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Keine Energiepauschale bekommen? Was Arbeitnehmer jetzt tun sollten

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Von: Juliane Reyle

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Wer bekommt die Energiepauschale von 300 Euro? Die Länder wollen beim Entlastungspaket Änderungen für Rentner durchdrücken.
Energiepauschale nicht erhalten? So sollten Arbeitnehmer jetzt handeln. © Marijan Murat/dpa

Ist die Energiepauschale im September nicht bei der Gehaltsabrechnung bedacht worden, so sollten manche Arbeitnehmer dringend selbst handeln.

Russland drosselt die dringend benötigten Gaslieferungen auf Grund des Krieges in der Ukraine. Bereits jetzt versucht Deutschland an verschiedensten Stellen Gas- und Energie einzusparen. Teilweise werden Hallenbäder geschlossen und die Straßenbeleuchtung mancherorts nach und nach reduziert, um wertvolle Energie einzusparen. Doch die Strompreise steigen enorm und viele Menschen fürchten auch auf Grund der Kosten ab kommenden Herbst frieren zu müssen. Eine Energiepauschale soll Verbraucher unterstützen, doch es gilt auf einiges zu achten.

Energiepauschale im September: Einige Arbeitnehmer erhalten sie ganz von selbst

Die Energiepauschale, in Höhe von 300 Euro, soll einmalig an Arbeitnehmer mit dem Septembergehalt ausgezahlt werden. Bei den meisten Arbeitnehmern sollte dies ganz von selbst geschehen; also bei Arbeitnehmern, die unbeschränkt steuerpflichtig sind und Einkünfte aus einem aktiven Beschäftigungsverhältnis beziehen, auch bei Auszubildenden. CHIP 365 schreibt dazu, dass auf der Gehaltsabrechnung im September dann der Posten „sonstiger Bezug“ zu finden sein soll.

Energiepauschale im September nicht erhalten: So sollten Arbeitnehmer jetzt handeln

Wird die Energiepauschale im September nicht ausgezahlt und der Posten nicht in der Gehaltsabrechnung erwähnt, so kann dies mehrere Ursachen haben. Einmal sind Arbeitgeber gar nicht verpflichtet, die Energiepauschale direkt im September an ihre Arbeitnehmer auszuzahlen – die Auszahlung ist auch in den kommenden Monaten noch möglich. Doch spätestens zum Zeitpunkt der Lohnsteuerbescheinigung sollte die Energiepauschale auf die Konten der Arbeitnehmer überwiesen sein, schreibt das Bundesfinanzministerium. Arbeitnehmer sollten somit erst einmal bei ihren Arbeitgebern nachfragen, wenn sie bis Ende September noch kein Geld erhalten haben und nicht verzweifeln.

Minijobber aufgepasst: Schriftliche Bestätigung ist für die Auszahlung notwendig

Besonders Minijobber sollten ein Gespräch mit ihren Arbeitgebern aufsuchen. Als Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis besteht zwar ebenfalls ein Recht auf eine Auszahlung der Energiepauschale, doch dem Arbeitgeber muss vorab schriftlich bestätigt werden, dass es sich bei der Tätigkeit auch um das erste Dienstverhältnis handelt. Dies soll sicherstellen, dass die Energiepauschale nicht mehrfach ausgezahlt wird. Der Arbeitgeber darf das Geld erst auszahlen, wenn die schriftliche Bestätigung vorliegt.

Versteuerung der Energiepauschale unterschiedlich

Die Energiepauschale muss versteuert werden, wenn der Arbeitnehmer Lohn- und Einkommensteuerpflichtig ist. Minijobber und Arbeitnehmer deren Gehalt unter den Grundfreibetrag von 10.347 Euro fällt, dürfen den vollen Betrag, ohne Abzüge, behalten. Ansonsten müssen die 300 Euro noch mit der jeweiligen Steuerklasse versteuert werden.

Doch nicht nur die hohen Energiepreise sind gefürchtet, auch die Lebensmittelpreise und die Spritkosten steigen immer mehr an und schockieren die Verbraucher.

Energiepauschale nicht erhalten - bei der Einkommenssteuer geltend machen

Laut CHIP 365 bekommen manche Arbeitnehmer die Energiepauschale nicht von ihrem Arbeitgeber ausgebzahlt. Das ist jedoch nur dann der Fall, wenn der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist eine Lohnsteuer-Anmeldung abzugeben - wie es der Fall ist, wenn Mitarbeiter auf freiberuflicher Basis arbeiten.

Weitere Gründe, die das Bundesfinanzministerium nennt, die eine Auszahlung ausschließen können, sind: Der Arbeitnehmer ist kurzfristig beschäftigt oder arbeitet in der Land- und Forstwirtschaft. Oder der Arbeitgeber verzichtet im jährlichen Anmeldungszeitraum auf die Auszahlung an den Arbeitnehmer.

Trifft einer dieser Punkte zu, so muss der Arbeitnehmer nicht verzichten, sondern kann selbst aktiv werden und den Betrag meist in der Einkommenssteuer für 2022 geltend machen. Die ist allerdings frühestens 2023 möglich.

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