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Starke Spritpreis-Unterschiede: Hier tanken Autofahrer besonders teuer

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Von: Tom Markert

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Seit dem Ende des Steuerrabatts steigt der Spritpreis bundesweit wieder an. Das Kartellamt verweist dabei auf ein sehr starkes Preisgefälle zwischen Nord- und Süddeutschland.

Autofahrer müssen beim Tanken aktuell tief in die Tasche greife – doch nicht überall ist der Sprit gleich teuer. Der bundesweite Vergleich des Kartellamts offenbart einen bis zu 27 Cent höheren Preis pro Liter bei E5 im Süden Deutschlands. Bei Diesel waren es bis zu 24 Cent pro Liter.

Besonders teuer wird ein Stopp an der Tankstelle für Autofahrer in Bayern. Während man beispielsweise in der Region in und um München am Montag, 5. September, im Tagesdurchschnitt zwischen 2,19 und 2,20 Euro pro Liter E5 zahlen musste, konnte in den günstigsten Regionen wie Berlin, Stuttgart und Bremen mit Werten von 1,93 bis 1,96 Euro pro Liter getankt werden.

Auch Diesel war laut Kartellamt in weiten Teilen Bayerns bundesweit am teuersten. Dort wurden Werte knapp unterhalb von 2,28 Euro pro Liter registriert. Am günstigsten kamen Dieselfahrer in Bremen und Teilen Berlins mit Werten oberhalb von 2,04 Euro davon. Anders als beim Superbenzin war auch Baden-Württemberg hier vergleichsweise teuer.

Unterschiedliche Spritpreise: Starke Preisschwankungen im Laufe eines Tages

Die Kraftstoffpreise schwanken im Laufe eines Tages sehr stark. In der gleichen Stadt oder Region sind Preisunterschiede von mehr als 20 Cent/Liter zu verzeichnen. An ein und derselben Tankstelle kommt es im Tagesverlauf zu Preisschwankungen von bis zu 13 Cent/Liter, wobei Tanken am Abend günstiger ist. Preisvergleiche zur Orientierung für Verbraucher sollten deshalb stets die jeweiligen Durchschnittspreise beziehungsweise die jeweils gleichen Tankstellen und Zeiträume im Laufe eines Tages betrachten.

Nach Ende des Tankrabatts - München
Ein Autofahrer betankt an einer Tankstelle in München sein Auto. Nach Ende des Tankrabatts sind die Preise wieder kräftig gestiegen - aber nicht überall gleich. © Lennart Preiss/dpa

Spritpreisentwicklung hängt von diversen Faktoren ab

Laut Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, werden die Kraftstoffpreise von zahlreichen Faktoren beeinflusst: „Die Branche führt vor allem Knappheiten und Kostensteigerungen ins Feld. Es gibt bestimmte Umstände, wie zum Beispiel der Abbau von Raffineriekapazitäten während der Pandemie, der Wegfall von Importmengen aus Russland, technische Ausfälle von Raffinerien, die Transportprobleme in Folge des Niedrigwassers und der Wiederanstieg der Nachfrage, die man berücksichtigen muss. Knappheiten lassen Preise steigen. Das ist ein ökonomischer Grundsatz. Ob die Preisentwicklung und der nach wie vor große Abstand zu den Rohölpreisen dadurch hinreichend erklärt werden kann, dem gehen wir in unserer Untersuchung der Raffinerie- und Großhandelsebene nach. Wir wollen im Herbst erste Ergebnisse der Untersuchung vorlegen.“

Ausmaß der Weitergabe des Tankrabatts ist schwer zu ermitteln

In welchem Ausmaß die Energiesteuersenkungen an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde, ist laut Mundt nicht durch einen isolierten Vergleich mit dem Preisniveau vor dem 1. Juni möglich. Verglichen werden muss vielmehr der tatsächliche Preis mit dem Preis, der sich (vermutlich) ohne die Senkung der Energiesteuer ergeben hätte.

Preisentwicklung nicht vorschnell mit der im Ausland vergleichen

Mundt äußerte sich zudem zu Untersuchungen, die zuletzt auf Basis von Vergleichen mit den französischen Spritpreisen geführt wurden. Diese ergaben, dass die Steuersenkung in erheblichem Umfang weitergegeben worden sei. „Ein solcher Ländervergleich liefert durchaus hilfreiche Hinweise, kann aber die unterschiedlichen Wettbewerbssituationen in den beiden Ländern nicht abschließend bewerten“, so Mundt. Das Kartellamt stelle dazu auch eigene Berechnungen an.

Sektoruntersuchung der Raffinerie- und Großhandelsebene

Im April hatte das Bundeskartellamt aufgrund der zunehmenden Entkopplung der Tankstellenpreise beziehungsweise Raffinerieabgabepreise von dem Rohölpreis eine Sektoruntersuchung der Raffinerie- und Großhandelsebene eingeleitet. Die entsprechenden Preisentwicklungen waren auch in den vergangenen Wochen zu beobachten. Im Rahmen der Untersuchung wurden bereits alle relevanten Raffinerien umfassend befragt.

Derzeit werden die Auskünfte mit Blick auf die Markt- und Kostenstrukturen und tatsächlichen Gewinnmargen ausgewertet. Im Herbst soll ein Zwischenbericht erscheinen.

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