In Deutschland und im Ausland

Bußgeld-Falle für Autofahrer: Diese krassen Regeln gelten für Radarwarner

Wer sich in Deutschland mittels App oder Radarwarngerät vor Blitzern warnen lässt, muss mit einem Bußgeld rechnen. (Symbolbild)
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Wer sich in Deutschland mittels App oder Radarwarngerät vor Blitzern warnen lässt, muss mit einem Bußgeld rechnen. (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Geschwindigkeitskontrollen auf Deutschlands Straßen werden häufig umgangen - mithilfe von Blitzer-Apps, Radiodurchsagen und Radarwarnern. Doch vieles davon ist verboten.

Sie sollen den Verkehr sicherer machen und vor allem dazu beitragen, dass Autofahrer nicht zu schnell fahren - Radarfallen und Blitzer-Anlagen sind dennoch verhasst. Denn viele halten sich nicht gerne an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Deutschlands Straßen und fangen sich dadurch immer wieder Strafzettel ein, weil ein Blitzer sie erwischt hat. Abhilfe können da Blitzer-Apps und Radarwarner schaffen - doch die sind in den meisten Fällen verboten.

Generell gilt hier: Navigationssysteme, die Blitzer anzeigen können und explizite Radarwarner-Apps dürfen in Deutschland nicht verwendet werden. Auch Geräte, die eigens dafür gebaut sind, automatisiert vor Geschwindigkeitsmessanlagen zu warnen, dürfen hierzulande nicht verwendet werden.

Radarfallen: Sind Blitzer-Apps in Deutschland verboten?

Für sie gilt zusätzlich: Technische Geräte wie Radarwarner dürfen nicht betriebsbereit im Auto mitgeführt werden. Sie sind verboten, obwohl man sie im Handel kaufen kann. Bei Navi-Apps, die auf dem Handy installiert werden können, gilt dagegen eine etwas andere Regelung.

Wie der ADAC-Clubjurist Stephan Miller in einem Video erklärt, steht in der Novelle der Straßenverkehrsordnung laut StVO § 23, Abs. 1c: „Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Bei technischen Geräten, die neben anderen Nutzungszwecken auch zur Anzeige von Verkehrsüberwachungsmaßnahmen verwendet werden können, dürfen die entsprechenden Gerätefunktionen nicht verwendet werden.“

Blitzer-Warngerät: Muss ein Handy mit Blitzer-App ausgeschaltet sein?

Da ein Handy, Smartphone oder Navigationsgerät nun nicht explizit dazu bestimmt ist, vor Blitzern und anderen Radarfallen zu warnen, kommt Miller zu dem Schluss: „Ihr müsst das Gerät nicht daheim lassen, ihr müsst es auch im Fahrzeug nicht ausschalten, ihr müsst diese Navi-App nicht deinstallieren“, das einzige, was wichtig ist: die Radar-Warn-Funktion ausschalten.

Doch auch wenn die Polizei im Regelfall nicht dazu befugt ist, bei der Fahrzeugkontrolle das Smartphone oder Handy zu kontrollieren, sollten Autofahrer die aktuellen Regeln ab 2022 in Deutschland kennen. Unter anderem gibt es eine Neuerung bei Erste-Hilfe-Sets im Auto. Die Bundesregierung hat beschlossen, dass die Verbandskästen durch zwei weitere Komponenten erweitert werden müssen.

Radarfallen in Deutschland: Eine bestimmte Art von Blitzerwarnung bleibt erlaubt

Nun aber zurück zu den Radarfallen - denn hier bleibt eine bestimmte Art der Blitzerwarnung auch weiterhin erlaubt. Dabei geht es um den Blitzer-Service im Radio. Wer also im Autoradio den Verkehrsfunk aktiviert hat und somit vor einer Radarfalle gewarnt wird, hat nichts zu befürchten. Das liegt laut Rechtsanwalt Christian Solmecke daran, dass im Zuge von Radiodurchsagen nicht nur eine spezielle Person gewarnt wird, sondern eine größere Anzahl.

Außerdem sollen diese Warnungen weniger ortsspezifisch sein und deshalb die Autofahrer über längere Strecken dazu bringen, langsamer zu fahren. Zusätzlich gehen Experten laut Solmecke davon aus, dass durch den Blitzerservice im Radio im Bewusstsein der Autofahrer ein Bild entsteht, das die Präsenz vieler Radarfallen vermittelt und die Fahrzeugführer somit generell aufmerksamer und langsamer fahren lässt.

Blitzer-Apps und Radarwarner - was im Europäischen Ausland gilt

Wer übrigens im Europäischen Ausland unterwegs ist, sollte sich ebenfalls gut überlegen, ob ein Radarwarngerät Sinn macht, denn es gibt zwar keine einheitliche Regelung, doch ist zumindest die Benutzung eines solchen Geräts in allen Europäischen Ländern außer Rumänien verboten.

Deutschland 75 Euro sowie 1 Punkt im Fahreignungsregister
FrankreichHohe Geldstrafen drohen. Gerät wird beschlagnahmt. Bei fest eingebauter Funktion kann das ganze Fahrzeug eingezogen werden.
ItalienGeldstrafe ab 800 Euro, Geräte werden beschlagnahmt.
Griechenland Geldstrafe ab 2.000 Euro, 30 Tage Fahrverbot

Doch während die Strafen in Deutschland mit 75 Euro und einem Punkt in Flensburg noch relativ gering ausfallen, muss in Griechenland sogar mit 2.000 Euro und 30 Tagen Fahrverbot gerechnet werden, in Luxemburg droht eine Geldbuße bis 5.000 Euro oder gar eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

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