Angriff auf Nervensystem

Miese Eistee-Erkenntnis: Zucker nicht das größte Problem im Getränk

  • Katharina Küpper
    VonKatharina Küpper
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Trinken und genießen: Eistee ist das Trend-Getränk im Sommer. Jedoch hat es der Verzehr in sich. Insbesondere bei Kindern sollte man aufpassen.

Dortmund – Es ist Sommer in Deutschland. Aktuell überwiegen unter anderem in NRW niedrige Temperaturen, Regen und Unwetter*. Doch traut sich die Sonne mal raus, klettern die Zahlen auf dem Thermometer schnell nach oben. Dann ist Erfrischung gefragt – allerdings ist bei dem beliebten Getränk Eistee Vorsicht geboten, warnt RUHR24*.

KaltgetränkEistee
Traditionelles RezeptSchwarztee mit Zitronensaft, oder Pfirsichsaft, und Zucker
Kalorien (auf 100 g)35 kcal

Eistee: Beliebtes Erfrischungsgetränk im Sommer birgt Gefahr für die Entwicklung von Kindern

Trendgetränk Eistee – sogar große deutsche Rapper wie Capital Bra oder Shirin David stehen mit ihrem Namen für das Produkt. In der jungen Generation findet es mehr und mehr Anklang. Aber bei vielen Produkten sollte Maß gehalten werden – auch und gerade, wenn das Erfrischungsgetränk für Kinder gedacht ist.

Die Eistee-Trinker spalten sich meist in zwei Lager: Zitrone oder Pfirsich. Egal, für welchen Geschmack man sich entscheidet, wenn es sich um Fertig-Eistees handelt, lohnt es, das Kleingedruckte zu lesen und die Zutatenliste vorab zu checken. Denn die Verbraucherzentrale Bremen warnt davor, dass oft statt echtem Fruchtsaft künstliches Aroma für den Geschmack verwendet werde. Doch damit nicht genug (mehr Warnungen* auf RUHR24).

Zucker und Zitronensäure im Eistee: Kinder sollten nur in Maßen davon trinken

Denn bei vielen industriellen Eistees nutzen die Hersteller statt Zitronensaft Zitronensäure. Verbraucher können das anhand des Etiketts E330 erkennen. Die Zitronensäure senkt den pH-Wert des Speichels, erklärt die Verbraucherzentrale in einer Pressemitteilung.

Dadurch wird der Zahnschmelz angegriffen, Mineralien lösen sich leichter: „In Kombination mit der großen Menge an Zucker kann das schädlich für die Zähne sein, denn Bakterien, die den Zucker im Mund verstoffwechseln, senken den pH-Wert zusätzlich“, erklärt Annabel Dierks, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bremen. Das ist leicht zu merken: Zutaten wie Zucker oder Zitronensäure zerstören den Zahnschmelz. Hier verbirgt sich das erste Risiko für Kinder.

Bei industriellem Eistee sollte man aufpassen: Übermäßiger Konsum kann die Gesundheit beeinträchtigen.

Eistee birgt Gefahr für Kinder: Neben Zähne und Schlafrhythmus auch Entwicklung gefährdet

Denn deren Zähne reagieren besonders empfindlich. Außerdem ist die Zuckerbombe nur ein kurzzeitiger Durstlöscher. Darüber hinaus sollte man beim Zutaten-Check auch darauf achten, aus welchem Tee der Eistee gebrüht wurde. Schwarzer oder grüner Tee ist aufgrund des Koffeins für Kinder ebenfalls ungeeignet.

Zucker, Koffein, schlechte Zähne, Schlaflosigkeit. Diese Gefahren für Kinder durch das Erfrischungsgetränk liegen beinahe auf der Hand. Doch die Verbraucherzentrale Bremen nennt noch größere Risiken.

Instant- statt Industrie-Eistee: Aluminium im Erfrischungsgetränk – Gefahr für Motorik und Nervensystem

Denn wer sich jetzt dachte, statt zu einem industriellen Eistee einfach zu einem Instanttee zu greifen und sich diesen selbst zu dosieren, der sei gewarnt. Zum einen besteht ein Großteil der zu verrührenden Krümel ebenfalls aus Zucker.

Zum anderen kann – je nach Dosierung und Häufigkeit – der Konsum von Instanttee böse Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern haben. Denn wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt „ist über Instantgetränke eine nennenswerte Aufnahme an unerwünschtem Aluminium möglich.“

Verzicht auf Erfrischungsgetränk nicht nötig: Gesunder Eistee einfach selber gemacht

Größere Mengen von dem Stoff können sich übel auf „Nervensystem, Nieren und Knochen, sowie die geistige und motorische Entwicklung von Kindern“ auswirken. Wer aber nicht auf das Trend-Getränk an heißen Sommertagen verzichten möchte, seine Gesundheit aber dennoch nicht gefährden will, der kann auf einen simplen Trick zurückgreifen.

Einfach den Eistee selbst aufsetzen. Dazu den Tee kochen, mit Kräutern nach Geschmack versehen und mehrere Stunden gut kühlen – et vóilà: Ein selbstgemachter Eistee ohne Zucker, Zitronensäure und Aluminium begleitet durch den Sommer. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Joel Saget/AFP/Collage: RUHR24

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