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Falsche Verkehrsregeln: Diese Fehler begehen Autofahrer besonders häufig

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Von: Anna-Maureen Bremer

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Im Straßenverkehr folgen viele Autofahrer nicht nur den Verkehrsregeln, sondern häufig auch falschen Annahmen, die sich seit Jahren halten.

Der Straßenverkehr kann schnell zum hochemotionalen Gebiet werden. Fluchende Fahrer, Drohgebärden und ungläubiges Kopfschütteln über „die anderen“ – Alltag. Bei genommener Vorfahrt, Blitzern und Handy am Steuer dürfte die Lage klar sein. Aber: Es gibt auch vermeintliche Verkehrsregeln, die existieren überhaupt nicht. Trotzdem scheinen sie sich in den Köpfen vieler Autofahrer beharrlich zu halten. Wir klären über sieben bekannte Falschannahmen auf.

Falsche Verkehrsregeln: Diese Fehler begehen Autofahrer besonders häufig

Auf den meisten Parkplätzen gibt‘s eher wenige Verkehrsschilder – also wird ja wohl rechts vor links die richtige Regel sein, oder? Und wenn eine Einfädelspur beginnt, sollte ich so schnell es geht auf die richtige Fahrbahnseite wechseln, nicht wahr? Na, habt ihr schon Schnappatmung, weil ihr die richtige Regel kennt? Diese sieben Mythen wollen wir genauer betrachten:

Fehlverhalten im Straßenverkehr: Ärger für viele Autofahrer

Einfädeln: Spur so früh wie möglich wechseln. Nein, einfach nein! Die Szene, die sich häufig abspielt: Ein Autofahrer erkennt, dass der Fahrstreifen in 200 Metern endet. Pflichtbewusst setzt er rasch den Blinker, um auf die fortführende Spur zu kommen. Empörung! Da zieht noch einer an ihm vorbei und will „erst“ kurz knapp vorne einfädeln. Na, den lässt sie jetzt aber nicht mehr rüber. Alles richtig gemacht hat hier aber der andere Fahrer.

Denn: Hier geht‘s um das Reißverschlussverfahren. Das Einfädeln erfolgt erst unmittelbar vor der Engstelle. „Die Fahrer auf der wegfallenden Spur müssen bis ganz nach vorn fahren. Grund ist eine optimale Ausnutzung der Fläche, damit Rückstaus nicht noch länger werden“, erklärt der ADAC.

Falsche Verkehrsregeln? Diese Mythen halten sich bei Autofahrern beharrlich

Busse mit Warnblinker dürfen nicht überholt werden. Nicht ganz: Der ADAC klärt zu einer Halbwahrheit auf: „Nur wenn ein Bus mit eingeschalteter Warnblinkanlage an eine Haltestelle heranfährt, gilt für den nachfolgenden Verkehr Überholverbot. Sobald er steht, darfen andere vorbeifahren – mit Schrittgeschwindigkeit.“ Hättet ihr aber auch gewusst, dass diese Regel bei einem Bus mit eingeschaltetem Warnblinker auch für den Gegenverkehr gilt?

Bei Stau auf der Autobahn kann ich auf dem Standstreifen zur nahen Ausfahrt fahren. Falsch. Auch wenn sich viele Autofahrer denken mögen „Ich kann die Ausfahrt ja schon sehen und bin gleich weg“, es ist verboten. 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg können verhängt werden, wenn jemand den Seitenstreifen unrechtmäßig benutzt, um im Stau schneller zu sein. Ausnahme: Wenn die Spur explizit freigegeben wird, durch die Polizei oder die Beschilderung „Seitenstreifen befahren“.

Verkehrsregeln zu Rettungsgasse, Parkplätzen und Mindestgeschwindigkeiten sorgen oft für Unklarheit

Wenn die Einsatzkräfte kommen: schnell Rettungsgasse bilden. Nein, zu spät. Die Rettungsgasse muss schon vorher gebildet werden, wenn der Verkehr stockt oder schon ein Stau besteht. Der ADAC fasst zusammen: „Die Autos auf der linken Spur fahren dann ganz links, Fahrzeuge auf der rechten nach rechts. Bei dreispurigen Autobahnen wird die Gasse zwischen linker und mittlerer Spur gebildet. 200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot drohen demjenigen, der die Rettungsgasse nicht bildet.“

Drängler auf der Autobahn
Es kursieren viele falsche Annahmen über bestehende Regeln. © Marcus Führer/dpa

Vorfahrt auf Parkplätzen: Es gilt immer rechts vor links. Ein Irrtum. Auf öffentlichen Parkplätzen und Supermarktparkplätzen gilt zwar die Straßenverkehrsordnung (StVO), die Vorfahrtsregel rechts vor links aber nicht immer. Sie gilt dann, wenn die Fahrspuren deutlich als Straße erkennbar und markiert sind. Aber nicht, wenn der Parkplatz eine große Fläche mit Parkbuchten ist und die Fahrspuren nur der Parkplatzsuche und dem Rangieren dienen. Hier müssen Autofahrer gegenseitig Rücksicht nehmen und sich im Zweifelsfall durch Handzeichen verständigen, wer zuerst fährt. Und wenn das nicht klappt? Kommt es zu einem Unfall, wird die Haftung meist aufgeteilt.
 

Auf der Autobahn muss die Mindestgeschwindigkeit gefahren werden. Falsch, aber es wird klar, woher die falsche Annahme kommt: Es gibt keine Mindestgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen. Die Verkehrsexperten des ADAC erklären: „Vielmehr ist es ist so, dass Autobahnen nur von Fahrzeugen benutzt werden dürfen, die bauartbedingt schneller als 60 Kilometer pro Stunde können. Wie schnell er unterwegs sein möchte, entscheidet jeder Fahrer selbst nach persönlichen Fähigkeiten, Wetter und Verkehr. Die Grenze liegt dort, wo andere durch langsames Fahren mutwillig behindert werden.“

Bei schlechter Sicht gibt es klare Verkehrsregeln – aber auch hier halten sich Falschannahmen

Bei schlechter Sicht: Nebelschlussleuchte an! Nicht ganz. Für die Nutzung der Nebelschlussleuchte gibt es klare Regeln. Sie darf erst aktiviert werden, wenn die Sichtweite unter 50 Metern liegt. Übrigens: Eine Pflicht, die Nebelschlussleuchte anzuschalten, gibt es nicht. Der Autofahrer entscheidet. Und noch genauer: Wer ohne Not bei guten Sichtverhältnissen die Nebelschlussleuchte einschaltet, muss mit 20 Euro Geldbuße rechnen.

Auch ums Taxifahren ranken sich viele Mythen. Etwa, dass Fahrer eine zu kurze Fahrt ablehnen dürfen. Auch hier hat echo24.de genau hingeschaut.

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