, Bürgergeld: Viele Menschen sind derzeit auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Welche Zahlungen und Hilfeleistungen können wir in Zukunft noch vom Staat erwarten?

Am Freitag (7. Oktober) entscheidet der Bundesrat, ob die Umsatzsteuer auf Gaslieferungen deutlich gesenkt werden wird. Dies könnte eine weitere Maßnahme sein, ebenso wie die Energiepauschale, die Unternehmen und Bürger Deutschlands in der aktuellen Krise zu entlasten. Doch viele Menschen verlieren aktuell den Überblick: Wie viel Geld bekomme ich noch – und wofür und wann genau?

Entlastungspakete während Energiekrise und Inflation: Finanzielle Unterstützung vom Staat

Die Bundesregierung hat drei Entlastungspakete entworfen, die die Bürger in Zeiten von Energiekrise und Inflation finanziell unterstützen sollen. Teilweise sind die Hilfen, wie die Gaspauschale jedoch schon ausbezahlt worden und teilweise steht das Geld noch aus. Einige Maßnahmen sind bisher sogar nur geplant und noch gar nicht beschlossen. Hier eine Übersicht, was sich auf ihrem Konto noch tun kann:

Umsatzsteuersenkung aus Gaslieferungen: Von 19 auf 7 Prozent – kommt dies beim Verbraucher an?

Vom Bundestag wurde die Umsatzsteuersenkung auf Gaslieferungen bereits beschlossen. Von 19 Prozent soll die Umsatzsteuer auf 7 Prozent gesenkt werden, doch bevor die Steuersenkung wirklich in Kraft tritt, entscheidet der Bundesrat am 7. Oktober noch abschließend über die Senkung.

Der niedrige Steuersatz kann dann sogar rückwirkend zum 1. Oktober 2022 greifen und soll bis Ende März 2024 gelten, wie der SWR berichtet. An erster Stelle hilft die Steuersenkung so den Unternehmen, doch die Bundesregierung erwartet von den Unternehmen, dass die Steuersenkung an die Verbraucher in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz weitergegeben wird. Wie hoch die finanzielle Entlastung für Verbraucher wirklich sein wird, ist noch unklar.

Gaspreisbremse: Der Gaspreis wird gedeckelt - massive Einsparungen für Singles und Familien möglich

Die Gaspreisbremse: Sie soll die Gaspreise deckeln und anstatt einer „Gasumlage“ in Kraft treten, dabei das Steigen der Gaspreise ins unermessliche verhindern. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Gaspreisbremse vergangene Woche angekündigt. Erste Schätzungen besagen, dass durch die Preisbremse Singles rund 100 Euro und Familien etwa 200 Euro pro Monat einsparen können. Der Bund soll die entsprechende Differenz zum Marktpreis zahlen. Die Gaspreisbremse könnte bereits im November Realität sein, denn am Wochenende tagt ein Expertengremium, um einen Vorschlag zu erarbeiten.

Um Heizkosten zu sparen, die aufgrund der hohen Gaspreise, sehr hoch ausfallen könnten, überlegen Menschen bereits Alternativen für Wärmeerzeugung einzusetzen. Sie bauen Öfen aus Teelichtern und recherchieren, ob die Anschaffung von Infrarot-Heizungen günstiger ausfällt, als das Nutzen der normalen Heizung.

Strompreis kann ebenfalls gedeckelt werden: Wechsel des Stromanbieters kaum möglich

Der Strompreis könnte ebenfalls gedeckelt werden, doch während die Pläne für eine Gaspreisbremse schon ziemlich konkret sind, sieht es in Sachen „Strompreisbremse“ noch undeutlich aus. Bisher existiert lediglich eine Ankündigung, dass die Strompreisbremse in Zukunft möglich ist, doch wann genau steht noch nicht fest. Für Verbraucher ist es derzeit sehr schwer, den Energieversorger zu wechseln, denn derzeit gibt es nur wenige Anbieter, die überhaupt noch Kunden annehmen.

