Forschung der Oregon State University

Cannabis gegen Corona: Studien-Ergebnisse aus den USA überraschen

  • Anna-Maureen Bremer
    VonAnna-Maureen Bremer
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Hilft Cannabis gegen Corona? Wissenschaftler aus den USA kommen zu interessanten Erkenntnissen. 

Der Corona-Kampf geht weiter: Die Zahlen in Baden-Württemberg und ganz Deutschland sind zu hoch und in einigen Städten gelten wieder Ausgangsbeschränkungen. Neben den neuen Impfstoffen in Europa soll nun auch etwas anderes gegen Covid-19 helfen.

Mehrere Medien berichte über Erkenntnisse aus den Vereinigten Staaten. „Laut einer aktuellen Studie von Wissenschaftlern der Oregon State University sollen Cannabinoide vor einer Covid-Infektion schützen, indem zwei im Cannabis enthaltene Säuren den Eintritt des Virus in die Zellen abwehren“, schreibt RTL. Heißt das, statt sich impfen zu lassen, sollten sich Menschen jetzt lieber schnell einen Joint drehen? Eher nicht!

Studien-Ergebnisse aus den USA überraschen: Cannabis gegen Corona

Der Leiter der Studie rät zu einem trotzdem zu einer Impfung gegen das Coronavirus und zum anderen ist die Rechnung nicht ganz so einfach. Zunächst einmal ist es wichtig, zu verstehen, was genau hier gegen Covid-19 helfen kann: „Im Detail soll der Konsum von Cannabinoiden mithilfe der beiden enthaltenen Säuren CBGA (Cannabigerolsäure) und CBDA (Cannabidiolsäure) dafür sorgen, dass das Spike-Protein gebunden wird und so das Eindringen des Coronavirus in die Zellen verhindert wird.“ Die Studienergebnisse erschienen im „Journal of Natural Products“.

Oral könnten beide Säuren eingenommen werden. Aber: Es sei der Studie zufolge sogar essentiell, dass Patienten zuvor geimpft wurden. Bei RTL heißt es weiter: „Laut aktuellen Kenntnisstand sind Cannabiniode gegen die Alpha- und die Beta-Variante wirksam, wie es mit den nun vorherrschenden Mutationen aussieht, ist bisher nicht bekannt.“ Auch schützen die Säuren demnach nicht vor einer Ansteckungen, könnten aber einen Verlauf mindern.

Kein Corona dank Cannabis: So kann die Pflanze vor Covid-19 schützen

Die Morgenpost beleuchtet außerdem einen wichtigen Aspekt: „Laut dem Studienleiter Richard van Breemen in dem Magazin sind Cannabigerol und CBDa in der Hanfpflanze und in vielen Hanfextrakten zwar reichlich enthalten – Cannabigerol aber etwa nur in der Wachstumsphase der Pflanze. CBDa hingegen wird beim Erhitzen in CBD umgewandelt.“

Einige werden es somit schon ahnen: Nein, ein Joint schützt also nicht vor Corona. Die beiden Stoffe müssen mithilfe bestimmter Verfahren aus der Hanfpflanze gewonnen werden. Auch Hopfen, Süßholz, Rotklee und wilde Yamswurzel wurden von den Wissenschaftlern auf eine mögliche Schutzwirkung gegen das Coronavirus getestet.

Rubriklistenbild: © William Archie/dpa

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