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Tierquälerei bei Lidl-Lieferant: Discounter reagiert auf Vorwürfe

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Lidl steht erneut im Fokus der Tierschützer: In Österreich soll ein Hühnermastbetrieb Tiere misshandelt haben – ein Lieferant des Discounters. Dieser bezieht nun Stellung.

Es ist das vierte Mal, dass innerhalb weniger Wochen die Vorwürfe laut werden: Der Discounter Lidl beziehe Fleisch von Lieferanten, die Masthühner misshandeln würden. Das sagt zumindest die Tierschutzorganisation Albert Schweitzer Stiftung. Nun nimmt der Discounter Stellung.

Nachdem zuerst Lieferanten aus Niedersachsen, Spanien und Italien in der Kritik standen, ist nun auch ein österreichischer Lidl-Lieferant in den Fokus der Tierschützer gerutscht. Es handele sich dabei um einen Hühnermastbetrieb aus der österreichischen Steiermark. Auch dort sollen laut der Organisation die Tiere unter widrigen Bedingungen leben.

Tierschutz-Petition der Albert Schweitzer Stiftung: Bereits 310.000 Unterschriften

Dies sei auch in verdeckten Filmaufnahmen aus dem Sommer 2022 ersichtlich. Schon zuvor hatte die Organisation Videos aus anderen Mastbetrieben veröffentlicht, auf denen das Leid der Hühner zu sehen sei. In einer der tragischen Szenen werden einige der Tiere sogar mit einem Traktor überfahren.

Generell gelten die Tierschutzvorgaben in Österreich als eher vorbildlich. Der Mastbetrieb trage sogar das AMA-Gütesiegel, das vom öffentlich-rechtlichen Agrarmarkt Austria kontrolliert wird. Dennoch fordert die Albert Schweitzer Stiftung Lidl dazu auf, auch bei den Lieferanten Tierschutzstandards der Europäischen Masthuhn-Initiative anzuwenden. Dafür wurde sogar eine eigene Petition gegründet, die laut eigener Angaben bereits rund 310.000 Menschen unterzeichnet haben.

Stellungnahme zu Tierquälerei-Vorwürfen: Lidl äußert sich

Der Discounter mit Sitz in Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronn) erklärt gegenüber dem Südwestrundfunk (SWR) dazu: Die Filialen in Deutschland würden keine Produkte von Lieferanten aus Österreich erhalten. Der österreichische Ableger des Unternehmens würde die Vorwürfe derzeit jedoch prüfen – bis auf Weiteres sei eine Versorgung der Filialen durch den beschuldigten Lieferanten ausgesetzt.

Haushuhn, Gallus gallus f. domestica, domestic fowl
Masthühner legen in küzester Zeit massiv Gewicht zu – zum Leid ihrer Gesundheit. (Symbolbild) © picture alliance / blickwinkel/J. S. Peifer | J. S. Peifer

Im Falle des niedersächsischen Lieferanten konnte Lidl die Vorwürfe zunächst zurückweisen. Auch die Aufnahmen der Missstände aus Spanien verurteile das Unternehmen aufs Schärfste, wie aus einer Stellungnahme gegenüber dem SWR hervorgeht. Zudem beziehe Lidl Deutschland keinerlei Geflügel von dem spanischen Lieferanten. Zum italienischen Fall konnte bereits erklärt werden, dass der Betrieb bereits seit 2019 aus der Lieferkette des Unternehmens ausgeschlossen sei.

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