Kindergeld ab Januar 2023 höher: 237 Euro pro Monat für die ersten drei Kinder

Ab 1. Januar 2023 werden Familien von der Bundesregierung unterstützt: Das Kindergeld für die ersten drei Kinder soll auf jeweils 237 Euro pro Monat ansteigen. Das bedeutet, dass für das erste und zweite Kind 18 Euro mehr Kindergeld pro Monat zu erwarten sind und für das dritte Kind 12 Euro pro Monat. Auf ein ganzes Jahr hochgerechnet sind das bei Familien mit einem Kind 216 Euro mehr im Jahr, bei Familien mit zwei Kindern 432 Euro mehr und bei drei Kindern sogar 576 Euro.

Bürgergeld statt Hartz IV: Erhöhung des Regelsatzes um 53 Euro pro Monat

Ab 2023 wird das bisherige Arbeitslosengeld II vom sogenannten Bürgergeld ersetzt werden. Das Arbeitslosengeld II ist auch als Hartz IV bekannt. Die Bundesregierung hatte im September den neuen Regelsatz von 502 Euro monatlich beschlossen und erhöht den derzeitigen Regelsatz somit um 53 Euro pro Monat. Einen Anspruch auf das Bürgergeld sollen arbeitssuchende und bedürftige Menschen haben. Die finanzielle Hilfe vom Staat soll Betroffenen ein Grundeinkommen sichern.

Energiepauschale: 300 Euro finanzielle Hilfe in Zeiten der Energiekrise auch für Rentner

Einmalig 300 Euro extra: Das sollen Rentnerinnen und Rentner aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg einmalig erhalten, um in Zeiten steigender Energiekosten etwas Entlastung zu haben. Die jeweilige Rentenzahlstelle soll das Geld an alle Rentner zum Stichtag, dem 1. Dezember 2022, überweisen. Die Pauschale soll bis zum 15. Dezember ausgezahlt sein, doch in manchen Fällen kann es auch bis Anfang 2023 andauern, bis das Geld auf dem Konto ist. Die 300 Euro Energiepauschale müssen ebenfalls wie die Energiepauschale von Arbeitnehmern versteuert werden, allerdings ist noch unklar, in welchem Umfang.

Studenten ohne Bafög sollen eine einmalige Energiepauschale erhalten

Auch Studierende sind in dem dritten Entlastungspaket bedacht und sollen einen Anspruch auf eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro haben. Im vorherigen Paket wurden lediglich Studierende, die neben dem Studium arbeiten, bedacht. Im jetzigen Paket ist eine Einmalzahlung von 200 Euro für alle Studenten, die kein Bafög beziehen, angedacht. Der Bund hat bereits angekündigt, mit den Ländern über eine schnelle Auszahlung zu beraten, doch wann genau die Auszahlung sein wird, ist noch unklar.

9-Euro-Ticket Nachfolger: Ein günstiges Monatsticket im bundesweiten Nahverkehr?

Das 9-Euro-Ticket gab es von Anfang Juni bis Ende August in Deutschland und galt für den bundesweiten Nahverkehr. Ein Nachfolger ist bereits in Planung: Ein günstiges Monatsticket, das ebenfalls bundesweit gültig sein soll, soll es geben. Der Preis des neuen Tickets steht noch nicht fest: Es soll voraussichtlich zwischen 49 und 69 Euro kosten. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann von den Gründen klistierte die Pläne jedoch. Das Ticket solle nur Sinn machen, wenn der Bund vorher in den Erhalt und den Ausbau den ÖPNV investiere.

Steuererklärung 2022: Entlastungen und ein höherer Grundfreibetrag

Ein höherer Grundfreibetrag für das laufende Steuerjahr gilt bereits seit dem 1. Juli und liegt jetzt bei 10.347 Euro. Menschen, die mit ihren Einnahmen darunter liegen, müssen keine Einkommenssteuer zahlen. Um die immer weiter steigenden Spritpreise auszugleichen, hat die Bundesregierung außerdem die Pendlerpauschale von 30 auf 38 Cent pro gefahrenen Kilometer erhöht. Der Pauschalbetrag der sogenannten Werbungskosten für Arbeitnehmer steigt von 1000 auf 1200 Euro. Den Betrag können Arbeitnehmer von ihrer Steuer absetzen, ohne höhere Kosten nachweisen zu müssen.

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