Produkte im Supermarkt

Chips-Rezeptur verändert: Viele Kunden können sie nicht mehr essen

  • VonLena Zschirpe
    schließen

Eine bekannte Marke für Chips hat die Rezeptur verändert. Viele Verbraucher können sie wohl nicht mehr essen.

Die Rezepturen und Inhaltsstoffe von Produkten aus dem Supermarkt können sich mit der Zeit verändern. Beispielsweise hat Capri Sun seine Rezeptur nach über 50 Jahren verändert und viele Hersteller passen ihre Produkte so an, dass die auch für Veganer geeignet sind. Eine Chips-Marke geht genau den anderen Weg.

Chips-MarkePringles
MuttergesellschaftKellogg Company
Kalorien pro 100 Gramm514 kcal

Pringles ändert die Rezeptur – Chips sind nicht mehr vegan

Denn Pringles haben an der Rezeptur der bekannten Stapelchips gefeilt. Auf den ersten Blick haben sich nur Details verändert. Doch die neuen Zutaten haben große Auswirkungen für einigen Kunden, wie RUHR24 berichtet.

Die Grundzutat von Chips sind Kartoffeln, wenn es sich nicht gerade um Linsenchips oder Gemüsechips handelt. Dazu kommen oft noch Fett, Salz und je nach Sorte auch andere Gewürze. Doch einige Chips enthalten auch tierische Zusätze wie Süßmolkenpulver, wie Utopia berichtet. Und genau das ist bei Pringles nun der Fall. Bisher waren die Chips der Marke für Veganer und Veganerinnen oder Personen mit Laktoseintoleranz unbedenklich.

Was genau ist Süßmolkenpulver?

Süßmolkenpulver enthält bis zu 75 Prozent Laktose (Milchzucker) – der Verzehr bei einer Laktoseunverträglichkeit ist daher nicht empfehlenswert. Das Produkt entsteht bei der Herstellung von Käse. Hierbei wird auch Lab eingesetzt, ein Enzym aus dem Magen von jungen Kälbern. Tierisches Lab ist laut dem Portal Vegpool streng genommen nicht vegetarisch, weil bei dem Gewinnungsprozess ein Tier getötet wird.

Zwar kann Lab auch mikrobiell hergestellt werden, also ohne, dass ein Kalb dafür sterben muss. Oft können Verbraucher und Verbraucherinnen das aber nicht genau überprüfen, wenn Süßmolkenpulver auf der Zutatenliste eines Produktes vorkommt. Idealerweise macht der Hersteller genaue Angaben.

Süßmolkenpulver in Chips: Pringles setzt die Rezeptur neu zusammen

In Großbritannien stand die Veränderung der Pringles-Chips bereits im Dezember 2021 fest. Dort sind seitdem folgende Sorten mit Süßmolkenpulver versehen, die vorher vegan waren:

  • Original
  • Paprika
  • Texas BBQ Sauce
  • Sweet Chili
  • Smokey Bacon

In Deutschland sieht das mittlerweile kaum anders aus. Auf Nachfrage von Utopia bestätigt Pringles, dass Süßmolkenpulver auch auf dem deutschen Markt auf die Zutatenliste gewandert ist. Lediglich die Sorte „Original“ ist hierzulande noch frei von tierischen Inhaltsstoffen (mehr Supermarkt-News bei RUHR24 lesen).

Kosten sparen mit Süßmolkenpulver: Pringles sind nicht mehr vegan

Aber wieso wird eine Zutat hinzugefügt, auf die Pringles bisher scheinbar getrost verzichten konnte? Pringles Deutschland erklärt das so: „Mit dieser Änderung möchten wir die Rezeptur für unser Sortiment standardisieren, um die Allergenkontrolle bei der Lebensmittelherstellung zu erleichtern und die Zeit zwischen den Geschmacksumstellungen in unseren Fabriken zu verkürzen. Weniger Unterbrechungen unserer Produktionslinien helfen uns, unsere Ziele bezüglich der Reduktion der Lebensmittelverschwendung zu erreichen.“

Nicht alle Chips sind vegan.

Wie Pringles in Großbritannien im Dezember erklärte, habe die Umstellung aber auch ein wirtschaftliches Motiv. Das Unternehmen wolle Kosten sparen, die etwa bei der „allergenbedingten Reinigung“ entstehen. Angeblich lassen sich so auch Lebensmittelabfälle verringern. Zuletzt wurden Pringles mit einem Negativ-Preis ausgezeichnet, wie Heidelberg24 berichtet.

Die Umstellung sorgte bereits im Dezember für Kritik. Vegan Food UK bezeichnete die Änderung als Rückschritt. Auch die Tierrechtsorganisation PETA ließ den Schritt nicht unkommentiert. Bei Twitter schrieben sie im Februar: „Wir sind immer noch sauer, dass Pringles Milch bei den veganen Sorten hinzugefügt hat“ (Übersetzung).

Rubriklistenbild: © Helmut Meyer zur Capellen/Imago