Neue Verordnung

Corona in BW: Testpflicht ausgeweitet – Was Ungeimpfte jetzt wissen müssen

  • VonMarten Kopf
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Stuttgart - Die neue Corona-Verordnung ist beschlossen. Ab dem 15. Oktober dürften die Zeiten für Ungeimpfte noch einmal ungemütlicher werden.

Am Mittwochabend, den 13. Oktober, beschließt das Landeskabinett die schon lange erwartete Änderung der Corona-Verordnung. Und dabei hat es vor allem eine Neuerung in sich: Mit der Verordnung gelten für Baden-Württemberg jetzt ein 2G-Optionsmodell und eine Testpflicht für nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte sowie Selbstständige mit Außenkontakt – und zwar schon ab dem 15. Oktober.

Für Ungeimpfte bedeuten die Neuerungen nicht nur weitere Einschränkungen, sondern umgekehrt auch noch zusätzliche Pflichten. Und das Ganze nicht erst mit steigenden Inzidenzwerten, sondern schon in der Basisstufe des im September eingeführten 3-Stufen-Modells. Die beschlossenen Maßnahmen führen jetzt, je nach Anlass, faktisch zu einem Teil-Lockdown für Menschen ohne Immunisierung.

Neue Corona-Verordnung: 2G-Option – Ungeimpfte müssen draußen bleiben

Die Einführung eines sogenannten 2G-Optionsmodells hatte sich während der vergangenen Wochen schon weitestgehend abgezeichnet. In der Praxis heißt das: Veranstalter, Restaurant-, Club- oder Ladenbesitzer dürfen eigenständig entscheiden, ob sie Ungeimpfte zulassen. Grundsätzlich war das zwar auch bisher schon so und wurde in vielen Fällen auch bereits so gehandhabt, denn die Entscheidung über die Berechtigung zum Zutritt ist ohnehin über das Hausrecht gedeckt. Doch dürfte die Zahl derer, die Nicht-Immunisierten den Zutritt verweigern, jetzt weiter deutlich steigen.

Denn entscheiden sich Veranstalter oder Betreiber von Einrichtungen für die 2G-Option, lassen also nur Geimpfte und Genesene zu, müssen die Gäste keine Maske mehr tragen. Und diese Aussicht auf ein Stück Normalität im gesellschaftlichen Leben dürfte für viele Anreiz genug sein. Zudem unterliegen Veranstaltungen mit ausschließlich geimpften oder genesenen Besucherinnen und Besuchern jetzt keiner Personenobergrenze mehr, wie es bislang für Großveranstaltungen (nämlich bis maximal 25.000 Personen) der Fall war.

Corona-Verordnung in BaWü: Regelmäßige Tests sind jetzt Pflicht

Auf der Basis eines entsprechenden Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz wird außerdem geregelt, dass sich nicht geimpfte und nicht genesene Beschäftigte sowie Selbstständige mit Außenkontakt künftig schon in der Basisstufe zweimal wöchentlich mit einem Antigen-Schnelltest testen lassen müssen. Sofern sie nicht vom Arbeitgeber angeboten werden, können solche Tests auf Dauer schnell ins Geld gehen, denn schon seit dem 11. Oktober werden die Kosten dafür vom Bund nicht mehr übernommen. Allerdings sind Arbeitgeber nach der sogenannten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung des Bundes schon jetzt verpflichtet, ihren Beschäftigten solche Tests zweimal wöchentlich anzubieten.

Theoretisch dürften solche Tests dann übrigens auch für den Restaurant- oder Kinobesuch verwendet werden. Denn die Bescheinigung des Arbeitgebers gilt für 24 Stunden als Testnachweis im Sinne der Corona-Verordnung von Baden-Württemberg. Allerdings gilt ein solcher Testnachweis nur für die Bereiche, in denen ein Antigen-Schnelltest ausreicht. In der Warn- bzw. Alarmstufe der Verordnung ist für einige Bereiche aber ein PCR-Test vorgeschrieben. Hier würde eine Arbeitgeberbescheinigung dann nicht mehr ausreichen. Und mal davon abgesehen dürften mit dem jetzt eingeführten 2G-Modell die Gelegenheiten, zu denen der Zutritt auch für Getestete gewährt wird, langsam rar werden. (mko)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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