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Blackout-Risiko steigt: Experte warnt vor deutlich mehr Stromausfällen ab Januar

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Von: Lisa Klein

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Eine Frau zündet mit einem Feuerzeug ein Teelicht an.
In Deutschland muss ab Januar vermehrt mit Stromausfällen gerechnet werden. (Symbolbild) © Jessica Lichetzki/dpa

Laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz kommt es in diesem Winter vermehrt zu Blackouts. Betreiber werden wohl gezielt regionale Stromnetze abschalten müssen, um die Gesamtversorgung zu schützen.

Wie ernst ist die Lage wirklich? Die Angst vor einem Blackout in Deutschland wächst angesichts der Energiekrise. Die Sorge ist groß, dass nicht nur irgendwann das Geld für die steigenden Strom- und Gaskosten fehlt, sondern auch, dass irgendwann einfach kein Gas und Strom mehr fließt. echo24.de berichtete bereits darüber, wie sicher Deutschlands Stromversorgung wirklich ist.

Experten rechnen zwar generell nicht mit einem unkontrollierten Zusammenbruch der Stromversorgung – es könnte aber zeitweise nicht für alle reichen. Nun warnt auch der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), Ralph Tiesler, vor regionalen Stromausfällen im Winter.

Blackout-Gefahr in Deutschland: „Das Risiko dafür steigt ab Januar und Februar“

Nach Einschätzung des BKK-Chefs wird es in den kommenden Monaten vermehrt zu Blackouts kommen. Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Elektrizität in Deutschland bei 12,7 Minuten je Letztverbraucher – das berichtet die Bundesnetzagentur, bei der Meldungen von 850 Netzbetreibern zusammenlaufen.

„Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird“, sagte Ralph Tiesler gegenüber der Welt am Sonntag. „Damit meine ich eine regional und zeitlich begrenzte Unterbrechung der Stromversorgung.“ Und weiter: „Das Risiko dafür steigt ab Januar und Februar, sodass wir davon ausgehen, dass es von da an stellenweise für eine gewisse Zeit zu Unterbrechungen der Stromversorgung kommt.“

Stromausfälle durch das regionale Abschalten der Netze im Winter erwartet

Die Ursache dafür sei dann allerdings nicht nur eine allgemeine Energieknappheit in Deutschland, sondern auch das gezielte, vorübergehende Abschalten der Netze durch die Betreiber, um die Gesamtversorgung nicht zu gefährden. Und das, obwohl die Kernkraftwerke in Deutschland weiterbetrieben werden sollen.

Laut Experten ist Deutschland schlecht auf einen Blackout vorbereitet, wie echo24.de berichtet. Ein flächendeckender Stromausfall könnte die gesamte Infrastruktur lahmlegen. Im Gegensatz zu lokalen Überlastungen in den Stromwerteilnetzen wird die Wahrscheinlichkeit für einen flächendeckenden Blackout in Deutschland allerdings gering eingeschätzt.

Kurzfristige Blackouts durch lokale Überlastungen in den Stromverteilnetzen möglich

Experten, Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur sind der Ansicht, die Stromversorgung in Deutschland ist generell sicher – trotz aller Unsicherheiten durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Die Gefahr von flächendeckenden, lang anhaltenden Blackouts sehe ich derzeit – und da gehe ich mit vielen Expertinnen und Experten mit – nicht“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Christian Doetsch im Gespräch mit der Neuen Ruhr/Neuen Ruhr Zeitung, Leiter des Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik.

„Die Versorgungssicherheit im Stromsystem ist, laut Einschätzung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, weiterhin hoch. Es liegen aktuell keine Beeinträchtigungen des Stromsystems vor“, teilte auch eine Sprecherin des Netzbetreibers Westnetz mit, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. „Dennoch muss man sich auf weitere Herausforderungen im Winter einstellen, auch durch den möglichen, zunehmenden Einsatz von Heizlüftern.“ Unter bestimmten Bedingungen seien lokale Überlastungen in den Stromverteilnetzen grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

Daher ist es dennoch wichtig, bestimmte Vorkehrungen zu treffen, sollte es lokal doch zu längeren Stromausfällen kommen. Denn die richtige Vorbereitung kann Leben retten. echo24.de berichtet, welche Dinge auf jeder Notfall-Liste stehen sollten, was jeder an Lebensmitteln im Haus haben sollte und wie ohne Strom gekocht werden kann. Auch auf die richtige Ausstattung der Hausapotheke sollte für den Notfall geachtet werden. Übrigens würde bei einem Blackout auch ein Großteil der Toiletten nicht funktionieren.

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