Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Reifenwechseln?

Autoreifen wechseln: Richtiger Zeitpunkt wichtig – Bußgeld und Punkt drohen

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Zu früh von Winter- auf Sommerreifen zu wechseln, kann ganz schön teuer werden. Der ADAC hat eine Faustregel, wann die Autoreifen gewechselt werden sollten.

Jedes Jahr aufs Neue fragen sich zahlreiche Menschen, wann der richtige Zeitpunkt zum Reifenwechseln ist. Vor allem, wenn die Temperaturen langsam steigen und der Frühling kommt. Gesetzlich gibt es keine konkrete Vorgabe, von wann bis wann Winter- und Sommerreifen auf den Autos sein müssen. In Deutschland gilt jedoch für Autofahrer die „situative Winterreifenpflicht“, wie der ADAC berichtet. Diese Pflicht ist in § 2 Abs. 3 StVO festgehalten.

Autofahrer, die den Reifenwechsel selbst in die Hand nehmen sollten vorsichtig sein - es gibt zahlreiche Fehler die immer wieder gemacht werden. Grundsätzlich darf man bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis und Glätte nur mit Winterreifen fahren. Der Grund: Sommerreifen haften bei winterlichen Verhältnissen nicht so gut auf der Fahrbahn wie Winterreifen, dazu kommt ein längerer Bremsweg.

Autofahren: Wann sollte von Winter- auf Sommerreifen gewechselt werden?

Also: Sobald winterliche Verhältnisse herrschen, darf ausdrücklich nur noch mit Winterreifen gefahren werden. Der ADAC empfiehlt, sich an die Faustregel „O bis O“ zu halten – also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren und von Ostern bis Oktober mit Sommerreifen. Von Oktober bis Ostern sind winterliche Straßenverhältnisse am wahrscheinlichsten, in dem Zeitraum danach immer unwahrscheinlicher.

Prinzipiell gilt, lieber die Winterreifen etwas länger drauf zulassen. Denn andersrum gibt es kein Gesetz, das vorschreibt, bei guten Straßenverhältnissen Sommerreifen auf dem Auto haben zu müssen. Und überraschende Wintereinbrüche wie zuletzt kann es vor allem im April und auch noch im Mai immer geben.

Mit Sommerreifen im Winter fahren: Bußgelder und Punkt in Flensburg drohen

Sollte es nach Ostern doch noch mal schneien oder glatt sein, sollten Autofahrer, die bereits Sommerreifen drauf haben, ihr Auto besser stehen lassen. Denn wer trotz winterlicher Straßenverhältnisse mit Sommerreifen fährt und erwischt wird, kassiert in jedem Fall einen Punkt in Flensburg. Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht zudem eine Strafe von 60 Euro vor für das Fahren mit Reifen, die nicht an die Wetterverhältnisse angepasst sind. Wer andere behindert, zahlt 80 Euro, wer andere gefährdet sogar 100 Euro.

Besonders ärgerlich wird es übrigens, wenn es zu einem Unfall kommt. Denn laut bussgeldkatalog.org kann die Versicherung ihre Leistungen verweigern, „wenn das Fahren mit Sommerreifen im Winter als grobe Fahrlässigkeit eingestuft wird.“

Winterreifenpflicht: Woran werden Winterreifen erkannt?

Für alle, die sich fragen, woran denn ein Polizist beim flüchtigen Blick im Falle einer Kontrolle erkennen sollte, ob es sich tatsächlich um Winterreifen oder Sommerreifen handelt: Winterreifen haben eine Kennzeichnung als solche. Neuere Winterreifen können laut ADAC am „Apline-Symbol“ erkannt werden, einem „Bergpiktogramm mit Schneeflocke“.

Außerdem „gelten bis zum 30. September 2024 Reifen mit M+S Kennzeichnung als wintertauglich, wenn sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt worden sind“, erklärt der ADAC. Danach sind nur noch Winterreifen mit Alpine-Symbol erlaubt.

Übrigens gibt es auch Ausnahmen von der Winterreifenpflicht, nämlich für einspurige Kraftfahrzeuge wie Motorräder sowie Nutzfahrzeuge und motorisierte Krankenfahrstühle, wie der ADAC berichtet.

Neben den richtigen Reifen ist bei winterlichen Straßenverhältnissen aber auch die richtige Fahrweise wichtig. Deshalb verrät echo24.de, was Autofahrer bei Schnee, Eis und Glätte beachten müssen.

Rubriklistenbild: © Markus Scholz/dpa